Bayer Aktie: 40-Prozent-Rally stoppt bei 49,78 Euro
Bayer gliedert US-Glyphosatgeschäft in neue Firma Ruveon aus. Analysten spekulieren über möglichen Börsengang der Agrarsparte.

Kurz zusammengefasst
- Neue Gesellschaft Ruveon LLC gegründet
- Analysten erwarten Teil-Börsengang
- Aktie nach Höhenflug leicht gefallen
- Glyphosat-Klageverfahren bleibt Risiko
Bayer tritt auf die Bremse. Nach einem fulminanten Höhenflug verliert der Agrarkonzern leicht an Wert. Die wahre Geschichte spielt sich aber abseits des Kurszettels ab. Bayer baut sein US-Glyphosatgeschäft strukturell um.
Neues Zuhause für Glyphosat
Der Konzern überführt sein US-Glyphosatgeschäft in eine neue Gesellschaft. Sie heißt Ruveon LLC und sitzt in St. Louis. Diese Einheit steuert ab sofort Preisgestaltung, Produktion und Logistik. Der Schritt ist Teil des aktuellen Fünfjahresprogramms der Agrarsparte.
Marktbeobachter werten dies als strategischen Vorbau. Die Analysten Sebastian Bray von Berenberg und Stefan Wulf von ODDO BHF bringen eine Abspaltung ins Spiel. Die Deutsche Bank stuft die Aktie entsprechend hoch. Ein Konzernumbau sei nur noch eine Frage der Zeit.
Bray skizziert einen konkreten Teil-Börsengang unter dem Namen „neues Monsanto“. Berenberg hob das Kursziel für die Aktie bereits deutlich an. Als Blaupause dient der für 2027 geplante IPO der BASF-Agrarsparte.
Heiß gelaufene Papiere
Diese Fantasie trieb den Kurs zuletzt extrem. Auf Monatsbasis steht ein Plus von knapp 40 Prozent. Die Aktie markierte Anfang Juli ein neues 52-Wochen-Hoch bei 53,86 Euro.
Nun nehmen Anleger erste Gewinne mit. Das Papier fällt am Mittwoch um 1,43 Prozent auf 49,78 Euro. Die technischen Indikatoren warnen ohnehin vor einer Überhitzung.
Der Relative-Stärke-Index rangiert bei knapp 70 Punkten. Das gilt als stark überkauft. Auch der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt fällt ungewöhnlich hoch aus. Er liegt bei fast 26 Prozent.
Kein Wunder. Eine annualisierte Volatilität von rund 65 Prozent unterstreicht den nervösen Handel. Das DAX-Schwergewicht bewegt sich in einem hochspekulativen Umfeld.
Der nächste Meilenstein
Über allem schweben weiterhin die juristischen Auseinandersetzungen im Glyphosat-Komplex. Ob aus den Abspaltungsideen konkrete Pläne werden, hängt von dieser rechtlichen Entwicklung ab. Der nächste Termin steht bereits im Kalender. Bayer veröffentlicht am 4. August die Zahlen für das zweite Quartal. Dann muss der operative Gewinn die massiven Kurssteigerungen rechtfertigen.
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