Bayer Aktie: Worauf hoffen?

Bayer meldet für 2025 einen Nettoverlust von 3,62 Mrd. Euro, hauptsächlich getrieben durch US-Klagen. Ein geplantes Milliarden-Vergleichsprogramm für Roundup steht noch aus, der Ausblick für 2026 bleibt vorsichtig.

Redaktion Stock-World ·
Bayer Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Nettoverlust von 3,62 Milliarden Euro für 2025
  • Roundup-Vergleichspaket über bis zu 7,25 Mrd. Dollar geplant
  • Vorsichtiger Ausblick mit negativem erwartetem Cashflow
  • Supreme-Court-Verfahren als potenzieller Wendepunkt

Bayers Geschäft wirkt operativ stabiler – doch die juristische Altlast aus der Monsanto-Übernahme bleibt der große Bremsklotz. Der Geschäftsbericht für 2025 bringt einen Nettoverlust von 3,62 Milliarden Euro, ein milliardenschweres Roundup-Vergleichspaket und einen vorsichtigen Ausblick für 2026. Kann ein Supreme-Court-Verfahren im Frühjahr zum Wendepunkt werden?

Operativ solide – unterm Strich minus 3,6 Milliarden

2025 erzielte Bayer einen Konzernumsatz von 45,575 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA vor Sonderposten sank um 4,5% auf 9,669 Milliarden Euro. Belastend wirkten vor allem negative Währungseffekte von 1,742 Milliarden Euro.

Der entscheidende Punkt steht aber unter dem Strich: Der Nettoverlust weitete sich auf 3,62 Milliarden Euro aus. Hauptgrund sind weiterhin die Glyphosat- und PCB-Klagen in den USA. Immerhin: Bereinigt um Währungseffekte und Portfolioveränderungen ergab sich beim Umsatz ein Plus von 1,1% – die Kerngeschäftszahlen fielen damit etwas besser aus als von Analysten erwartet.

In der Agrarsparte (Crop Science) stiegen die Umsätze währungs- und portfoliobereinigt um 1,1% auf 21,622 Milliarden Euro. Treiber war vor allem das Maisgeschäft (Corn Seed & Traits), das dank starker Produktperformance, größerer Anbaufläche und einer beigelegten Lizenzvereinbarung um 13,2% zulegte.

Bei der Dividende bleibt Bayer defensiv: Für die Hauptversammlung am 24. April 2026 sind erneut 0,11 Euro je Aktie vorgesehen – das Minimalniveau soll Spielraum für Investitionen und Schuldenabbau lassen.

Roundup-Vergleich: Milliardenprogramm – aber noch nicht fix

Am 17. Februar 2026 kündigte Monsanto einen geplanten bundesweiten Sammelvergleich an. Ziel: aktuelle und künftige US-Klagen wegen angeblicher Krebserkrankungen durch Roundup-Exposition in ein langfristiges Entschädigungsprogramm zu überführen. Vorgesehen sind bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar über 21 Jahre – allerdings vorbehaltlich der Genehmigung durch das zuständige Gericht.

Parallel gibt es Widerstand: Eine Koalition aus 14 Kanzleien, die rund 20.000 Kläger vertritt, versucht eine für heute (4. März) angesetzte Anhörung zu blockieren.

Finanziell zieht Bayer die Zügel weiter an. Die Rückstellungen und Verbindlichkeiten für Rechtsstreitigkeiten summieren sich nun auf 11,8 Milliarden Euro, davon 9,6 Milliarden Euro für Glyphosat. Zum 30. September 2025 waren es noch 7,8 Milliarden Euro. Um mögliche Mittelabflüsse abzufedern, sicherte sich Bayer zudem eine Brückenfinanzierung über 8 Milliarden US-Dollar, die später über Anleihen und hybride Wertpapiere refinanziert werden soll.

Ausblick 2026: EBITDA stabil, Cashflow negativ

Für 2026 stellt Bayer ein bereinigtes EBITDA vor Sonderposten von 9,6 bis 10,1 Milliarden Euro in Aussicht (auf Basis durchschnittlicher Wechselkurse von 2025). Das liegt unter den Markterwartungen. Als Belastungsfaktoren nennt der Konzern unter anderem Generikawettbewerb bei einem Blockbuster-Blutverdünner sowie die anhaltende Unsicherheit rund um die Glyphosat-Verfahren.

Besonders aufmerksam dürfte der Markt beim freien Cashflow hinschauen: Bayer erwartet 2026 einen negativen freien Mittelfluss von 1,5 bis 2,5 Milliarden Euro. Die Restrukturierung über das Modell „Dynamic Shared Ownership“ soll gegensteuern; angekündigt sind Einsparungen von 2 Milliarden Euro ab 2026, konkrete Belege dafür bleiben ein zentraler Prüfstein.

An der Börse spiegelt sich die Nervosität wider: In den letzten 7 Tagen verlor die Aktie 12,79% und notiert mit 37,06 Euro zudem klar unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 42,81 Euro. Der sehr niedrige RSI von 19,6 unterstreicht, wie stark der Titel zuletzt unter Druck stand.

Im Kalender steht ein potenzieller Katalysator: Der U.S. Supreme Court will den Roundup-Fall „Durnell“ prüfen; mündliche Verhandlungen sind für Ende April 2026 vorgesehen. Bayer selbst rechnet damit, dass bis Juni ein Urteil erwartet wird – und genau dieses Verfahren könnte die Reichweite künftiger Klagen spürbar begrenzen oder die Unsicherheit verlängern.

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Bayer Aktie

43,84 EUR

+ 0,02 EUR +0,05 %
KGV —
KUV 0,92
Sektor Gesundheitswesen
Div.-Rendite 0,26 %
Marktkapitalisierung 43,07 Mrd. EUR
Ø Kursziel 58,22 EUR
ISIN: DE000BAY0017 WKN: BAY001

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