Bayer Aktie: 3,0 Milliarden Euro von Apollo im Q3

Bayer reduziert seine Nettofinanzverschuldungsprognose dank einer Milliarden-Kapitaleinlage von Apollo-Fonds und einem robusten Crop-Science-Geschäft.

Dr. Robert Sasse ·
Abstrakte Darstellung von großflächigen Kapitalinvestitionen und strategischen Finanzströmen in einem modernen Bürokontext. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Schuldenziel auf 29-30 Mrd. Euro gesenkt
  • 3 Mrd. Euro Kapital von Apollo-Fonds
  • Crop Science mit deutlichem EBITDA-Plus
  • Glyphosat-Anhörung auf September verschoben

Bayer kommt beim Schuldenabbau schneller voran als selbst geplant. Der Leverkusener Konzern senkte im Zuge seiner Quartalszahlen die Guidance für die Nettofinanzverschuldung zum Jahresende auf 29 bis 30 Milliarden Euro – zuvor waren 32 bis 33 Milliarden Euro angepeilt.

Möglich macht das vor allem eine Kapitaleinlage von 3,0 Milliarden Euro, die Bayer im Rahmen einer Minderheitsbeteiligung von Apollo-verwalteten Fonds an einer neu gegründeten Gesellschaft erhält. Der Abschluss dieser Transaktion wird für das dritte Quartal erwartet.

Operatives Geschäft trägt trotz Gewinnrückgang

Der Gruppenumsatz legte im zweiten Quartal um 2,2 Prozent auf 10,872 Milliarden Euro zu, das bereinigte EBITDA stieg um 1,9 Prozent auf 2,144 Milliarden Euro.

Besonders stark entwickelte sich die Sparte Crop Science: Der Umsatz kletterte um 3,5 Prozent auf 4,910 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA sprang sogar um 30,2 Prozent auf 902 Millionen Euro. Pharmaceuticals und Consumer Health wuchsen dagegen nur moderat und mussten beim bereinigten EBITDA jeweils einen Rückgang von 3,6 Prozent hinnehmen.

Unter dem Strich blieb vom Wachstum wenig übrig: Der Core-Gewinn je Aktie fiel im Quartal um 16,7 Prozent auf 0,95 Euro. Der Nettogewinn drehte zwar von minus 199 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf plus 219 Millionen Euro, der freie Cashflow rutschte jedoch wegen Belastungen aus Vergleichszahlungen auf minus 371 Millionen Euro ab, nach plus 125 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

CEO Bill Anderson bekräftigte dennoch, der Konzern liege operativ auf Kurs, die Jahresprognose zu erreichen. Für das Halbjahr steht ein Umsatzplus von 3,3 Prozent auf 24,277 Milliarden Euro sowie ein Core-Gewinn je Aktie von 3,66 Euro zu Buche, ein Anstieg von 3,4 Prozent. Die Jahres-Guidance sieht einen Gruppenumsatz zwischen 44,7 und 46,7 Milliarden Euro sowie einen Core-Gewinn je Aktie von 4,20 bis 4,70 Euro vor.

Glyphosat-Anhörung verschoben, Termin steht jetzt fest

Parallel zur operativen Entwicklung sorgt der Rechtsstreit um Glyphosat weiter für Bewegung. Ein Gericht in Missouri verschob die Anhörung zur endgültigen Genehmigung des 7,25 Milliarden US-Dollar schweren Sammelvergleichs vom 19. August auf den 14. September.

Bayer und die Klägeranwälte hatten die Fristverlängerung gemeinsam beantragt, wie Reuters berichtete. Die zusätzlichen rund drei Wochen sollen Parteien und Verwalter Zeit geben, Anträge auf Widerruf sogenannter Opt-out-Erklärungen zu bearbeiten und deren Gültigkeit zu klären.

Hintergrund ist ein Urteil des US Supreme Court von Ende Juni: Die Richter entschieden im Fall Durnell mit 7:2 Stimmen, dass Bundesrecht bestimmte einzelstaatliche Klagen wegen angeblich unzureichender Warnhinweise verdrängt, sofern die US-Umweltbehörde EPA die Produktsicherheit bereits bewertet hat. Das Urteil gilt als deutliche Entlastung für Bayer in einem Streit, der den Konzern seit Jahren finanziell und operativ belastet.

Bilanz stabilisiert sich, Kapitalmarkt reagiert verhalten

Die Aktie notierte zuletzt bei 48,33 Euro und damit rund 10 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 31 Prozent zu Buche, über zwölf Monate summiert sich der Kursgewinn auf 73 Prozent.

Die Kombination aus sinkender Verschuldung, robustem Agrargeschäft und rechtlicher Entlastung stützt das positive Gesamtbild, auch wenn der schwächere freie Cashflow im zweiten Quartal zeigt, dass die Altlasten aus dem Glyphosat-Komplex Bayer noch länger begleiten dürften – zumindest bis zur Anhörung im September.

Anzeige

Stand heute, 10. Oktober: Bayer – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Bayer investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 10. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Bayer: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Bayer Aktie

43,89 EUR

+ 0,94 EUR +2,19 %
KGV —
KUV 0,97
Sektor Gesundheitswesen
Div.-Rendite 0,25 %
Marktkapitalisierung 43,12 Mrd. EUR
Ø Kursziel 58,22 EUR
ISIN: DE000BAY0017 WKN: BAY001

Community Forum zu Bayer

Ähnliche Artikel

Partners Group Aktie: 1 Milliarde Euro für Wohnimmobilien

Partners Group Aktie: 1 Milliarde Euro für Wohnimmobilien

Immobilien & REITs ·
DAX: Telekom-Schlusslicht trotz Rally

DAX: Telekom-Schlusslicht trotz Rally

Telekommunikation ·
SpaceX kauft Mobilfunkfrequenzen und setzt Branche unter Druck

SpaceX kauft Mobilfunkfrequenzen und setzt Branche unter Druck

Raumfahrt ·
Super Micro Computer Aktie: Gründerpaar verkauft Aktien

Super Micro Computer Aktie: Gründerpaar verkauft Aktien

Nasdaq ·
Siemens Healthineers Aktie: Accela-Hoffnung?

Siemens Healthineers Aktie: Accela-Hoffnung?

Gesundheit ·

Weitere Artikel zu Bayer

Alle Artikel anzeigen
Bayer Aktie: Generika-Start für Adempas in den USA

Bayer Aktie: Generika-Start für Adempas in den USA

Pharma & Biotech ·
Bayer Aktie: FDA nimmt Finerenon-Antrag an

Bayer Aktie: FDA nimmt Finerenon-Antrag an

Gesundheit ·
Bayer Aktie: Glyphosat-Schock!

Bayer Aktie: Glyphosat-Schock!

Pharma & Biotech ·
Bayer Aktie: Kläger umgehen Supreme-Court-Schutz

Bayer Aktie: Kläger umgehen Supreme-Court-Schutz

Pharma & Biotech ·
Bayer Aktie: Roundup-Prozess eskaliert?

Bayer Aktie: Roundup-Prozess eskaliert?

Pharma & Biotech ·