Bayer Aktie: Perfuse für 300 Millionen übernommen

Bayer treibt mit Perfuse-Übernahme und Asundexian-Zulassung die Pharmapipeline voran, während Schulden und Rechtsrisiken den Kurs belasten.

Redaktion Stock-World ·
Eine Spritze mit der Aufschrift „Perfuse“ neben einem Stapel Euro-Banknoten, die sich auf einer dunklen Oberfläche spiegeln. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Perfuse-Übernahme für 300 Millionen Dollar abgeschlossen
  • EMA prüft Zulassung für Schlaganfall-Medikament Asundexian
  • Nettoverschuldung steigt auf 32,5 Milliarden Euro
  • Aktie notiert knapp unter 50-Tage-Durchschnitt

Wer Bayer betrachtet, sieht meist nur Glyphosat und Schulden. Das ist verständlich. Aber mein Blick auf die jüngsten Pipeline-Daten zeigt ein anderes Bild. Der Leverkusener Konzern liefert plötzlich substanzielle Nachrichten. Die pharmazeutische Basis wächst spürbar.

Zwei Deals, eine Botschaft

Am 17. Juni meldete Bayer den Vollzug. Die Übernahme von Perfuse Therapeutics ist abgeschlossen. Der Konzern zahlte 300 Millionen US-Dollar vorab. Erreicht das Projekt alle Meilensteine, fließen bis zu 2,45 Milliarden US-Dollar.

Damit sichert sich Bayer die vollen Rechte an PER-001. Das Augen-Implantat steckt in der klinischen Phase II. Es zielt auf Glaukom und diabetische Retinopathie ab. Hier besitzt Leverkusen tiefe Expertise.

Wenige Tage zuvor kam ein weiteres Signal aus Brüssel. Die europäische Arzneimittel-Agentur EMA prüft den Zulassungsantrag für Asundexian. Das Mittel soll Schlaganfälle bei Hochrisikopatienten verhindern. In China und den USA genießt das Medikament bereits ein beschleunigtes Verfahren. Bayer liegt damit regulatorisch vor Bristol Myers Squibb.

Mehr als nur Kosmetik

Für mich ist Asundexian keine bloße Pipeline-Ergänzung. Das Medikament sichert das Überleben der Pharmasparte. Der bisherige Bestseller Xarelto verlor nach dem Patentablauf ein Drittel seines Umsatzes. Die Erlöse brachen auf 2,6 Milliarden US-Dollar ein.

Ohne einen starken Nachfolger droht Bayer eine massive Margenlücke. Ein entscheidender Vorteil: Bayer hält für Asundexian die vollen Rechte auf dem US-Markt. Beim Vorgänger teilte das Unternehmen die Gewinne noch mit Partnern.

Die Milliarden-Altlasten

Ein reibungsloser Turnaround? Das ist überzogen. Die Schulden bleiben Bayers größte Schwachstelle. Im ersten Quartal verbrannte der Konzern 2,32 Milliarden Euro. Allein zwei Milliarden Euro flossen in Vergleiche für Glyphosat- und PCB-Klagen.

Die Nettoverschuldung kletterte bis Ende März auf 32,5 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr rechnet das Management mit Rechtskosten von rund fünf Milliarden Euro. Der freie Cashflow bleibt dadurch tief im Minus.

Kein Wunder. Investoren fordern lautstark strukturelle Veränderungen und kritisieren die Gremien. Die Debatte über die Konzernstruktur belastet das Papier.

Diese Unsicherheit spiegelt sich im Kursbild wider. Die Aktie pendelt aktuell um 37,51 Euro. Sie notiert damit knapp unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Auf Jahressicht steht zwar ein sattes Plus von 38 Prozent.

Seit Anfang Januar verliert das Papier jedoch leicht. Das 52-Wochen-Hoch von knapp 50 Euro bleibt weit entfernt. Der Markt erinnert sich schnell daran, wie schnell Euphorie verfliegt.

Mein Fazit: Substanz wächst

Bayer ist für mich kein klassischer Turnaround-Trade. Dafür wiegen die Rechtsrisiken schlicht zu schwer. Aber die Pipeline-Offensive beweist Handlungsfähigkeit. Das Unternehmen ist kein reiner Rechtsstreit-Verwaltungsapparat.

Die Übernahme von Perfuse und die Fortschritte bei Asundexian schaffen echte Substanz. Das stützt die Aktie mittelfristig. Vorausgesetzt, die erdrückenden Rechtskosten fressen diese operativen Erfolge nicht sofort wieder auf.

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Bayer Aktie

50,20 EUR

+ 0,64 EUR +1,29 %
KGV —
KUV 1,06
Sektor Gesundheitswesen
Div.-Rendite 0,22 %
Marktkapitalisierung 49,32 Mrd. EUR
Ø Kursziel 58,22 EUR
ISIN: DE000BAY0017 WKN: BAY001

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