Bayer Aktie: Anhörung zum 7,25-Milliarden-Vergleich verschoben
Bayer verlegt die entscheidende Anhörung zum Glyphosat-Vergleich auf September. Ein Urteil des Supreme Court stärkt die Rechtslage des Konzerns, während Quartalszahlen und Finanzierungsmaßnahmen die Bilanz entlasten.

Kurz zusammengefasst
- Anhörung auf 10. September verschoben
- Supreme-Court-Urteil stärkt Bayer-Position
- Umsatz steigt auf 10,87 Milliarden Euro
- Kurszielanhebungen von Goldman Sachs und UBS
Bayer beantragt eine Verschiebung der entscheidenden Gerichtsanhörung zum milliardenschweren Glyphosat-Sammelvergleich in Missouri. Statt am 19. August soll die finale Anhörung nun am 10. September stattfinden, wie die Nachrichtenagentur dpa-AFX berichtet. Grund ist die Bearbeitung von Widerrufen einzelner Kläger, die aus dem Vergleich aussteigen wollen – sogenannte Opt-outs. Der Antrag folgt auf ein Grundsatzurteil des US Supreme Court, das die Position des Konzerns in der Glyphosat-Sache spürbar gestärkt hat.
Supreme-Court-Urteil verändert die Ausgangslage
Die obersten US-Richter entschieden im Fall Durnell mit 7 zu 2 Stimmen, dass Bundesrecht bestimmte staatliche Klagen wegen fehlender Warnhinweise ausschließt, sofern eine Zulassung der Umweltbehörde EPA vorliegt. Die Entscheidung fiel Ende Juni und gilt als wegweisend für die Glyphosat-Klagewelle gegen die Bayer-Tochter Monsanto. Der Zeitplan für den 7,25 Milliarden US-Dollar schweren Sammelvergleich verschiebt sich dadurch um rund drei Wochen, weil Kläger auf Basis der neuen Rechtslage ihre Beteiligung noch einmal überdenken können. Die eigentliche Zielsetzung des Vergleichs, einen Großteil der offenen Glyphosat-Verfahren zu bündeln, bleibt davon laut dem Antrag unberührt.
Starkes zweites Quartal und gesenkte Schuldenprognose
Der Fahrplan im Rechtsstreit trifft auf ein operativ deutlich verbessertes Bayer. Am Dienstag legte der Konzern Zahlen zum zweiten Quartal vor: Der Umsatz stieg währungs- und portfoliobereinigt um 2,2 Prozent auf 10,872 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA kletterte um 1,9 Prozent auf 2,144 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand ein Nettoergebnis von 219 Millionen Euro – nach einem Verlust von 199 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Das bereinigte Ergebnis je Aktie sank dagegen um 16,7 Prozent auf 0,95 Euro.
Bayer bestätigte den währungsbereinigten Ausblick für das laufende Jahr und senkte zugleich die Prognose für die Nettofinanzverschuldung zum Jahresende auf 29 bis 30 Milliarden Euro, nachdem zuvor eine Spanne von 32 bis 33 Milliarden Euro in Aussicht stand. Flankiert wurde dies von zwei Finanzierungsschritten: Apollo Global Management brachte eine Eigenkapitalinvestition von 3 Milliarden Euro ein, parallel platzierte Bayer Anleihen im Volumen von 5 Milliarden US-Dollar zur Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten. Beide Maßnahmen zielen auf eine Entlastung der Bilanz, die seit den Glyphosat-Rückstellungen unter Druck steht.
Der Markt reagierte deutlich: Nach den über den Schätzungen liegenden Quartalszahlen zog der Kurs im Xetra-Handel am Mittwoch um 3,23 Prozent an. Aktuell notiert die Bayer-Aktie bei 49,62 Euro, ein Plus von 0,45 Prozent im Tagesverlauf. Auf Wochensicht summiert sich der Anstieg auf 2,50 Prozent, zum 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro fehlen der Aktie noch knapp 7,9 Prozent.
Analysten heben Kursziele nach oben
Die Kombination aus verbesserter Rechtslage, solidem Quartal und gestärkter Kapitalstruktur sorgte in den vergangenen Tagen für eine Serie von Kurszielanhebungen. Goldman Sachs erhöhte am Mittwoch das Kursziel von 62,50 auf 63,50 Euro und beließ die Einstufung bei „Kaufen“. Am selben Tag zog UBS nach und hob ihr Kursziel von 52 auf 62 Euro an, ebenfalls mit der Einschätzung „Kaufen“. Am heutigen Donnerstag legte DZ-Bank-Analyst Peter Spengler nach: Er hob den fairen Wert von 54 auf 60 Euro an und bestätigte die Kaufempfehlung.
Für Bayer-Anleger bleiben zwei Termine im Blick: die verschobene finale Anhörung zum Glyphosat-Vergleich am 10. September und die Quartalsmitteilung zum dritten Quartal, die für den 3. November angesetzt ist. Beide Ereignisse dürften zeigen, ob sich die zuletzt positive Dynamik bei Rechtsrisiken und operativem Geschäft fortsetzt.
Bayer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Bayer-Analyse vom 6. August liefert die Antwort:
Die neusten Bayer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Bayer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Bayer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...