Bayer Aktie: Kursziele klettern kräftig
Nach überzeugenden Q2-Zahlen heben UBS, Goldman Sachs und JPMorgan ihre Bayer-Kursziele an. Analysten sehen eine mögliche Trendwende beim Leverkusener Konzern.

Kurz zusammengefasst
- Drei Großbanken erhöhen Kursziele
- Operatives Ergebnis übertrifft Erwartungen
- Glyphosat-Risiko scheint abzunehmen
- Aktie legt um 3,38 Prozent zu
Drei Großbanken heben binnen weniger Stunden ihre Kursziele für Bayer an – und alle deuten in dieselbe Richtung. Nach den Zahlen zum zweiten Quartal wittern Analysten bei dem Leverkusener Agrarchemie- und Pharmakonzern eine Wende, die weit über ein gutes Quartal hinausgeht.
Starke Zahlen treiben die Neubewertung
UBS hob das Kursziel von 52 auf 62 Euro an und bestätigte die Einstufung „Buy“. Begründung: Das operative Ergebnis im Kerngeschäft übertraf die Konsensschätzung um zehn Prozent. Goldman Sachs zog nach und erhöhte sein Ziel von 62,50 auf 63,50 Euro, ebenfalls mit „Buy“-Rating. JPMorgan liegt mit einer Anhebung von 50 auf 61 Euro in ähnlicher Größenordnung.
Die Kursziele der drei Häuser bewegen sich damit zwischen 61 und 63,50 Euro – ein deutliches Signal, dass sich das Analystenbild nach Jahren der Unsicherheit spürbar aufgehellt hat. Goldman Sachs nennt dabei drei Treiber für den Weg zum Kursziel: ein starkes Pharma-Geschäft, eine vollständige Klärung der Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten und – mittel- bis langfristig – der mögliche Wegfall des Konglomeratsabschlags in einem Aufspaltungsszenario.
Glyphosat bleibt der Knackpunkt
Zur Glyphosat-Causa selbst gab es in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen erwartungsgemäß nichts wirklich Neues. Genau das lässt aufhorchen: Jahrelang lasteten Zehntausende Klagen und milliardenschwere Schadenersatzurteile auf dem Konzern, auch wenn viele Urteile in der Berufung später deutlich reduziert wurden. An der Börse zählte vor allem das schwer kalkulierbare Risiko – nicht die tatsächliche Schadenshöhe.
Genau dieses Risiko scheint sich nun zu verringern. Die Aktie reagierte am Mittwoch mit einem Kurssprung von 3,38 Prozent auf 49,88 Euro. Über die vergangenen zwölf Monate summiert sich der Kursgewinn auf 75 Prozent.
Trotz der jüngsten Rally notiert die Aktie noch immer unterhalb ihres Jahreshochs vom 3. Juli 2026 bei 53,92 Euro. Ob die aktuelle Kursziel-Anhebungswelle ausreicht, um dieses Niveau erneut zu erreichen, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen, wenn weitere Details zur Glyphosat-Beilegung öffentlich werden.
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