Bayer: Q2-Gewinn je Aktie 0,23 Euro
Bayer erreicht wichtige Studienziele beim Herz-Amyloidose-Tracer und kehrt im zweiten Quartal 2026 operativ in die Gewinnzone zurück.
Kurz zusammengefasst
- REVEAL-Studie erreicht zentrale Prüfziele
- Neuer Tracer zielt auf Herzdiagnostik
- Bayer meldet Quartalsgewinn von 0,23 Euro
- Glyphosat-Anhörung für 14. September terminiert
Bayer meldet einen weiteren Fortschritt in seiner Forschungspipeline abseits des Glyphosat-Streits. Die Phase-III-Studie REVEAL zum Radiotracer Jod-124-Evuzamitid hat ihre primären Endpunkte hinsichtlich Sensitivität und Spezifität erreicht. Der Tracer soll künftig helfen, Herz-Amyloidose zu diagnostizieren – eine Erkrankung, die oft spät erkannt wird und deren frühzeitige Identifikation die Behandlungschancen verbessert.
Zwei Fortschritte an einem Tag
Bereits am Vortag hatte Bayer positive klinische Daten gleich zu zwei Themen vorgelegt: Zum einen zum Herz- und Nierenmedikament Kerendia, dessen Einsatzspektrum sich erweitern soll, zum anderen zu einem neuen PET-Tracer, der ebenfalls auf die Identifikation von Herz-Amyloidose zielt.
Die Häufung von Meldungen aus dem Bereich Kardiologie und Diagnostik unterstreicht, dass Bayer seine Pharmasparte auch jenseits der etablierten Blockbuster-Produkte weiterentwickelt.
Für Anleger ist das relevant, weil sich die Wachstumsstory des Konzerns zunehmend auf mehrere Standbeine stützt, statt allein auf einzelne Präparate. Herz-Amyloidose gilt als Feld mit wachsendem medizinischem Interesse, und ein diagnostisches Werkzeug mit belastbaren Studiendaten kann die Grundlage für spätere Zulassungsverfahren legen.
Operatives Geschäft liefert Stabilisierung
Die Fortschritte in der Pipeline treffen auf ein Unternehmen, das sich auch operativ gefangen hat. Für das zweite Quartal 2026 wies Bayer einen Gewinn je Aktie von 0,23 Euro aus, nach einem Verlust von 0,20 Euro im Vorjahresquartal.
Der Umsatz stieg um 1,24 Prozent auf 10,87 Milliarden Euro. Die Rückkehr in die Gewinnzone signalisiert, dass die operative Basis wieder trägt – ein Kontrapunkt zu den Rechtsrisiken, die den Konzern seit Jahren belasten.
Am Rechtsstreit um Glyphosat hat sich zuletzt wenig verändert: Ein US-Bundesberufungsgericht lehnte am vergangenen Donnerstag den Antrag einer Klägergruppe ab, das Verfahren zum geplanten Sammelvergleich von Missouri nach Kalifornien zu verlegen. Die Zuständigkeit bleibt damit beim ursprünglichen Gericht. Eine gerichtliche Anhörung zur finalen Genehmigung des Vergleichs ist für den 14. September terminiert.
Kurs bewegt sich seitwärts
An der Börse zeigt sich die Aktie zuletzt konsolidierend. Am heutigen Dienstag notiert das Papier bei 48,67 Euro und damit 0,8 Prozent leichter, nach einem Schlusskurs von 49,05 Euro am Montag.
Auf Sicht von zwölf Monaten steht dennoch ein Plus von 74 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn liegt die Aktie 32 Prozent im Plus. Vom 52-Wochen-Hoch bei 53,86 Euro, erreicht Anfang Juli, ist der Kurs derzeit 9,6 Prozent entfernt.
Die kommenden Wochen dürften für Bayer-Anleger von zwei Spuren geprägt sein: der juristischen Entwicklung rund um den Glyphosat-Vergleich mit der Anhörung Mitte September und den weiteren Fortschritten in der Pharma-Pipeline. Die nächste Quartalsmitteilung ist für den 3. November angekündigt und dürfte zeigen, ob sich die operative Stabilisierung fortsetzt.
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