Bayer Aktie: 4. Juni entscheidet über Roundup-Vergleich
Bayer überzeugt mit starkem Quartalsergebnis, während die Unsicherheit um den Roundup-Vergleich und die Opt-out-Frist im Juni anhält.

Kurz zusammengefasst
- Umsatz und Gewinn steigen deutlich
- Cashflow durch Rechtsstreit-Zahlungen belastet
- Opt-out-Frist für Roundup-Vergleich am 4. Juni
- Pharma-Pipeline mit vielversprechendem Schlaganfall-Medikament
Drei Wochen vor einem entscheidenden Stichtag im Roundup-Vergleich hat Bayer ein starkes erstes Quartal 2026 präsentiert. Die Zahlen überzeugen — aber das Glyphosat-Kapitel ist noch längst nicht geschlossen.
Quartalszahlen mit einem Haken
Der Konzernumsatz stieg währungs- und portfoliobereinigt um 4,1 Prozent auf 13,4 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sonderposten legte um 9,0 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro zu, das Core-Ergebnis je Aktie kletterte um 12,9 Prozent auf 2,71 Euro.
Der freie Cashflow trübt das Bild allerdings erheblich: minus 2,3 Milliarden Euro, maßgeblich getrieben durch Rechtsstreit-Zahlungen. Allein PCB- und Glyphosat-Klagen verursachten einen Nettoabfluss von rund 2,0 Milliarden Euro. Die Nettoverschuldung lag per Ende März bei 32,5 Milliarden Euro.
4. Juni: Opt-out-Frist als nächste Bewährungsprobe
Der Roundup-Sammelvergleich bleibt das dominierende Thema für die Aktie. Ein Richter in St. Louis hatte den Vergleich — Volumen bis zu 7,25 Milliarden Dollar — Anfang März vorläufig genehmigt. Bis zum 4. Juni können potenzielle Kläger den Vergleich ablehnen oder Einwände einreichen. Fällt die Zahl der Opt-outs zu hoch aus, behält sich Monsanto das Recht vor, den Vergleich ohne Auszahlungen zu beenden.
Bayer-Chef Bill Anderson erwartet frühestens einige Wochen nach dem Stichtag Klarheit über die Opt-out-Bilanz. Die finale Genehmigungsanhörung ist für Juli angesetzt — zeitgleich mit dem erwarteten Urteil des Supreme Court, das ebenfalls bis Ende Juli fallen soll.
Anderson zeigte sich zuversichtlich, verwies aber auf eine wichtige Absicherung: Selbst bei einem negativen Supreme-Court-Urteil sei eine erhebliche Eindämmung der Rechtsrisiken noch in diesem Jahr möglich. Die Rückstellungen für Glyphosat-Klagen wurden auf 9,6 Milliarden Euro erhöht; eine Kreditlinie von 8 Milliarden Dollar sichert die unmittelbare Finanzierung.
Pharma-Pipeline als langfristiger Gegenakzent
Abseits der Rechtsfragen arbeitet Bayer an einem strategischen Gegenpol. Der FXIa-Hemmer Asundexian zeigte in der Phase-III-Studie OCEANIC-STROKE eine Reduktion ischämischer Schlaganfälle um 26 Prozent gegenüber Placebo — ohne erhöhtes Blutungsrisiko. Die FDA gewährte den Fast-Track-Status. Konkurrenten Bristol-Myers Squibb und Johnson & Johnson erwarten Phase-III-Daten für ihr Rivalmolekül Milvexian in der zweiten Jahreshälfte 2026. Analysten schätzen den adressierbaren Markt auf 3 bis 4 Milliarden Dollar.
Die Bayer-Aktie notiert aktuell bei 38,36 Euro — rund 22 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom Februar. Seit Jahresbeginn steht das Papier nahezu unverändert, im Zwölf-Monats-Vergleich hat es sich jedoch fast verdoppelt. Für 2026 stellt das Management ein währungsbereinigtes EBITDA zwischen 9,6 und 10,1 Milliarden Euro in Aussicht — vorausgesetzt, der Rechtsstreit entwickelt sich nicht erneut als Belastung.
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