Bayer Aktie: Baumwollsaatgut +69 Prozent nach Dicamba-Zulassung

Bayer übertrifft mit starkem Q2 die Markterwartungen deutlich. Analysten reagieren mit angehobenen Kurszielen, während sich die Glyphosat-Lage entspannt.

Redaktion Stock-World ·
Nahaufnahme eines blühenden Baumwollfeldes bei hellem Sonnenlicht als Symbol für landwirtschaftliches Wachstum. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Starke Q2-Zahlen übertreffen Erwartungen
  • Analysten erhöhen Kursziele für Bayer
  • Agrarsparte treibt Wachstum an
  • Glyphosat-Urteil stärkt Rechtsposition

Bayer hat mit seinen Zahlen zum zweiten Quartal die Erwartungen der Finanzmärkte deutlich übertroffen. Die Aktie notiert am Mittwoch bei 49,31 Euro und gewinnt damit 1,88 Prozent, nachdem sie am Dienstag noch mit 48,40 Euro geschlossen hatte. Grund für die Rally: Eine ganze Serie von Analysehäusern hat ihre Kursziele nach den Geschäftszahlen kräftig angehoben.

Kerngeschäft übertrifft Konsens deutlich

Bayer erzielte im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von 24,3 Milliarden Euro, ein Plus von 3 Prozent währungsbereinigt. Der Kern-Gewinn je Aktie stieg um 3 Prozent auf 3,66 Euro, das Ebitda vor Sonderposten legte um 7 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro zu. Besonders das zweite Quartal überzeugte: Das operative Kernergebnis lag laut UBS-Analyst Matthew Weston rund 10 Prozent über dem Marktkonsens. Deutsche-Bank-Analystin Virginie Boucher-Ferte bezifferte die Ebitda-Überraschung auf 11 Prozent über den Erwartungen der Analysten.

Treiber war vor allem die Sparte Crop Science. Der Agrarumsatz kletterte im zweiten Quartal währungsbereinigt um 3,5 Prozent auf 4,910 Milliarden Euro, das Ebitda vor Sondereinflüssen sprang sogar um 30,2 Prozent auf 902 Millionen Euro. Die Marge verbesserte sich auf 18,4 Prozent. Besonders das Saatgutgeschäft lief rund: Sojabohnensaatgut wuchs um 16,9 Prozent, Baumwollsaatgut nach der Wiederzulassung des Herbizids Dicamba sogar um 69,2 Prozent. Beim Maissaatgut gab es dagegen ein Minus von 2,5 Prozent. Auf Konzernebene stieg der Umsatz im zweiten Quartal um 2,2 Prozent auf 10,872 Milliarden Euro, das Ebitda um 1,9 Prozent auf 2,144 Milliarden Euro, das Nettoergebnis lag bei 219 Millionen Euro.

Im Pharmageschäft zeigte sich ein zweigeteiltes Bild: Der Umsatz legte im zweiten Quartal lediglich um 1 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro zu. Während die neueren Präparate NUBEQA und KERENDIA um 64 Prozent beziehungsweise 83 Prozent zulegten, brachen die älteren Blockbuster XARELTO und EYLEA um 42 Prozent und 33 Prozent ein – Folge des Patentablaufs und wachsender Konkurrenz. Consumer Health steuerte ein moderates Plus von 1,5 Prozent bei.

Analysten überbieten sich mit höheren Kurszielen

Die positiven Zahlen lösten am Mittwoch eine regelrechte Welle von Kurszielanhebungen aus. UBS erhöhte ihr Ziel von 52 auf 62 Euro und bestätigte die Einstufung „Buy“. Goldman-Sachs-Analyst James Quigley hob sein Kursziel von 62,50 auf 63,50 Euro an und sieht den Weg dorthin über ein starkes Pharma-Geschäft sowie eine Klärung der Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten. JPMorgan-Analyst Richard Vosser stufte die Aktie auf „Overweight“ hoch und erhöhte das Kursziel von 50 auf 61 Euro. Seiner Einschätzung nach sind die Glyphosat-Risiken inzwischen beherrschbar, die operativen Perspektiven verbessern sich. Deutsche Bank Research beließ es bei „Buy“ mit einem Kursziel von 60 Euro, die DZ Bank hob ihren fairen Wert ebenfalls auf 60 Euro an und riet weiter zum Kauf. Bayers nächste Quartalszahlen sind für den 3. November angesetzt.

Rechtsstreit um Glyphosat verschiebt sich, Schulden sinken

Rückenwind erhält Bayer zudem aus dem juristischen Umfeld. Ende Juni hatte der US Supreme Court entschieden, dass Klagen wegen eines angeblich fehlenden Krebswarnhinweises auf dem Unkrautvernichter Roundup nicht mehr zulässig sind – ein Urteil, das die Position des Konzerns in der jahrelangen Glyphosat-Klagewelle spürbar stärkt. Die für den 19. August geplante Anhörung zur gerichtlichen Genehmigung des milliardenschweren Sammelvergleichs über 7,25 Milliarden US-Dollar wird nun auf den 10. September verschoben. Bayer und die Klägerseite beantragten die Verschiebung gemeinsam bei einem Gericht in Missouri, um Zeit für die Bearbeitung von Opt-out-Anträgen nach der Supreme-Court-Entscheidung zu gewinnen.

Finanziell bleibt der Rechtsstreit belastend: Der freie Cashflow rutschte im ersten Halbjahr wegen Zahlungen aus Rechtsstreitigkeiten von 2,5 Milliarden Euro auf minus 2,7 Milliarden Euro, nach minus 1,4 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Die Nettofinanzschuld lag bei 33,6 Milliarden Euro. Nach einer Kapitalbeteiligung von Apollo über 3 Milliarden Euro senkte Bayer sein Schuldenziel für das Gesamtjahr auf 29 bis 30 Milliarden Euro. Den Ausblick für 2026 bestätigte der Konzern unverändert.

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Bayer Aktie

50,20 EUR

+ 0,64 EUR +1,29 %
KGV —
KUV 1,06
Sektor Gesundheitswesen
Div.-Rendite 0,22 %
Marktkapitalisierung 49,32 Mrd. EUR
Ø Kursziel 58,22 EUR
ISIN: DE000BAY0017 WKN: BAY001

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