BayWa Aktie: Drei Entscheidungen nahen

Die BayWa steht vor entscheidenden Verhandlungen mit Banken und Verkäufen, die den Fortgang ihres umfassenden Restrukturierungsplans bestimmen werden.

Felix Baarz ·
BayWa Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Bankenverhandlungen über Stillhaltevereinbarung entscheidend
  • Verkauf der Obsttochter T&G Global läuft
  • Erwartete Zahlungen aus Cefetra-Verkauf fließen ein
  • Gesamter Sanierungsplan steht auf dem Spiel

In der Woche ab dem 14. April läuft für BayWa ein eng getakteter Kalender ab. Drei Vorgänge entscheiden darüber, ob die Sanierung Fahrt aufnimmt — oder ins Stocken gerät.

Cefetra-Zahlung als Verhandlungsmasse

Bis Ende April erwartet der Konzern noch 45 Millionen Euro aus dem Cefetra-Verkauf sowie rund 62 Millionen Euro aus der Rückzahlung von Gesellschafterdarlehen. Für sich genommen sind das buchhalterische Vorgänge — im Kontext der laufenden Bankgespräche aber ist es Liquidität, mit der BayWa gegenüber seinen Kreditgebern argumentieren kann.

Die Entkonsolidierung senkt die Bankverbindlichkeiten um über 600 Millionen Euro. Gemessen am Gesamtziel von vier Milliarden Euro bleibt das ein Teilerfolg: Bislang hat BayWa erst 1,3 Milliarden Euro gesichert.

T&G-Verkauf: Profitabel, aber nicht reibungslos

Parallel läuft der Verkaufsprozess für die neuseeländische Obsttochter T&G Global, an der BayWa 74 Prozent hält. Goldman Sachs wurde im März 2026 mandatiert. T&G vermarktet Apfelmarken wie Envy und Jazz in über 60 Ländern, erzielte 2024 einen Umsatz von 1,3 Milliarden US-Dollar und kehrte mit einem Nettogewinn von 16 Millionen US-Dollar in die Gewinnzone zurück.

Als Interessenten gelten auf Agrar spezialisierte Private-Equity-Gesellschaften wie Roc Partners, Paine Schwartz und Hancock. Der erwartete Erlös liegt bei rund 300 Millionen Euro. Einen Haken gibt es: Minderheitsaktionär Joy Wing Mau Group, der knapp 20 Prozent hält, soll den Prozess erschweren. T&G selbst bestätigte die Goldman-Mandatierung, ließ jedoch offen, ob ein Verkauf tatsächlich vollzogen wird.

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Banken entscheiden über den Sanierungsplan

Das eigentliche Nadelöhr sind die Verhandlungen mit DZ Bank und HVB über eine Verlängerung der Stillhaltevereinbarung bis in den Herbst 2026. Verweigern die Kernbanken ihre Zustimmung, verliert der im Mai 2025 finalisierte StaRUG-Insolvenzplan seine rechtliche Grundlage. Damit stünde das gesamte Restrukturierungsprogramm infrage — inklusive der bis 2028 geplanten Reduktion auf vier Kerngeschäftsfelder, dem Abbau von rund 1.300 Stellen und der Rückführung des Umsatzes auf etwa 10 Milliarden Euro.

Erschwerend kommt hinzu, dass PwC letztmals das Geschäftsjahr 2025 prüft und der testierte Abschluss erst im vierten Quartal 2026 erwartet wird. Eine belastbare fundamentale Bewertung der Aktie bleibt bis dahin kaum möglich. Die Jahresprognose für 2026 hat BayWa bereits gestrichen, das bereinigte EBITDA-Ziel für 2027 auf rund 140 Millionen Euro gesenkt.

Die Aktie notiert mit einem Minus von rund 19 Prozent seit Jahresbeginn und liegt mehr als 21 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Die Bankengespräche der kommenden Woche werden zeigen, ob die Ende April erwartete Cefetra-Zahlung als Argument ausreicht, um die Stillhaltevereinbarung zu sichern — und damit den Zeitplan der Sanierung zu halten.

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BayWa Aktie

12,25 EUR

+ 0,15 EUR +1,24 %
KGV 0,00
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 744,11 Mio. EUR
ISIN: DE0005194005 WKN: 519400

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