BayWa Aktie: 2,7 Milliarden Euro Finanzierungslücke
Der angeschlagene Agrarkonzern BayWa bestellt per Gerichtsbeschluss drei neue Aufsichtsräte, während die Finanzierungslücke von vier Milliarden Euro die Existenz bedroht.
Kurz zusammengefasst
- Gericht bestellt drei neue Aufsichtsratsmitglieder
- Milliardenlücke von 2,7 Milliarden Euro
- Banken entscheiden im Herbst über Sanierung
- Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ex-Vorstände
Der Münchner Agrarkonzern BayWa tauscht mitten in der Krise sein Kontrollgremium aus. Ein Gericht hat drei neue Expertinnen in den Aufsichtsrat bestellt. Die eigentliche Macht liegt jedoch woanders. Das Schicksal des Unternehmens hängt an den Kernbanken.
An der Börse spiegelt sich die tiefe Unsicherheit wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 14,45 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf knapp 14 Prozent. Die extrem hohe Volatilität von fast 80 Prozent zeigt die Nervosität der Anleger.
Frischer Wind im Aufsichtsrat
Die gerichtliche Bestellung war zwingend notwendig. Eine Serie von Rücktritten hatte das Kontrollgremium massiv ausgedünnt. Michael Höllerer und Monika Hohlmeier gingen bereits Ende März. Ende Mai folgt Monique Surges.
Nun sollen drei neue Managerinnen Ruhe in das Gremium bringen. Sie steuern Fachwissen aus Agrarwirtschaft, Bau und Handel bei. Aktionäre müssen diese Mandate auf der nächsten Hauptversammlung noch absegnen. Ein Termin dafür steht allerdings in den Sternen. BayWa erwartet den nötigen Konzernabschluss erst im vierten Quartal.
Milliardenlücke und Schrumpfkurs
Die personelle Erneuerung löst das fundamentale Problem nicht. Das Problem: Dem Konzern fehlt Geld. Von den bis 2028 benötigten vier Milliarden Euro sind erst 1,3 Milliarden gesichert. Ohne die Zustimmung von DZ Bank und HVB droht das Aus.
Die Geldhäuser müssen die Stillhaltevereinbarung bis Herbst verlängern. Nur dann behält der Sanierungsplan seine rechtliche Basis. Parallel treibt das Management den operativen Umbau voran. Bis 2027 fallen rund 1.300 Stellen weg.
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Der Konzern schrumpft auf vier Kernfelder. Der Umsatz soll auf etwa zehn Milliarden Euro sinken. Die Jahresprognose für das laufende Jahr hat der Vorstand komplett gestrichen.
Juristische Altlasten wiegen schwer
Neben der Finanznot lastet juristischer Druck auf dem Unternehmen. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen die früheren Chefs. Es geht um den Verdacht der Untreue und falscher Bilanzen. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
Auch für Aktionäre hat die Vergangenheit ein Nachspiel. Die Kanzlei TILP bereitet Schadensersatzklagen vor. Grundlage ist eine Rüge der Finanzaufsicht BaFin. BayWa verschwieg im Lagebericht wesentliche Risiken zu Krediten und Anleihen.
Selbst der Wirtschaftsprüfer PwC steht im Visier der Aufsichtsbehörden. Er hatte den Abschluss ohne Warnhinweise durchgewinkt.
Die Entscheidung fällt im Herbst
Im Mai legt BayWa den Bericht für das erste Quartal vor. Dieser muss erste messbare Erfolge beim Sparen zeigen. Die wahre Entscheidung fällt jedoch im Herbst.
Verlängern die Banken die Stillhaltevereinbarung, bekommt der Umbau eine Chance. Scheitern die Verhandlungen, kippt das gesamte Sanierungskonzept.
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