Bayer Aktie: Sunharbo-Chance?

Nubeqa wächst deutlich, während Asundexian Umsatzpotenzial bietet und die endgültige Genehmigung des Roundup-Vergleichs aussteht.

Redaktion Stock-World ·
Moderne pharmazeutische Laborumgebung mit Glasgefäßen als Symbol für Biotechnologie und Arzneimittelentwicklung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Xarelto-Umsatz fällt um 42 Prozent
  • Asundexian in China zugelassen
  • Nubeqa-Umsatz steigt um 64 Prozent
  • Roundup-Vergleich noch nicht endgültig genehmigt

Bayers Fortschritte im Pharmageschäft verbessern die Wachstumsperspektiven, beseitigen aber weder den Druck durch auslaufende Patente noch die Rechtsrisiken. Für Anleger zählt deshalb nicht allein der medizinische Erfolg. Entscheidend ist, wie schnell neue Medikamente wegbrechende Erlöse ersetzen können und welche finanziellen Belastungen daneben bestehen bleiben.

Neue Umsatzträger müssen Patentverluste auffangen

Wie groß die Aufgabe ist, zeigt Xarelto: Im zweiten Quartal 2026 sank der Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 42% auf 374 Mio. €. Generikakonkurrenz setzt das Geschäft unter Druck. Auch bei Eylea belasten auslaufende Patente die Perspektiven.

Asundexian könnte einen Teil dieser Lücke schließen. Die heute gemeldete chinesische Zulassung unter dem Namen Sunharbo eröffnet Bayer eine neue Vermarktungschance bei der Prävention wiederkehrender Schlaganfälle. Sie folgt auf einen früheren Rückschlag: Eine Studie bei Vorhofflimmern hatte Bayer wegen unzureichender Ergebnisse beendet.

Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erwarten Analysten für Asundexian jährliche Umsätze von 1–3 Mrd. €. Bayer rechnet mit Milliardenumsätzen, nennt aber kein eigenes Umsatzziel. Damit bleibt die Größenordnung des künftigen Beitrags eine Erwartung und ist noch kein nachgewiesener Geschäftserfolg.

Für die wirtschaftliche Bedeutung kommt es auch auf weitere Märkte an. Das US-Zulassungsverfahren läuft beschleunigt; eine Entscheidung könnte laut der Zeitung in den kommenden Tagen fallen. Bayer plant die US-Einführung noch 2026. In manchen europäischen Ländern könnte die Einführung dagegen zwei bis drei Jahre dauern.

Nubeqa wächst bereits, die Erweiterung bleibt offen

Anders als Asundexian liefert Nubeqa bereits einen kräftigen Wachstumsbeitrag. Im zweiten Quartal 2026 erreichte der Umsatz 880 Mio. € und lag damit 64% über dem Vorjahresquartal. Das macht das Präparat zu einem wichtigen Baustein beim Ausgleich rückläufiger älterer Produkte.

Die gestern bekannt gewordenen Ergebnisse zu Darolutamid stärken die Aussicht auf einen breiteren Einsatz. Allerdings muss Bayer zwischen einem überzeugenden Studienendpunkt und einer zusätzlichen zugelassenen Anwendung unterscheiden. Für die untersuchte Behandlung liegt noch keine Zulassung vor; weitere regulatorische Schritte sind offen.

In der Zwischenanalyse mit 1.106 Patienten sank das Risiko für Metastasen oder Tod um 58%. Beim Gesamtüberleben zeigte sich dagegen kein statistisch signifikanter Vorteil. Zudem traten schwere Nebenwirkungen unter Darolutamid häufiger auf als in der Vergleichsgruppe.

Diese Einschränkungen begrenzen nicht den gemeldeten Erfolg beim metastasenfreien Überleben. Sie sind aber wesentlich für dessen Einordnung: Zusätzliche Erlöse aus dieser Anwendung sind bislang eine Möglichkeit, keine gesicherte Umsatzquelle.

Rechtsrisiken bleiben Teil der Bewertung

Neben dem Pharmageschäft bleibt die finanzielle Entlastung durch eine Lösung der Roundup-Streitigkeiten entscheidend. Bloomberg zufolge liegt für den vorgeschlagenen Vergleich über bis zu 7,25 Mrd. US-Dollar eine vorläufige gerichtliche Genehmigung vor. Eine endgültige Genehmigung steht noch aus.

Die operative Entwicklung und die juristische Entlastung sind deshalb getrennt zu bewerten. Neue Medikamente können das Geschäft stärken, ersetzen aber keine abschließende Klärung der Rechtsrisiken.

Bayers nächste Geschäftszahlen am 3.11.2026 bieten einen weiteren Prüfpunkt für die wirtschaftliche Entwicklung. Die zentrale Anlegerfrage lautet dabei nicht mehr nur, ob die Pipeline medizinische Fortschritte liefert. Sie lautet, ob daraus schnell genug belastbare Erlöse entstehen, um Patentverluste und finanzielle Belastungen aufzufangen.

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Bayer Aktie

45,77 EUR

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KUV 0,92
Sektor Gesundheitswesen
Div.-Rendite 0,25 %
Marktkapitalisierung 44,97 Mrd. EUR
Ø Kursziel 58,22 EUR
ISIN: DE000BAY0017 WKN: BAY001

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