Bayer Aktie: Drei-Jahres-Hoch dank Ruveon
Bayer gliedert US-Glyphosatgeschäft in Ruveon aus und erhält Rückenwind vom Supreme Court. Die Aktie steigt auf den höchsten Stand seit 2023.

Kurz zusammengefasst
- Aktie erreicht höchsten Stand seit 2023
- Glyphosat-Sparte wird eigenständige Tochter Ruveon
- Supreme Court stärkt Bayers Rechtsstrategie
- Deutsche Bank erhöht Kursziel auf 60 Euro
Bayer hat sein US-Geschäft mit dem umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat ausgegliedert — und der Markt honoriert den Schritt kräftig. Die Aktie sprang am Donnerstag um 8,9 Prozent nach oben und kletterte damit erstmals seit Herbst 2023 wieder über die Marke von 50 Euro. Binnen weniger Tage hat sich der Kurs von rund 40 auf über 53 Euro bewegt.
Neue Einheit soll Rechtsrisiken eindämmen
Der Leverkusener Konzern bündelt sein Glyphosat-Geschäft in den USA künftig in der neuen Tochter Ruveon LLC mit Sitz in St. Louis, Missouri. Die Einheit bleibt Teil des Bayer-Konzerns, soll aber eigenständig über Preisgestaltung, Vertrieb, Produktion und Logistik entscheiden — inklusive der Vermarktung der Marke Roundup an US-Agrarkunden. An der Spitze steht künftig Alfonso Alba Ordóñez als Chief Executive Officer, Steve Knodle übernimmt als Executive Vice President das Commercial Business.
Der Schritt ist Teil der Fünf-Jahres-Strategie der Crop-Science-Sparte, mit der Bayer Wachstum, Widerstandsfähigkeit und Profitabilität verbessern will. Die schlankere US-Struktur soll dem Konzern helfen, sich auf Innovationen im Kerngeschäft zu konzentrieren, während Ruveon sich auf den hart umkämpften amerikanischen Glyphosat-Markt fokussiert.
Zusätzlichen Schub gab ein Urteil des US Supreme Court aus der vergangenen Woche: Eine Kennzeichnung von Glyphosat als krebserregend ist demnach nicht erforderlich, weil die US-Umweltbehörde EPA den Wirkstoff als unkritisch einstuft. Marktbeobachter werten das als Signal, dass sich die juristische Grundlage für einen Teil der noch laufenden Klagen aus der Monsanto-Übernahme von 2018 abschwächen könnte.
Deutsche Bank sieht Potenzial bis 60 Euro
Die Deutsche Bank stufte die Aktie im Zuge der Neuigkeiten auf „Kaufen“ hoch und nannte ein Kursziel von 60 Euro. Aus Sicht der Analysten markiert das Supreme-Court-Urteil einen entscheidenden Baustein in Bayers mehrstufiger Strategie, unter die milliardenschwere Glyphosat-Haftung endlich einen Schlussstrich zu ziehen.
Der Kurssprung fiel zudem in einen insgesamt sehr freundlichen Markttag — der DAX markierte am Donnerstag ein neues Rekordhoch. Bayer gehörte dabei zu den auffälligsten Gewinnern im Index.
Für die weitere Kursentwicklung dürfte entscheidend sein, wie schnell Ruveon operative Fortschritte zeigt und ob sich die Klagewelle rund um Glyphosat tatsächlich spürbar abschwächt. Bis Ende 2026 will Bayer laut eigenen Angaben die Rechtsstreit-Risiken über die neue Struktur weiter senken.
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