Bayer Aktie: EBITDA übertrifft um 10 Prozent

Bayer übertrifft im zweiten Quartal die Markterwartungen beim operativen Ergebnis und senkt dank des Verkaufs einer Minderheitsbeteiligung an Apollo seine Schuldenprognose. Analysten reagieren mit angehobenen Kurszielen.

Andreas Sommer ·
Bayer Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Operatives Ergebnis übertrifft Erwartungen
  • Schuldenziel durch Apollo-Verkauf gesenkt
  • Analysten erhöhen Kursziele mehrheitlich
  • Glyphosat-Anhörung auf September verschoben

Bayer hat am Dienstag mit seinen Zahlen zum zweiten Quartal 2026 die Markterwartungen beim operativen Ergebnis übertroffen. Zugleich rückte der Konzern seine Finanzplanung dank eines Anteilsverkaufs an den Finanzinvestor Apollo nach vorne. Die Aktie notiert am Donnerstag bei 49,38 Euro und damit nahezu unverändert zum Vortag, hat seit Jahresbeginn aber bereits 33,42 Prozent zugelegt.

Operatives Geschäft zieht an, Nettoverschuldung sinkt

Der Umsatz stieg währungs- und portfoliobereinigt um 2,2 Prozent auf 10,872 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen verbesserte sich um 1,9 Prozent auf 2,144 Milliarden Euro. Unter dem Strich drehte der Konzern mit einem Ergebnis von 219 Millionen Euro ins Plus, nach einem Verlust von 199 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der freie Cashflow blieb dagegen mit minus 371 Millionen Euro negativ.

Für zusätzlichen Rückenwind sorgte eine strukturelle Maßnahme: Bayer veräußerte eine Minderheitsbeteiligung am Geschäft mit langwirksamen Verhütungsmitteln an Apollo. Der Erlös fließt direkt in die Bilanz ein und senkt die erwartete Nettofinanzverschuldung zum Jahresende auf 29 bis 30 Milliarden Euro – zuvor hatte der Konzern noch mit 32 bis 33 Milliarden Euro gerechnet. Für ein Unternehmen, das seit Jahren unter seiner Schuldenlast aus der Monsanto-Übernahme leidet, ist das ein Signal, das Anleger positiv aufnehmen dürften.

Analysten reagieren mit höheren Kurszielen

Die Zahlen lösten am Mittwoch eine Welle von Kurszielanhebungen aus. Goldman-Sachs-Analyst James Quigley erhöhte sein Kursziel von 62,50 auf 63,50 Euro und bestätigte die Einstufung „Buy“. Er verwies auf die starke Finanzentwicklung und Fortschritte im Pharma-Geschäft. JPMorgan-Analyst Richard Vosser bestätigte seine Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 50,00 Euro.

Auch weitere Häuser zogen nach: UBS hob ihr Kursziel deutlich von 52,00 auf 62,00 Euro an, nachdem das operative Kernergebnis die Konsensschätzungen um 10 Prozent übertroffen hatte, und bestätigte die Kaufempfehlung. Die Deutsche Bank beließ ihre „Buy“-Einstufung bei einem Kursziel von 60,00 Euro und sprach von einem „soliden Quartal“. Die DZ Bank erhöhte ihren fairen Wert von 54,00 auf 60,00 Euro. Einzig Jefferies bleibt zurückhaltend: Das Haus beließ die Einstufung auf „Hold“ und hob das Kursziel nur leicht auf 46,00 Euro an. In der Summe reicht die Zielspanne der Häuser damit von 46 bis 63,50 Euro, bei überwiegend positivem Tenor.

Der Kurs spiegelt diese Einschätzungen bereits teilweise wider: Mit einem Abstand von 8,32 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro, das erst kürzlich erreicht wurde, bewegt sich die Aktie weiterhin in Reichweite ihrer Jahresbestmarke.

Glyphosat-Verfahren bleibt der entscheidende Unsicherheitsfaktor

Trotz der guten operativen Nachrichten richtet sich der Blick der Anleger auf die juristische Front. Die ursprünglich für den 19. August in St. Louis geplante gerichtliche Anhörung zum Glyphosat-Sammelvergleich wurde auf den 10. September verschoben. An diesem Termin soll das Gericht in Missouri über den Vergleich entscheiden. Bis dahin bleibt die Aktie einem latenten Risiko ausgesetzt, das die operative Verbesserung des Konzerns überschatten kann.

Im Kalender stehen zudem ein Investoren-Event der Division Crop Science am 2. September sowie die Ergebnisse zum dritten Quartal am 3. November an. Die Sparte hatte zuletzt mit der Ausweitung ihrer KI-gestützten Schädlingsüberwachungsplattform „MagicTrap 2“ auf 14 weitere europäische Märkte, darunter Großbritannien, für operative Fortschritte gesorgt. Für die kommenden Wochen dürfte jedoch der Ausgang des Glyphosat-Verfahrens die Kursrichtung stärker bestimmen als operative Detailmeldungen aus dem Agrargeschäft.

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Bayer Aktie

49,40 EUR

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KGV 0,00
Sektor Gesundheitswesen
Div.-Rendite 0,23 %
Marktkapitalisierung 46,29 Mrd. EUR
ISIN: DE000BAY0017 WKN: BAY001

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