Bayer Aktie: Supreme Court entscheidet im Juni
Der US-Supreme Court entscheidet im Juni über die Haftung im Glyphosat-Streit. Ein positives Urteil könnte tausende Klagen gegen Bayer hinfällig machen.

Kurz zusammengefasst
- Supreme Court entscheidet über Bayer-Haftung
- Urteil könnte 100.000 Klagen beenden
- Bayer treibt parallel Milliardenvergleich voran
- Aktie reagiert mit Kursgewinnen
Im Juni entscheidet der US-Supreme Court über die Zukunft von Bayer. Der Fall Monsanto v. Durnell könnte den milliardenschweren Glyphosat-Rechtsstreit beenden. Das dürfte spannend werden. Anleger warten nervös auf den erwarteten Richterspruch.
Streit um den Warnhinweis
Konkret klagt der Missouri-Bürger John Durnell. Er erkrankte nach 20 Jahren Roundup-Nutzung an Krebs. Eine Jury sprach ihm 1,25 Millionen Dollar zu. Der Vorwurf lautet: Bayer warnte unzureichend vor den Risiken.
Die Richter klären nun die rechtliche Grundlage. Es geht um die Haftung nach einzelstaatlichem Recht. Die US-Bundesbehörde EPA hatte nämlich keinen Krebs-Warnhinweis vorgeschrieben. Ein Urteil für Bayer würde rund 80 Prozent der noch offenen Klagen hinfällig machen. Das betrifft potenziell bis zu 100.000 Fälle.
Zweigleisige Strategie
Parallel dazu treibt Bayer einen Sammelvergleich voran. Dieser umfasst gut sieben Milliarden Dollar. Er soll aktuelle und künftige Klagen abdecken. Ein Gericht in Missouri genehmigte den Deal bereits vorläufig. Die finale Anhörung folgt im Juli.
Operativ liefert der Konzern solide Zahlen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag im ersten Quartal bei 2,71 Euro. Damit übertraf Bayer die Markterwartungen deutlich. Der Agrarbereich steigerte den Umsatz währungsbereinigt um knapp sieben Prozent. Der Vorstand bestätigte daraufhin die Jahresprognose.
Charttechnik bleibt angespannt
An der Börse reagieren Investoren heute positiv. Die Aktie kletterte um knapp drei Prozent auf 36,16 Euro. Dennoch bleibt das Papier technisch angeschlagen. Der Kurs notiert weiterhin unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 38,18 Euro.
Seit Jahresbeginn steht ein Minus von fast fünf Prozent auf der Anzeigetafel. Die Folge: Ein positives Urteil aus Washington würde den Kurs massiv entlasten. Fällt die Entscheidung negativ aus, rollt die Klagewelle ungebremst weiter. Der Supreme Court verkündet sein Urteil noch vor Ende Juni.
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