Bayer Aktie: Zollschutz bestätigt

Bayers US-Chef Guth sieht Jahresziele durch bestehende Handelsabkommen geschützt. Die Hauptrisiken liegen in den anstehenden Glyphosat-Verfahren vor dem Supreme Court.

Redaktion Stock-World ·
Bayer Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Jahresprognose trotz US-Importzöllen bestätigt
  • Handelsabkommen begrenzt Zollbelastung auf 15 Prozent
  • Mündliche Verhandlungen zu Glyphosat im April
  • Dividendenausschüttung Ende April geplant

Bayers US-Pharmachef Sebastian Guth hat am Dienstag klare Signale gesendet: Der Konzern sieht keinen Anlass, seine Jahresprognose wegen der amerikanischen Importzölle auf Arzneimittel anzupassen. Die Begründung ist konkret — und gibt Anlegern zumindest in einem der vielen offenen Kapitel etwas Planungssicherheit.

EU-Abkommen begrenzt Zollbelastung

Der entscheidende Faktor ist ein bestehendes Handelsabkommen zwischen den USA und der EU. Dieses begrenzt die Zölle auf Arzneimittel aus EU-Ländern auf 15 Prozent — auch wenn die USA unter Section 232 grundsätzlich bis zu 100 Prozent auf Markenmedikamente erheben können. Bayer hat diese 15 Prozent nach eigenen Angaben bereits in seine Prognose eingerechnet.

Für 2026 erwartet das Unternehmen ein EBITDA vor Sonderposten von 9,6 bis 10,1 Milliarden Euro sowie einen stabilen Umsatz zwischen 45 und 47 Milliarden Euro auf währungsbereinigter Basis. Daran ändert die aktuelle Zollsituation nichts.

Guth verwies zudem auf ein US-britisches Pharmadeal als mögliches Branchenmodell: Großbritannien sichert sich zollfreien Marktzugang in die USA, verpflichtet sich im Gegenzug, die Arzneimittelausgaben bis 2035 auf 0,6 Prozent des BIP zu steigern. Eine Blaupause, so Guth, für den Umgang wohlhabender Länder mit Preisstrukturen.

Hauptversammlung und Glyphosat im Blick

Für Anleger stehen in den kommenden Wochen mehrere Termine an:

  • 24. April 2026: Virtuelle Hauptversammlung mit Dividendenvorschlag von 0,11 Euro je Aktie für 2025
  • 27. April 2026: Ex-Dividenden-Tag
  • 29. April 2026: Geplante Dividendenzahlung
  • Mai 2026: Quartalsbericht Q1 2026

Der Q1-Bericht wird mit besonderer Spannung erwartet — er gilt als erster offizieller Kommentar des Managements zu den laufenden Glyphosat-Verfahren vor der Urteilsverkündung.

Genau dort liegt das eigentliche Schwergericht. Vor dem US Supreme Court sind für April mündliche Anhörungen angesetzt. Bayers Kernargument: Das Bundesgesetz FIFRA verdrängt staatliche Etikettierungsvorschriften — und würde damit einen Großteil der Klagen hinfällig machen. Die Trump-Administration unterstützt diese Position, was eine Kehrtwende gegenüber der Biden-Regierung darstellt. Seit der Monsanto-Übernahme 2018 hat Bayer bereits mehr als 11 Milliarden US-Dollar für Vergleiche und Urteile aufgewendet. Für 2026 erwartet das Management einen negativen freien Cashflow von rund 5 Milliarden Euro.

Die Zollfront ist also vorerst befriedet. Beim Supreme Court hingegen entscheidet sich, wie teuer das Glyphosat-Erbe noch werden kann — und ob die aktuell rund 40 Euro, zu denen die Aktie notiert, die Risiken angemessen widerspiegeln.

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Bayer Aktie

47,96 EUR

– 1,15 EUR -2,34 %
KGV
KUV 1,06
Sektor Gesundheitswesen
Div.-Rendite 0,22 %
Marktkapitalisierung 47,12 Mrd. EUR
Ø Kursziel 58,22 EUR
ISIN: DE000BAY0017 WKN: BAY001

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