Bayer Aktie: LARC-Geschäft geht an Apollo
Bayer erhält 3 Milliarden Euro von Apollo für Minderheitsbeteiligung an LARC-Sparte und stärkt so die Kapitalbasis bei entspannter Rechtslage.

Kurz zusammengefasst
- Apollo investiert 3 Milliarden Euro
- Bayer behält Mehrheit an LARC-Sparte
- Glyphosat-Rechtsrisiken nehmen ab
- Aktie nahe Jahreshoch, aber überkauft
Juli 2026 frisches Eigenkapital in Höhe von 3,0 Milliarden Euro gesichert. Der Finanzinvestor Apollo steigt als Minderheitsgesellschafter in eine neu gegründete Gesellschaft ein, die das Geschäft mit reversiblen Langzeit-Verhütungsmitteln (LARC) bündelt. Der Leverkusener Konzern behält dabei die Mehrheit sowie die operative Kontrolle über das Geschäft. Der Abschluss der Transaktion wird für das dritte Quartal 2026 erwartet und steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden.
Apollo steigt bei Verhütungsmittel-Geschäft ein
Das LARC-Geschäft, das nun teilweise an Apollo geht, erzielte im Jahr 2025 einen Umsatz von knapp 1,4 Milliarden Euro. Für Bayer ist der Deal Teil einer breiteren Strategie, die Kapitalstruktur zu entlasten. Finanzchefin Judith Hartmann begründete den Schritt mit einem erhöhten Liquiditätsbedarf, der aus Anleihefälligkeiten und laufenden Rechtsstreitigkeiten resultiere. Die Transaktion steigere die finanzielle Flexibilität des Konzerns, so Hartmann. Auf Seiten des Investors ordnete Apollo-Partner Jamshid Ehsani den Einstieg in den Rahmen der unternehmenseigenen Plattform „High Grade Capital Solutions“ ein, die genau auf solche Kapitallösungen für Industrieunternehmen zugeschnitten sei.
Der Kapitalbedarf ist bei Bayer nicht abstrakt: Die Nettofinanzverschuldung lag im März 2026 bei 32,5 Milliarden Euro. Vor diesem Hintergrund verschafft die Beteiligung von Apollo dem Konzern zusätzlichen Spielraum, ohne dass Bayer die Kontrolle über das Verhütungsmittel-Geschäft aus der Hand geben muss.
Glyphosat-Streit verliert an Schärfe
Der Kapitalschritt fällt in eine Phase, in der sich die juristische Lage für Bayer merklich entspannt. Im Februar 2026 hatte der Konzern einen Sammelvergleich über 7,25 Milliarden US-Dollar erzielt, der zunächst vorläufig genehmigt wurde. Eine gerichtliche Anhörung dazu ist für den 19. August 2026 angesetzt. Zusätzlich hat der US Supreme Court zugunsten Bayers entschieden: Demnach kann der Konzern nicht mehr wegen angeblich fehlender Krebswarnungen auf seinen Glyphosat-Produkten verklagt werden. Beide Entwicklungen zusammen verringern das über Jahre belastende Rechtsrisiko, das die Bewertung der Aktie maßgeblich gedrückt hatte. Nach Angaben aus dem Marktumfeld haben mehrere Analysten, darunter Deutsche Bank und Goldman Sachs, ihre Kursziele im Zuge der Kapitalzufuhr und der günstigeren Rechtslage angehoben.
Aktie nahe Jahreshoch, aber technisch überhitzt
Am Markt schlägt sich die Gemengelage aus frischem Kapital und geringerem Rechtsrisiko in einer beeindruckenden Kursbilanz nieder. Aktuell notiert die Bayer-Aktie bei 50,14 Euro, nach einem Rückgang von 1,10 Prozent im Tagesverlauf und einem Schlusskurs von 50,70 Euro am Donnerstag. Auf Wochensicht steht ein Minus von 5,47 Prozent zu Buche, während sich der Titel auf Monatssicht um 42,48 Prozent verteuert hat. Seit Jahresbeginn beläuft sich das Plus auf 31,86 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar auf 80,85 Prozent.
Das 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro wurde erst am 3. Juli 2026 markiert, der aktuelle Kurs liegt gut sieben Prozent darunter. Zum 52-Wochen-Tief von 25,09 Euro, notiert am 6. August 2025, beträgt der Abstand dagegen fast 100 Prozent – ein Beleg für die massive Erholung des Papiers binnen eines Jahres. Der Kurs liegt zudem klar über allen gängigen gleitenden Durchschnitten: Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt (40,16 Euro) beträgt 24,85 Prozent, zum 200-Tage-Durchschnitt (37,68 Euro) sogar 33,07 Prozent.
Der Relative-Stärke-Index von 70,2 signalisiert eine überkaufte Situation, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität mit 61,91 Prozent auf erhebliche Kursschwankungen hindeutet. Die Marktkapitalisierung des Konzerns beläuft sich derzeit auf 48,77 Milliarden Euro. Die Kombination aus frischem Eigenkapital, nachlassendem Rechtsrisiko und einer Aktie, die technisch bereits deutlich gelaufen ist, dürfte in den kommenden Wochen bestimmen, ob sich die Rally fortsetzt oder es zu einer Verschnaufpause kommt.
Bayer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Bayer-Analyse vom 10. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Bayer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Bayer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Bayer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...