BayWa Aktie: 11,79 Prozent Minus auf 12,35 Euro
Der geplante Teilverkauf der Ökostrom-Tochter BayWa r.e. bringt weniger Geld als erwartet, was eine Anpassung des Sanierungsplans erzwingt.

Kurz zusammengefasst
- Aktie verliert knapp zwölf Prozent
- Verkaufserlös für BayWa r.e. sinkt
- Operatives Geschäft übertrifft Planvorgaben
- Schuldenabbau durch Verkäufe vorangekommen
BayWa liefert operativ bessere Werte als der eigene Sanierungsplan verlangt. Trotzdem rutscht die Aktie kräftig ab. Der Grund liegt nicht im laufenden Geschäft, sondern bei BayWa r.e.: Der geplante Teilverkauf der Ökostrom-Tochter dürfte weniger Geld bringen als erhofft.
Die Aktie fällt am Dienstag auf 12,35 Euro und verliert 11,79 Prozent. Seit Jahresanfang liegt der Titel nun 26,27 Prozent hinten.
BayWa r.e. wird zum Knackpunkt
Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz auf 2,3 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte BayWa noch 3,6 Milliarden Euro erzielt. Der Rückgang hat mehrere Ursachen.
Ein Teil hängt mit dem Verkauf von Beteiligungen zusammen. Auch die schwache Baukonjunktur, ungünstige Witterung und der Iran-Krieg drückten das Handelsvolumen. Dazu kam Verunsicherung bei Kunden durch Berichte über BayWa r.e.
Der kritische Punkt: BayWa erwartet aus dem Verkauf von 51 Prozent an BayWa r.e. nicht mehr den früher angepeilten Erlös von 1,7 Milliarden Euro. Vorstandschef Marcus Baur bezeichnete diese Summe als nicht mehr realistisch. Damit muss BayWa den Sanierungsplan anpassen.
Operativ läuft es besser
Finanzvorstand Andreas Rapp meldete ein bereinigtes EBITDA über dem Vorjahreswert. Auch die Vorgaben des Sanierungsplans übertraf BayWa. Das Kerngeschäft hält sich also besser, als der Kurssturz vermuten lässt.
Beim Schuldenabbau kommt der Konzern ebenfalls voran. Verkäufe wie RWA und Cefetra senkten die Schulden um 1,3 Milliarden Euro. Allein Cefetra brachte rund 125 Millionen Euro.
Die Finanzierung bleibt vorerst abgesichert. Eine Stillhaltevereinbarung mit den Banken läuft bis Herbst 2026. Der vollständige Geschäftsbericht für 2025 verzögert sich bis zur finalen Überarbeitung des Plans.
Baader bleibt positiv
Die Baader Bank belässt die Einstufung auf „Buy“ und nennt ein Kursziel von 6 Euro. Analyst Rene Rückert sieht viele Risiken der Umstrukturierung bereits im Kurs verarbeitet. Er verweist aber ausdrücklich auf das extrem hohe Risiko der komplexen Sanierungslage.
Der nächste Fixpunkt ist der überarbeitete Sanierungsplan. BayWa muss die niedrigeren Erwartungen für BayWa r.e. nun in konkrete Verkäufe und Bankzusagen übersetzen. Bis Herbst läuft die Stillhaltevereinbarung; bis dahin zählt jeder Euro aus Desinvestitionen.
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