Bayer Aktie: 3,0 Milliarden von Apollo für LARC-Beteiligung

Bayer erhält 3 Mrd. Euro von Apollo für Minderheitsbeteiligung an LARC-Geschäft und senkt Schuldenziel auf 29-30 Mrd. Euro.

Felix Baarz ·
Abstrakte Darstellung einer hochkarätigen Finanzverhandlung in einem modernen Büro mit Blick auf eine Skyline. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Apollo investiert 3 Mrd. Euro
  • Schuldenziel auf 29-30 Mrd. gesenkt
  • Glyphosat-Anhörung auf September verschoben
  • Aktie über 50-Tage-Durchschnitt stabil

Bayer beschleunigt den Abbau seiner Nettofinanzverschuldung. Der Konzern hat mit Fonds des Finanzinvestors Apollo eine Vereinbarung geschlossen, die eine Minderheitsbeteiligung an einer neu gegründeten Gesellschaft mit dem LARC-Geschäft vorsieht – dem Bereich für langwirksame Verhütungsmittel. Im Gegenzug fließen Bayer 3,0 Milliarden Euro an Kapital zu. Der Abschluss der Transaktion wird laut Handelsblatt für das dritte Quartal 2026 erwartet.

Schuldenziel deutlich nach unten korrigiert

Der Effekt auf die Bilanz ist beträchtlich: Bayer erwartet die Nettofinanzverschuldung zum Jahresende nun bei 29 bis 30 Milliarden Euro – zuvor hatte der Konzern mit 32 bis 33 Milliarden Euro gerechnet. Die Korrektur spiegelt maßgeblich die Kapitalzuführung aus dem Apollo-Deal wider.

Für ein Unternehmen, das seit Jahren unter der hohen Verschuldung aus der Monsanto-Übernahme leidet, ist das ein Signal an Investoren: Bayer nutzt gezielt Beteiligungsstrukturen, um Fremdkapitalspielraum zurückzugewinnen, ohne sich vollständig von einem Geschäftsbereich zu trennen. Apollo bleibt bei der Transaktion Minderheitsgesellschafter ohne Kontrolle über die neue Einheit.

Die Entschuldungsstrategie fügt sich in ein Bild, das sich seit den jüngsten Quartalszahlen abzeichnet. Der Konzern hatte vor gut einer Woche ein bereinigtes EBITDA von 2,14 Milliarden Euro für das zweite Quartal gemeldet und damit den Konsens von 1,94 Milliarden Euro übertroffen, getragen vor allem von der Sparte Crop Science mit einem operativen Gewinnsprung von knapp 30 Prozent.

Die Jahresprognose mit einem Umsatzkorridor von 44,7 bis 47,0 Milliarden Euro und einem Core-Ergebnis je Aktie zwischen 4,10 und 4,80 Euro bleibt bestehen.

Rechtsstreit um Glyphosat verzögert sich erneut

Parallel zur finanziellen Konsolidierung bewegt sich der juristische Dauerbrenner Glyphosat weiter im Zeitlupentempo. Die für den 19. August angesetzte Anhörung zum Sammelvergleich vor einem Gericht in Missouri wurde auf den 14. September verschoben – auf gemeinsamen Antrag von Monsanto und den Anwälten der Klägerseite.

Der im Februar vereinbarte Vergleich sieht Zahlungen von bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar über einen Zeitraum von maximal 21 Jahren vor. Rückenwind hatte Bayer zuvor bereits durch ein Urteil des US-Supreme-Court erhalten: Die Richter entschieden im Juni, dass Bundesrecht bei Warnhinweisen Vorrang vor einzelstaatlichem Recht hat – eine Weichenstellung, die tausenden Klagen wegen angeblich unzureichender Krebswarnungen die Grundlage entzieht.

Kurs behauptet sich über wichtigen Marken

An der Börse hat sich die Aktie nach der starken Kursreaktion auf die Quartalszahlen stabilisiert. Zum Schluss am Freitag notierte das Papier bei 47,90 Euro, ein Minus von 0,9 Prozent auf Tagessicht. Auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von 2,8 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um 29 Prozent verteuert.

Der Titel bewegt sich damit weiterhin oberhalb seines 50-Tage-Durchschnitts von 46,78 Euro – ein Zeichen dafür, dass der mittelfristige Aufwärtstrend trotz der jüngsten leichten Konsolidierung intakt bleibt.

Für Anleger verdichten sich damit zwei Erzählstränge: eine finanzielle Sanierung, die durch den Apollo-Deal konkrete Fortschritte zeigt, und ein Rechtsrisiko, das zwar durch das Supreme-Court-Urteil entschärft wurde, dessen endgültige Kosten aber erst mit der Vergleichsanhörung im September klarer werden.

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Bayer Aktie

49,41 EUR

+ 0,70 EUR +1,44 %
KGV
KUV 1,06
Sektor Gesundheitswesen
Div.-Rendite 0,23 %
Marktkapitalisierung 48,54 Mrd. EUR
Ø Kursziel 57,39 EUR
ISIN: DE000BAY0017 WKN: BAY001

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