Der Leverkusener Pharma- und Agrarriese schüttelt seine Fesseln ab. Nach Jahren der juristischen Unsicherheit hat sich die Bayer-Aktie mit einem Kursplus von über 100 Prozent auf Zwölfmonatssicht an die Spitze des DAX gesetzt. Der Auslöser für den jüngsten Optimismus wiegt schwer: Der U.S. Supreme Court greift endlich in das scheinbar endlose Glyphosat-Drama ein und könnte noch vor dem Sommer für finale Klarheit sorgen.
Das Wichtigste in Kürze:
* Performance: Mit 15,75 % Plus seit Jahresbeginn führt Bayer den DAX im Jahr 2026 an.
* Juristischer Meilenstein: Der U.S. Supreme Court prüft den Durnell-Fall; Entscheidung bis Juni erwartet.
* Operative Stärke: Wichtige Studiendaten für Asundexian und Gadoquatrane folgen im Februar und März.
* Technische Lage: Der Kurs konsolidiert aktuell bei 43,98 Euro nach neuem 52-Wochen-Hoch.
Hoffnung auf juristischen Schlussstrich
Der entscheidende Treiber der aktuellen Rally ist die Entscheidung des obersten US-Gerichts vom 16. Januar 2026, den sogenannten Durnell-Fall zur Prüfung anzunehmen. Damit folgt der Supreme Court der Empfehlung der US-Regierung, vertreten durch den Solicitor General, der sich bereits im Dezember für eine Anhörung ausgesprochen hatte.
Kern des Streits ist die Frage der „Preemption“ – also ob US-Bundesrecht (welches Glyphosat durch die EPA als sicher einstuft) die Warnhinweispflichten einzelner Bundesstaaten überlagert. Sollte das Gericht zugunsten von Bayer entscheiden, würde dies den Großteil der verbleibenden Klagen die rechtliche Grundlage entziehen. Ein Urteil wird noch in der laufenden Sitzungsperiode bis Juni 2026 erwartet.
Volatilität trifft auf Kauflaune
Die Reaktion der Anleger auf diese Perspektive war eindeutig. Vom 52-Wochen-Tief bei 19,93 Euro hat sich das Papier mehr als verdoppelt und markierte erst am 27. Januar bei 46,73 Euro einen neuen Höchststand. Aktuell sehen Marktteilnehmer jedoch eine gesunde Verschnaufpause.
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Der Kurs gab zuletzt auf 43,98 Euro nach. Interessant ist hierbei die technische Indikation: Der RSI (Relative Strength Index) notiert bei extrem niedrigen 19,6, was trotz des langfristigen Aufwärtstrends auf eine kurzfristig überverkaufte Situation hindeutet. Die hohe Volatilität von fast 55 Prozent mahnt jedoch weiterhin zur Vorsicht – die Aktie bleibt ein Spielball der Nachrichtenlage.
Pipeline liefert fundamentale Argumente
Abseits des Gerichtssaals arbeitet Bayer an der operativen Wende. Die Abhängigkeit vom Agrargeschäft soll durch Fortschritte in der Pharmasparte ausgeglichen werden. Hier stehen entscheidende Wochen bevor:
- Schlaganfall-Prävention: Vom 4. bis 6. Februar präsentiert der Konzern auf der International Stroke Conference in New Orleans Phase-III-Daten zum Hoffnungsträger Asundexian.
- Diagnostik: Im März folgen auf dem Radiologie-Kongress in Wien Daten zum MRT-Kontrastmittel Gadoquatrane.
- Zulassungserfolg: Das Augenmedikament Eylea 8 mg erhielt bereits Mitte Januar die EU-Zulassung für eine weitere Indikation, was die Marktposition in diesem Segment festigt.
Fazit: Entscheidung im Sommer
Die Weichen für das erste Halbjahr 2026 sind gestellt. Während die kurzfristigen Kursbewegungen von den anstehenden Pharmadaten im Februar und März beeinflusst werden, liegt der absolute Fokus auf dem Juni. Das Grundsatzurteil des Supreme Court besitzt das Potenzial, das Risiko-Profil des Konzerns dauerhaft neu zu bewerten. Bis dahin dürfte die Aktie unter hoher Schwankungsbreite ihren Aufwärtstrend auf die Probe stellen.
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