Bayer Aktie: Goldman Sachs hebt auf 62,50 Euro
Goldman Sachs hebt das Kursziel für Bayer auf 62,50 Euro an und sieht sinkende Risiken im Glyphosat-Rechtsstreit.

Kurz zusammengefasst
- Goldman Sachs erhöht Kursziel auf 62,50 Euro
- Kaufempfehlung bleibt bestehen
- US-Gerichtsurteil entlastet Bayer
- Aktie nahe 52-Wochen-Hoch
Goldman Sachs traut der Bayer-Aktie deutlich mehr zu. Die US-Bank hebt ihr Kursziel kräftig an und bestätigt die Kaufempfehlung. Grund dafür ist eine Rechtsstreitigkeit, die für den Leverkusener Konzern zunehmend an Schrecken verliert.
Die Aktie notiert aktuell bei 51,20 Euro. Das entspricht einem Plus von 0,43 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss von 50,98 Euro.
Goldman Sachs sieht mehr Potenzial
Goldman Sachs hebt das Kursziel für Bayer von 55 auf 62,50 Euro an. Die Einstufung bleibt bei „Buy“. Analyst James Quigley verschiebt seinen Bewertungszeitraum weiter in die Zukunft und reduziert den Abschlag auf das Pharmageschäft.
Zusätzlich senkt er seine Schätzung für die Kapitalkosten. Der Grund: Die Risiken aus den Rechtsstreitigkeiten sinken spürbar. Marktbeobachter verweisen dabei auf eine Umstrukturierung, die Bayer Anfang Juli vollzogen hat. Der Konzern hat sein US-Glyphosat-Geschäft in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert.
Bei den anstehenden Quartalszahlen bleibt Quigley gelassen. Größere Überraschungen erwartet er nicht. Stattdessen richtet sich sein Blick bereits weiter nach vorn: Nach dem Glyphosat-Thema dürfte der Fokus der Anleger zunehmend auf eine mögliche Konzernaufspaltung wandern.
Deutsche Bank zog schon vor
Goldman Sachs steht mit der Aufwertung nicht allein da. Die Deutsche Bank hat bereits vorher reagiert und ihr Kursziel von 45 auf 60 Euro angehoben. Gleichzeitig stuft sie Bayer von „Hold“ auf „Buy“ hoch.
Analystin Virginie Boucher-Ferte begründet den Schritt in ihrer Kaufempfehlung vom Donnerstag ähnlich wie Goldman Sachs. Die Belastung durch die Glyphosat-Streitigkeiten verflüchtige sich langsam. Als Auslöser nennt sie die zuletzt günstige Entscheidung des obersten US-Gerichtshofs.
Der breite Analystenkonsens bleibt trotzdem vorsichtiger. 18 erfasste Analysten kommen im Schnitt auf ein Kursziel von 51,92 Euro. Die Spanne reicht von 40,50 bis 65,00 Euro, der Konsens lautet zwar Outperform, liegt damit aber knapp unterhalb des aktuellen Kursniveaus.
Rechtlicher Meilenstein als Auslöser
Grundlage für die Neubewertung ist ein Urteil des US Supreme Court vom 25. Juni. Bayer hat im milliardenschweren US-Rechtsstreit um mutmaßliche Krebsrisiken seines Unkrautvernichters Glyphosat einen entscheidenden Sieg errungen. Der Supreme Court entschied: Die Zulassungsvorgaben der US-Bundesbehörden haben Vorrang vor dem Recht einzelner Bundesstaaten.
Damit entzogen die Richter Tausenden Klagen wegen angeblich unzureichender Krebs-Warnhinweise die Grundlage. Für den Sammelvergleich in Höhe von rund 7,25 Milliarden US-Dollar steht der nächste wichtige Termin im August an. Richter Boyer vom Missouri Circuit Court setzte den 19. August 2026 als Termin für die finale Genehmigungsanhörung fest.
Aktie nahe Jahreshoch, Indikatoren überhitzt
Der aktuelle Kurs liegt rund 4,94 Prozent unter dem am 3. Juli markierten 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro. Auf Monatssicht steht ein Plus von 43,90 Prozent zu Buche. Seit Jahresbeginn hat die Aktie 34,65 Prozent zugelegt, auf Zwölfmonatssicht sogar 96,51 Prozent.
Diese Dynamik zeigt sich auch in den technischen Kennzahlen. Der RSI auf 14-Tage-Basis notiert bei 75,5 und signalisiert eine überkaufte Marktphase. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 64,33 Prozent und deutet auf erhebliche Kursschwankungen hin.
Bis zur Genehmigungsanhörung am 19. August dürfte der Markt zwischen zwei Polen pendeln: operativer Substanz auf der einen, rechtlichem Restrisiko auf der anderen Seite.
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