Bayer Aktie: Agrarsparte übertrifft Erwartungen
Bayer übertrifft mit Crop Science die Erwartungen und reduziert dank Apollo-Deal die Schuldenprognose für 2026 deutlich.

Kurz zusammengefasst
- Agrarsparte übertrifft Analystenerwartungen
- Dicamba-Wiederzulassung beflügelt Umsatz
- Schuldenziel nach Apollo-Deal gesenkt
- Jahresprognose für 2026 bestätigt
Bayer hat im zweiten Quartal die Erwartungen der Analysten übertroffen — und das ausgerechnet in der Sparte, die dem Konzern zuletzt am meisten Kopfzerbrechen bereitet hat. Die Agrarchemiesparte Crop Science lieferte einen überraschend kräftigen Schub, während der Konzern zugleich seine Schuldenprognose senkte. Für einen Konzern, der seit Jahren mit Glyphosat-Klagen und hoher Verschuldung kämpft, ist das ein bemerkenswertes Signal.
Dicamba-Wiederzulassung treibt Agrargeschäft
Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 1,2 Prozent auf 10,87 Milliarden Euro, währungs- und portfoliobereinigt lag das Plus bei 2,2 Prozent. Motor war die Agrarsparte: Die Wiederzulassung Dicamba-basierter Produkte in den USA sorgte für spürbare Zuwächse im Geschäft mit Soja- und Baumwollsaat. Kostensenkungen taten ihr Übriges. Das bereinigte Ebitda kletterte um 1,9 Prozent auf 2,14 Milliarden Euro — Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang gerechnet.
Unter dem Strich stand ein Gewinn von 219 Millionen Euro, nach einem Verlust von 199 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Möglich wurde das vor allem durch deutlich niedrigere sonstige betriebliche Aufwendungen, die von 2,111 Milliarden auf 569 Millionen Euro zurückgingen. Das operative Ergebnis vor Sondereffekten blieb mit 999 Millionen Euro nahezu stabil.
In der Pharmasparte hielt sich der Umsatz auf Vorjahresniveau. Wachstumsträger Nubeqa, Kerendia und das Radiologiegeschäft glichen die Rückgänge bei Eylea und Xarelto aus, die unter auslaufenden Patenten leiden. Consumer Health legte leicht zu, angetrieben von der Sparte Digestive Health, während das Allergie- und Erkältungsgeschäft schwächelte.
Apollo-Deal drückt Schuldenprognose
Nach dem Verkauf einer Minderheitsbeteiligung am Verhütungsmittelgeschäft an die Beteiligungsgesellschaft Apollo Global Management senkte Bayer seine Prognose für die Nettofinanzverschuldung zum Jahresende. Statt der zuvor angepeilten 32 bis 33 Milliarden Euro rechnet der Konzern nun mit 29 bis 30 Milliarden Euro. Der bereits vor Wochen angekündigte Deal bringt Bayer nach eigenen Angaben drei Milliarden Euro an Eigenkapital ein — ein wichtiger Baustein für den hoch verschuldeten Konzern.
Die Jahresprognose für 2026 bestätigte Bayer währungsbereinigt: Der Umsatz soll weiterhin zwischen 45 und 47 Milliarden Euro liegen, das entspricht einer Spanne von flach bis drei Prozent Wachstum. Beim bereinigten Gewinn je Aktie hält der Konzern an der Spanne von 4,30 bis 4,80 Euro fest.
Die Kombination aus stärkerem Agrargeschäft und sinkender Schuldenlast dürfte den Blick der Anleger in den kommenden Wochen stärker auf die operative Entwicklung lenken — weg von den Rechtsrisiken, die die Aktie in den vergangenen Jahren dominiert haben.
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