Bayer Aktie: Temasek reduziert auf 2,90 Prozent
Staatsfonds Temasek senkt Bayer-Beteiligung unter Meldeschwelle. Analysten sehen Chancen für Glyphosat-Urteil bei 60 Prozent.

Kurz zusammengefasst
- Singapur verringert Stimmrechtsanteil
- Glyphosat-Urteil mit 60% Erfolgschance
- Berenberg und UBS mit Kurszielen
- Asundexian-Zulassung in Prüfung
Bei Bayer häufen sich die widersprüchlichen Signale. Ein Großaktionär zieht sich teilweise zurück. Zeitgleich rechnen Analysten die Chancen für das nahende Gerichtsurteil durch. Die Lage für Investoren wird komplexer.
Singapur taucht ab
Die Regierung von Singapur hat ihren Anteil an Bayer spürbar reduziert. Der Stimmrechtsanteil fiel zum 8. Juni auf 2,90 Prozent. Zuvor lag das Engagement bei 4,17 Prozent. Damit unterschreitet der Staatsfonds Temasek die wichtige Meldeschwelle.
Die Folge: Zukünftige Käufe oder Verkäufe bleiben für den Markt unsichtbar. Konkrete Gründe für den Rückzug nennt die Mitteilung nicht. Temasek betont lediglich die eigene Unabhängigkeit von politischen Entscheidungen.
Münzwurf am Supreme Court
Analysten blicken derweil gebannt auf die USA. Im Juni oder spätestens Anfang Juli fällt das Urteil im wichtigen „Durnell“-Glyphosat-Fall. Die Privatbank Berenberg und die UBS sehen die Chancen für Bayer bei etwa 60 Prozent. Das gleicht fast einem Münzwurf.
Das rechtliche Szenario ist extrem binär. Gewinnt Bayer, sieht Berenberg den Kurs in Richtung 45 Euro steigen. Bei einer Niederlage droht ein Absturz auf rund 30 Euro.
Trotz dieser Risiken hob Berenberg das Kursziel leicht auf 40,50 Euro an. Die UBS bleibt mit einem Ziel von 52 Euro und einer klaren Kaufempfehlung deutlich optimistischer.
Operative Lichtblicke
Abseits der Gerichtssäle liefert das operative Geschäft positive Impulse. Die Europäische Arzneimittelagentur prüft nun offiziell den Zulassungsantrag für das Schlaganfall-Medikament Asundexian. Parallel dazu steigen die Margen in der Pharmasparte. Das federt den auslaufenden Patentschutz wichtiger Medikamente ab.
Am Aktienmarkt reagieren Investoren verhalten. Der Kurs pendelt aktuell bei 36,08 Euro. Damit notiert das Papier exakt auf Höhe des 200-Tage-Durchschnitts. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von gut fünf Prozent auf der Kurstafel.
Auf der neuen Finanzvorständin Judith Hartmann lastet enormer Druck. Sie lenkt seit Anfang Juni die Finanzen und muss zwingend die Schuldenlast senken. Den Takt für die Aktie gibt in den kommenden Wochen jedoch der Supreme Court vor. Fällt das US-Urteil, wird der Markt die Bewertung schlagartig anpassen.
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