Bayer Aktie: Zulassungsantrag für Kerendia in Japan eingereicht

Bayer beantragt Kerendia-Zulassung in Japan und startet eine Weizenkooperation. Der Glyphosat-Rechtsstreit bleibt zeitlich auf Kurs.

Felix Baarz ·
Moderne Laborumgebung mit medizinischen Glasgeräten als Symbol für pharmazeutische Zulassungsverfahren. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Kerendia-Antrag für Japan eingereicht
  • Zweite japanische Arzneimittelzulassung binnen Tagen
  • Kooperation für europäische Hybridweizen-Sorten
  • Glyphosat-Verfahren bleibt beim Missouri-Gericht

Bayer meldet gleich an zwei Fronten Fortschritte im internationalen Geschäft: Der Konzern hat in Japan die Marktzulassung für Kerendia (Finerenon) bei nicht-diabetisch bedingter chronischer Nierenerkrankung beantragt, gestützt auf positive Phase-3-Daten. Parallel kündigte Bayer eine Kooperation mit dem französischen Saatgutzüchter RAGT an, um Hybridweizen-Sorten für Europa und die USA zu entwickeln.

Die Kerendia-Einreichung folgt kurz nach einer anderen japanischen Zulassung: Das japanische Gesundheitsministerium hatte bereits Hyrnuo (Sevabertinib) für Patienten mit HER2-mutiertem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs freigegeben. Damit sammelt Bayer im Pharmageschäft binnen weniger Tage zwei regulatorische Erfolge im wichtigen japanischen Markt – ein Signal für die Innovationskraft der Sparte, die neben dem Blockbuster-Portfolio zunehmend auf neue Wirkstoffe setzt.

Weizenzüchtung als strategische Antwort auf Ertragsdruck

Die Partnerschaft mit RAGT zielt auf robustere und ertragreichere Weizensorten ab. Für Bayers Agrarsparte, die im zweiten Quartal 2026 mit einem organischen Umsatzwachstum von 2,2 Prozent auf Konzernebene beigetragen hatte, ist die Erschließung neuer Kulturpflanzen-Technologien ein wichtiger Baustein, um die Position im globalen Saatgutgeschäft zu verteidigen.

Der Konzern hatte im zweiten Quartal auf Konzernebene ein bereinigtes EBITDA-Wachstum von 1,9 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro ausgewiesen und die Jahresprognose bestätigt.

Personalwechsel bei Consumer Health längst vollzogen

Zur Consumer-Health-Sparte hatte Bayer bereits im Juni umfassende personelle Veränderungen in der Führungsebene bekanntgegeben, darunter neue globale Leiter für Marketing, Insights & Analytics sowie Commercial Operations und ein neuer Präsident für das US-Geschäft. Diese Umbauten liegen inzwischen mehrere Monate zurück und prägen das operative Geschäft der Sparte bereits seit dem Sommer.

Rechtsstreit bleibt im Hintergrund präsent

Im Glyphosat-Verfahren hatte ein US-Bundesberufungsgericht am Donnerstag den Antrag von Klägern abgewiesen, die Zuständigkeit für den geplanten Sammelvergleich an ein Bundesgericht zu verlagern. Damit bleibt das Verfahren beim Gericht in Missouri, wo die finale Anhörung zur Genehmigung des Vergleichs für den 14. September angesetzt ist. Für Anleger bedeutet dies vor allem: Der Zeitplan bleibt stabil, ein wichtiges Unsicherheitsmoment ist vorerst ausgeräumt.

Kursreaktion bleibt verhalten

Die Aktie schloss am Freitag bei 48,66 Euro, ein Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 1,4 Prozent zu Buche, binnen zwölf Monaten hat sich der Kurs um 74 Prozent verteuert.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 53,86 Euro, erreicht Anfang Juli, ist das Papier derzeit knapp zehn Prozent entfernt – ein Zeichen dafür, dass die jüngsten operativen und regulatorischen Fortschritte den Kurs bislang nicht zu neuen Höhen getrieben haben, der Markt aber auch keine negativen Überraschungen einpreist.

Die Kombination aus Pharma-Zulassungen in Japan, strategischer Agrarforschung und einem stabilisierten Rechtsstreit zeichnet das Bild eines Konzerns, der auf mehreren Ebenen gleichzeitig Fortschritte erzielt – ohne dass eine einzelne Meldung bislang als alleiniger Kurstreiber wirkt.

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Bayer Aktie

48,88 EUR

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KGV
KUV 1,06
Sektor Gesundheitswesen
Div.-Rendite 0,22 %
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ISIN: DE000BAY0017 WKN: BAY001

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