Bayer: Supreme Court entscheidet bis Ende Juni
Bayer erhält Verfahrensklarheit im Glyphosat-Streit, während der Supreme Court über Warnhinweise entscheidet. Die Aktie reagiert positiv auf das Gerichtsurteil.

Kurz zusammengefasst
- Glyphosat-Vergleich bleibt in Missouri
- Supreme-Court-Entscheidung steht bevor
- UBS warnt vor Worst-Case-Szenario
- Augenheilmittel-Übernahme abgeschlossen
Ein US-Bundesrichter hat den geplanten Glyphosat-Vergleich über 7,25 Milliarden Dollar in Missouri belassen. Ein Antrag auf Verlegung nach Kalifornien scheiterte. Für Bayer bringt das Verfahrensklarheit – zumindest vorerst.
Die entscheidende Anhörung zur endgültigen Genehmigung des Vergleichs ist für Juli 2026 angesetzt. Parallel wartet die Branche auf ein Urteil des Obersten US-Gerichtshofs. Im Fall Durnell geht es um die Frage, ob Bundesrecht strengere lokale Warnhinweise auf Glyphosat-Produkten aushebeln kann. Eine Entscheidung wird bis Ende Juni erwartet.
UBS warnt vor Szenario mit Folgen
Die Analysten von UBS bleiben bei „Buy“ mit einem Kursziel von 52 Euro. Allerdings betonen sie: Ein negatives Supreme-Court-Urteil, kombiniert mit möglichen Zuständigkeitsverschiebungen, könnte zur „worst case“-Bewertung für die Aktie führen. Das Risiko ist real – der Ausgang offen.
Milliardendeal für die Augenheilkunde
Bayer hat zeitgleich die Übernahme von Perfuse Therapeutics abgeschlossen. Die Zahlung: 300 Millionen Dollar sofort, bis zu 2,45 Milliarden inklusive Meilensteinzahlungen für Entwicklung, Zulassung und Vermarktung.
Der Deal bringt Bayer die vollen Rechte an PER-001. Das Prüfpräparat befindet sich in Phase-II-Studien. Es wird gegen Glaukom und diabetische Retinopathie entwickelt – Indikationen mit wachsendem Bedarf. Bayer baut damit seine Forschung in der Augenheilkunde aus.
Schwebeverfahren bleibt Belastung
Die Aktie reagierte am 17. Juni positiv auf das Gerichtsurteil. Der Markt bleibt jedoch nervös. Das zeigt: Die Glyphosat-Last hängt weiter über dem Kurs. Der Juli-Termin wird richtungsweisend. Fällt die Entscheidung positiv, könnte der Rechtsstreit für Bayer endgültig abgeschlossen sein. Kommt es anders, drohen neue Verfahrenswellen. Der Ausgang des Durnell-Falls könnte schon in den kommenden Tagen die Richtung vorgeben.
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