Bayer Aktie: Gerichtstermin verschoben
Bayer-Aktie fällt nach Verschiebung der Glyphosat-Vergleichsanhörung. Gerichtsstandsfrage bleibt offen, Anleger warten auf Entscheidung im September.

Kurz zusammengefasst
- Kursverlust von 2,1 Prozent
- Anhörung auf September verschoben
- Streit um Gerichtsstand in USA
- Aktie bleibt über 200-Tage-Linie
Ein verschobener Gerichtstermin schickt die Bayer-Aktie auf Talfahrt. Das Papier verliert 2,1 Prozent und fällt auf 48,18 Euro. Grund ist der Streit um den milliardenschweren Glyphosat-Vergleich in den USA.
Ein Gericht in Missouri sollte den Sammelvergleich eigentlich am 19. August endgültig genehmigen. Nun verschiebt sich der Termin auf den 14. September. Der Aufschub selbst ist aber nicht das eigentliche Problem.
Der Streit um den Gerichtsstand
Klägeranwälte wollen das Verfahren nach Kalifornien verlegen. Bayer wehrt sich dagegen und besteht auf Missouri als zuständigem Gericht. Eine Entscheidung darüber steht noch aus.
Für Anleger bedeutet das: Die eigentliche Frage lautet nicht, wann die Anhörung stattfindet. Sie lautet, wo sie stattfindet. Bleibt Missouri zuständig, kann der Vergleich zeitnah rechtlich abgesichert werden. Wandert das Verfahren nach Kalifornien, drohen neue Verzögerungen – und möglicherweise eine veränderte Verhandlungsbasis.
Was für die Aktie spricht
Das fundamentale Bild bleibt trotz des Rücksetzers stabil. Die Aktie notiert weiterhin 18 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Das signalisiert einen intakten langfristigen Aufwärtstrend, unabhängig vom aktuellen Rechtsstreit.
Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 30 Prozent zu Buche, auf Sicht von zwölf Monaten sogar 73 Prozent. Bleibt Missouri der zuständige Gerichtsstand, dürfte sich die Rechtssicherheit für Bayer spürbar verbessern. Das könnte dem Kurs neuen Schub geben.
Was gegen die Aktie spricht
Die wiederholte Verschiebung zeigt: Der Weg zur rechtskräftigen Genehmigung ist komplizierter als erhofft. Setzt sich die Forderung der Klägeranwälte durch, verschiebt sich der Zeitplan für eine Lösung der Roundup-Klagewelle erneut.
Der heutige Kursrückgang deutet darauf hin, dass der Markt dieses Risiko bereits einpreist. Zur Aktie fällt auch der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro auf – elf Prozent liegt der Kurs mittlerweile darunter. Kurzfristig bleiben Ausschläge in beide Richtungen möglich, solange die Zuständigkeitsfrage offen bleibt.
Der nächste Prüfstein
Solange Missouri zuständig bleibt und keine weitere Verzögerung droht, dürfte der Aufwärtstrend die Oberhand behalten. Kippt die Zuständigkeit zugunsten Kaliforniens, rückt die Unsicherheit über die Rechtsrisiken zurück in den Vordergrund – mit entsprechendem Druck auf den Kurs.
Der nächste konkrete Termin ist der 14. September. Dann soll die Anhörung zur Genehmigung des Sammelvergleichs stattfinden. Bis dahin dürfte die Aktie zwischen der Unterstützung am 50-Tage-Durchschnitt und dem Widerstand am 52-Wochen-Hoch schwanken.
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