Bayer Aktie: UBS bestätigt 62-Euro-Ziel

Bayer stellt neue Crop-Science-Projekte vor, während UBS weiteres Kurspotenzial sieht und die Glyphosat-Anhörung in Missouri näher rückt.

Dr. Robert Sasse ·
Modernes Labor in der Abenddämmerung als Symbol für wissenschaftlichen Fortschritt und pharmazeutische Forschung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Crop-Science-Umsatz steigt um 3,5 Prozent
  • EBITDA der Agrarsparte legt 6,6 Prozent zu
  • UBS bestätigt Kaufempfehlung mit 62-Euro-Ziel
  • Fairness-Anhörung in Missouri am 14. September

Bayer hat am Mittwoch bei einer Investorenveranstaltung zur Sparte Crop Science neue Details zur Forschungspipeline vorgelegt. Der Konzern kombiniert dabei Saatgut- und Pflanzenschutzentwicklung und sieht sich nach eigenen Angaben an der Schwelle zu einer Phase mit mehreren umsatzstarken Produkteinführungen.

Für Anleger ist das die entscheidende Frage: Kann die Agrarsparte, die zuletzt operativ zulegte, künftig auch neue Wachstumsimpulse aus der Pipeline liefern – unabhängig vom Rechtsrisiko rund um Glyphosat?

Crop Science als Wachstumstreiber

Die Agrarsparte hatte im zweiten Quartal ihren Umsatz um 3,5 Prozent auf währungs- und portfoliobereinigter Basis gesteigert, das EBITDA legte um 6,6 Prozent zu. Getragen wurde das Wachstum im Pflanzenschutzgeschäft vor allem von glyphosatbasierten Herbiziden – jenem Wirkstoff, der Bayer parallel seit Jahren in kostspielige US-Rechtsstreitigkeiten verwickelt.

Die nun skizzierte Pipeline aus kombinierten Saatgut- und Pflanzenschutzlösungen soll diese Abhängigkeit von einem einzelnen, juristisch belasteten Produkt langfristig verringern.

Für den Konzern ist das strategisch bedeutsam: Bayer bekräftigte mit den Halbjahreszahlen im August die Jahresprognose 2026, die ein bereinigtes EBITDA zwischen 9,6 und 10,1 Milliarden Euro sowie ein Kernergebnis je Aktie von 4,30 bis 4,90 Euro vorsieht.

Neue Blockbuster aus der Agrarforschung würden diese Basis zusätzlich absichern, gerade weil die Bilanzentlastung durch die im Zuge der Apollo-Vereinbarung gesenkte Nettofinanzverschuldungs-Guidance – nun 29 bis 30 statt zuvor 32 bis 33 Milliarden Euro – finanziellen Spielraum für Investitionen in genau diese Pipeline schafft.

Analysten sehen Aufwärtspotenzial

Die Schweizer Großbank UBS bestätigte am 1. September ihre Kaufempfehlung für Bayer mit einem Kursziel von 62 Euro. Gemessen am jüngsten Schlusskurs von 48,84 Euro am Freitag impliziert das ein deutliches Aufwärtspotenzial – ein Signal dafür, dass Analysten die Kombination aus verbesserter Bilanz und Agrarpipeline positiv bewerten.

Die Aktie hat seit Jahresbeginn bereits um 32 Prozent zugelegt und damit einen der stärksten Jahresverläufe im deutschen Leitindex hingelegt. Zum 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro, erreicht Anfang Juli, fehlen aktuell noch 9,3 Prozent. Der Kurs bewegt sich damit weiterhin in einer Konsolidierungsphase nach der starken Rally der vergangenen Monate, ohne dass die grundsätzliche Aufwärtsbewegung gebrochen wäre.

Rechtsrisiko bleibt im Hintergrund präsent

Trotz der operativen Fortschritte bleibt der Glyphosat-Komplex ein Faktor, den Anleger im Blick behalten. Die für den 14. September angesetzte Fairness-Anhörung zum milliardenschweren Sammelvergleich vor einem Gericht in Missouri steht weiterhin aus, nachdem ein Berufungsgericht die Zuständigkeit dieses Gerichts vor rund zwei Wochen bestätigt hatte.

Ein Erfolg vor dem Supreme Court im Juni hatte Bayer bereits grundsätzlich gestärkt, da die Richter entschieden, dass bundesstaatliche Zulassungsvorgaben Vorrang vor einzelstaatlichem Recht haben.

Für die kommenden Wochen dürfte sich der Fokus der Anleger zwischen zwei Polen bewegen: der juristischen Klärung in Missouri und der Frage, wie schnell sich die am Mittwoch skizzierte Agrarpipeline in tatsächliche Umsätze übersetzen lässt. Die nächste Gelegenheit für eine Standortbestimmung bietet der Quartalsbericht zum dritten Quartal, der für den 3. November angekündigt ist.

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Bayer Aktie

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Sektor Gesundheitswesen
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