Bayer Aktie: Roundup-Prozess eskaliert?
Ein neuer Roundup-Prozess in Missouri läuft, während die gerichtliche Entscheidung zum 7,25-Milliarden-Dollar-Vergleich noch aussteht.

Kurz zusammengefasst
- Bayer-Aktie fällt auf 43,91 Euro
- Rund 65.000 US-Ansprüche gegen Bayer
- Gericht prüft Vergleich über 7,25 Milliarden Dollar
- Quartalszahlen für den 3. November geplant
Die Aktie von Bayer gibt am heutigen Montag nach und verliert 2,5 Prozent auf 43,91 Euro. Während das Papier damit nur noch knapp über dem 200-Tage-Durchschnitt von 43,13 Euro notiert, rücken die juristischen Auseinandersetzungen in den Vereinigten Staaten erneut in den Mittelpunkt des Marktgeschehens.
Verfahren in Missouri und offener Milliardenvergleich
In Missouri hat ein neuer Prozess um den Unkrautvernichter Roundup begonnen. Drei Klägerinnen werfen der Unternehmenstochter Monsanto unzureichende Produkttests sowie ein fehlerhaftes Produktdesign vor.
Laut Reuters sieht sich der Leverkusener Konzern in den USA mit rund 65.000 offenen Ansprüchen konfrontiert. Das Verfahren gilt als wichtiger Gradmesser dafür, welche Tragweite verbliebene Klagen nach einem vorangegangenen Urteil des US Supreme Court noch entfalten können.
Parallel dazu wartet der Markt auf Klarheit bei den finanziellen Dimensionen der Rechtsrisiken. Bereits am 14. September fand eine Anhörung zu einem vorgeschlagenen Sammelvergleich mit einem Volumen von 7,25 Milliarden US-Dollar statt. Wie Reuters meldete, stand eine gerichtliche Entscheidung über diesen Vergleich zuletzt weiterhin aus.
Die offenen Altlasten aus der Monsanto-Übernahme bleiben damit ein dominierender Unsicherheitsfaktor für Anleger, während der Konzern zugleich die Neuausrichtung vorantreibt; so kündigte das Unternehmen beim Bau eines Pharmaproduktionsstandorts in Ohio zuletzt Investitionen von 2,2 Milliarden US-Dollar an.
Analysten blicken auf das dritte Quartal
Neben den rechtlichen Entwicklungen rückt die operative Geschäftsentwicklung vor den anstehenden Finanzberichten in den Fokus. Am 3. November plant Bayer um 07:30 Uhr MEZ die Vorlage der Ergebnisse für das dritte Quartal 2026.
Zwei Analysehäuser haben sich vorab mit den Aussichten befasst. Am 29. September stufte Analystin Virginie Boucher-Ferte von Deutsche Bank Research die Aktie mit einem Kursziel von 60 Euro auf „Buy“ ein.
Medienberichten zufolge rechnete sie für das dritte Jahresviertel mit einem operativen Umsatzwachstum von 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, prognostizierte beim operativen Ergebnis jedoch ein Minus von 10 Prozent.
Am vergangenen Donnerstag bestätigte Analyst Richard Vosser von JPMorgan seine Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 61 Euro. Seiner Einschätzung nach fielen die frühen Markterwartungen für das dritte Quartal zu hoch aus, was er vor allem auf zeitbedingte Effekte im Agrargeschäft zurückführte.
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