BayWa: 2,7 Milliarden Euro Finanzierungslücke
Die BayWa steckt in einer tiefen Finanzkrise mit einer 2,7-Milliarden-Euro-Lücke. Die genossenschaftlichen Eigentümerbanken tragen als Gläubiger und Aktionäre doppelte Verluste, während Sanierungspläne wackeln.

Kurz zusammengefasst
- Finanzierungslücke von 2,7 Milliarden Euro
- Genossenschaftsbanken als Gläubiger und Aktionäre betroffen
- Sanierungsplan erfordert vier Milliarden Euro
- Aktie verliert über acht Prozent an einem Tag
Die bayerischen Genossenschaftsbanken stecken bei BayWa in einer gefährlichen Falle. Sie finanzieren den kriselnden Agrarhandelskonzern als Gläubiger. Parallel dazu tragen sie als größte Aktionäre die Verluste. Nun wächst eine Finanzierungslücke von 2,7 Milliarden Euro zu einem massiven Problem heran.
Aktionäre reagieren am Dienstag nervös. Die BayWa-Aktie bricht um über acht Prozent auf 13,30 Euro ein. Seit Jahresbeginn verlor das Papier damit ein Fünftel seines Wertes.
Doppeltes Risiko für Eigentümer
Die Volks- und Raiffeisenbanken halten über zwei Beteiligungsgesellschaften fast 70 Prozent an BayWa. Als Eigentümer stützen sie den Konzern massiv. In den vergangenen zwei Jahren flossen rund 550 Millionen Euro.
Derweil werten die Institute ihre Kredite ab. Die Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG strich bereits 132 Millionen Euro eines Schuldscheindarlehens aus den Büchern. Weitere Abschreibungen drohen. GVB-Verbandspräsident Stefan Müller schließt sogar einen Totalverlust dieses Papiers nicht aus.
Sanierungsplan wackelt
Das Management braucht dringend Zeit. Der aktuelle Sanierungsplan erfordert vier Milliarden Euro. Davon sind erst 1,3 Milliarden gesichert. Die DZ Bank und die HVB verhandeln aktuell darüber, die Stillhaltevereinbarung bis Oktober zu verlängern.
Der geplante Verkauf der Energiesparte scheiterte. Gekürzte US-Fördermittel ließen die Preise einbrechen. Als Ersatz will BayWa nun die neuseeländische Obsthandelstochter T&G Global abstoßen.
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Ein Minderheitsaktionär blockiert diesen Prozess jedoch. Selbst bei einem Erfolg bringt der Verkauf nur rund 300 Millionen Euro ein. Die Lücke schließt das kaum.
Juristischer Druck wächst
Neben den Finanzproblemen kämpft der Konzern an rechtlichen Fronten. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt gegen frühere Vorstände. Es geht um den Verdacht der Untreue und falsch dargestellte Liquiditätsrisiken. Für die Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
Die Folge: BayWa trennt sich von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers. Diese hatte den Jahresabschluss 2023 uneingeschränkt testiert. Außerdem bereitet eine Anwaltskanzlei erste Schadensersatzklagen für Aktionäre vor.
Für Investoren bleibt die Lage völlig unübersichtlich. Das Unternehmen verschiebt den Konzernabschluss für 2025 auf das vierte Quartal des Folgejahres. Bis dahin fehlt eine belastbare fundamentale Basis.
Der Vorstand senkte das operative Gewinnziel deutlich auf rund 140 Millionen Euro. In den kommenden Jahren plant BayWa den Abbau von 1.300 Stellen. Frühestens Ende 2026 zeigen testierte Zahlen und eine mögliche Bankeneinigung, ob der harte Sanierungskurs greift.
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