Bayer Aktie: USA-Offensive gestartet
Bayer stärkt sein US-Pharmageschäft mit neuer Führung und setzt auf Wachstumsprodukte wie Kerendia, um Patentausfälle zu kompensieren. Die Finanzprognose für 2026 bleibt unverändert.

Kurz zusammengefasst
- Neue Führung für US-Pharmageschäft ab Mai 2026
- Kerendia als Schlüsselprodukt mit starkem Umsatzwachstum
- Ziel: Mittleres einstelliges Wachstum bis 2027
- EBITDA-Prognose für 2026 bestätigt
Bayer richtet sein Pharmageschäft in den USA neu aus — und das mit Nachdruck. Zum 1. Mai 2026 übernimmt Nelson Ambrogio die Führung von Bayer U.S. Pharmaceuticals. Der bisherige Präsident des globalen Radiologiegeschäfts soll die Wachstumsdynamik in Bayers wichtigstem Pharmamarkt beschleunigen.
Kerendia soll Patentlücken schließen
Die strategische Logik dahinter ist klar: Bayer steht vor dem Problem, dass die Patente für zwei wichtige Umsatzträger — den Blutverdünner Xarelto und das Augenmedikament Eylea — absehbar auslaufen. Das Management setzt deshalb auf eine neue Produktgeneration, allen voran das Herzmedikament Kerendia.
Die Zahlen sprechen für sich: Im vierten Quartal 2025 legte Kerendia um fast 93 Prozent auf 264 Millionen Euro zu, der Jahresumsatz erreichte 829 Millionen Euro. Langfristig peilt Bayer Spitzenumsätze von drei Milliarden Euro jährlich an. Zusätzlichen Rückenwind liefert die kürzlich erteilte EU-Zulassung für eine neue Indikation bei Herzinsuffizienz.
Neben Kerendia setzt das Management auf vier weitere Wachstumstreiber: Nubeqa (Prostatakrebs), Lynkuet (nicht-hormonelles Menopausenmanagement) und Asundexian (sekundäre Schlaganfallprävention). Bis 2027 will Bayer zum Wachstum im mittleren einstelligen Bereich zurückkehren, bis 2030 soll die EBITDA-Marge auf rund 30 Prozent steigen.
KI soll Forschung effizienter machen
Ein weiterer Baustein der Strategie ist der gezielte Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Bis 2030 plant Bayer, die Forschungsproduktivität durch proprietäre KI-Tools und externe Partnerschaften um 40 Prozent zu steigern — ein ambitioniertes Ziel, das den Nachschub an neuen Wirkstoffen sichern soll.
Zölle eingepreist, Prognose bestätigt
Auf der makroökonomischen Seite hat Bayer ebenfalls Klarheit geschaffen. Unter dem aktuellen US-EU-Handelsrahmen sind Zölle auf europäische Pharmaprodukte auf 15 Prozent gedeckelt — ein Niveau, das bereits in der Unternehmensplanung berücksichtigt wurde. Die EBITDA-Prognose für 2026 von 9,6 bis 10,1 Milliarden Euro bleibt unverändert.
Die nächste Bewährungsprobe kommt im Mai: Mit den Q1-Zahlen 2026 wird Bayer erstmals offiziell zu den laufenden Glyphosat-Verfahren Stellung nehmen — ein Thema, das Investoren seit Jahren beschäftigt. Hält das operative Momentum, dürfte dieser Kommentar zum eigentlichen Kursimpuls werden.
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