Bayer Aktie: Grünenthal kauft Krebsmittel Stivarga
Bayer veräußert Stivarga an Grünenthal, meldet FDA-Erfolge und bleibt wegen des offenen Monsanto-Vergleichs juristisch belastet.

Kurz zusammengefasst
- Grünenthal übernimmt Bayer-Krebsmedikament Stivarga
- Bis zu 375 Millionen Euro vereinbart
- FDA genehmigt Sevabertinib und Finerenon
- Monsanto beantragt Vergleich über 7,25 Milliarden Dollar
Medienberichten zufolge trennt sich Bayer von einem etablierten onkologischen Produkt. Die Grünenthal GmbH vereinbarte heute die Übernahme des Krebsmedikaments Stivarga. Die Transaktion umfasst Zahlungen von bis zu 375 Millionen Euro für den Leverkusener Konzern. An den Märkten kommt der Schritt gut an: Die Bayer-Aktie legt heute um 2,1 Prozent zu und notiert bei 49,04 Euro.
Mit dem Verkauf setzt das Management die angekündigte Verschlankung des Geschäftsmodells fort. Die Veräußerung älterer Produkte setzt liquide Mittel frei und reduziert die operative Komplexität im Tagesgeschäft. Auf diese Weise gewinnt das Unternehmen finanziellen Handlungsspielraum, um sich auf vielversprechendere Therapiegebiete zu konzentrieren.
Fortschritte in der pharmazeutischen Pipeline
Parallel zum Portfoliofeinschliff meldet die Entwicklungsabteilung jüngste Erfolge bei den Zulassungsbehörden. Am 9. September erteilte die US-Behörde FDA der zielgerichteten Therapie Sevabertinib eine beschleunigte Zulassung. Das Präparat wurde als Erstlinienbehandlung für erwachsene Patienten mit HER2-mutiertem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-plattenepithelialem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs freigegeben.
Weitere Unterstützung für das Pharmageschäft gab es am vergangenen Freitag. Die FDA genehmigte Finerenon für eine neue Indikation zur Behandlung von chronischen Nierenerkrankungen bei Patienten mit Typ-1-Diabetes. Derartige Indikationserweiterungen sichern die Marktchancen etablierter Wirkstoffe ab und verbreitern die künftige Basis in chronischen Indikationsfeldern.
Altlasten belasten weiterhin die Bewertung
Den operativen Schritten stehen die seit Jahren schwelenden juristischen Streitigkeiten in den USA gegenüber. Vor gut einer Woche beantragte Bayers Tochtergesellschaft Monsanto bei einem Gericht in Missouri die Genehmigung eines Vergleichsvorschlags in Höhe von 7,25 Milliarden US-Dollar.
Laut der Nachrichtenagentur Reuters zielt diese Einigung darauf ab, rund 65.000 Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken des Pflanzenschutzmittels Roundup beizulegen.
Ob der vorgeschlagene Vergleich endgültig Rechtsfrieden bringt, hängt von der gerichtlichen Bestätigung ab. An der Börse wird jede Bewegung in den Verfahren genau beobachtet.
Trotz der anhaltenden Belastungen durch Rechtsstreitigkeiten verzeichnet die Bayer-Aktie seit Jahresanfang ein Kursplus von 32 Prozent. Der heutige Teilverkauf in der Onkologie signalisiert den Anlegern, dass der Konzern die Bereinigung seiner Strukturen auch abseits der Gerichtssäle vorantreibt.
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