BayWa Aktie: Gläubiger am Zug
BayWa veröffentlicht Quartalszahlen mit vollen Abschreibungen auf die Energiesparte. Die Verlängerung der Stillhaltevereinbarung mit Banken ist nun entscheidend für den Restrukturierungserfolg.

Kurz zusammengefasst
- Abschreibungen auf BayWa r.e. belasten Jahreszahlen
- Stillhaltevereinbarung mit Banken muss verlängert werden
- Verkauf von T&G Global als neuer Finanzierungsbaustein
- Ermittlungen der Staatsanwaltschaft belasten Konzern
Die Q4-Zahlen für 2025 liegen vor — und sie offenbaren erstmals das volle Ausmaß der Abschreibungen auf die Energiesparte BayWa r.e. Für den angeschlagenen Agrarhandelskonzern ist dieser Berichtstag mehr als eine Pflichtübung: Die Zahlen bilden die direkte Verhandlungsgrundlage für eine Verlängerung der Stillhaltevereinbarung mit den Gläubigerbanken bis Herbst 2026.
Stimmen die Banken zu, gewinnt BayWa die Zeit, die es für die Umsetzung des überarbeiteten Sanierungskonzepts braucht. Verweigern sie die Verlängerung, fehlt dem Konzern die Grundlage, auf der das gesamte Restrukturierungsprojekt aufgebaut ist.
Energiesparte reißt ein Milliardenloch
Das ursprüngliche Sanierungskonzept kalkulierte mit bis zu 1,7 Milliarden Euro aus dem Verkauf einer 51-prozentigen Beteiligung an BayWa r.e. bis 2028. Diese Rechnung ist hinfällig. Nachdem die USA im Januar 2025 dreistellige Milliarden-Fördermittel für erneuerbare Energien stoppten, brachen die erzielbaren Verkaufspreise massiv ein — und BayWa zog die Jahresprognose für 2026 vollständig zurück.
Als konkreter Ersatz rückt nun die 74-prozentige Beteiligung am neuseeländischen Obsthandelskonzern T&G Global in den Vordergrund. Insider schätzen den möglichen Erlös auf rund 300 Millionen Euro. Gemessen an der Gesamtlücke von 2,7 Milliarden Euro ist das ein bescheidener Beitrag.
Beim Schuldenabbau hat BayWa seit 2025 immerhin 1,3 Milliarden Euro abgebaut — primär durch den Verkauf der Handelstochter Cefetra. Damit ist etwa ein Drittel des bis 2028 anvisierten Entschuldungsziels von vier Milliarden Euro erreicht. Parallel dazu sollen bis 2027 rund 1.300 Stellen wegfallen und 26 Niederlassungen schließen.
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Ermittlungen und Führungswechsel belasten zusätzlich
Die operative Sanierung läuft unter schwierigen Rahmenbedingungen. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt wegen des Verdachts der Untreue gegen ehemalige Führungskräfte, darunter Ex-CEO Marcus Pöllinger. Im Fokus steht der Konzernlagebericht 2023 und die Frage, ob Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken angemessen offengelegt wurden. Auch die BaFin hat den Jahresabschluss 2023 formell beanstandet — konkret wegen nicht ausreichend dargestellter Bedingungen eines Milliardenkredits sowie von Refinanzierungsrisiken für eine 500-Millionen-Euro-Anleihe. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.
Im Aufsichtsrat stehen gleichzeitig mehrere Abgänge an: Michael Höllerer und Monika Hohlmeier scheiden zum 31. März 2026 aus, Monique Surges legt ihr Mandat zum 30. Mai nieder. Neue Mitglieder sollen einem aktualisierten Kompetenzprofil entsprechen, das Fachkenntnisse in Landwirtschaft, Handel und Digitalisierung einschließt.
Mit dem Auslaufen der Stillhaltevereinbarung im Herbst 2026 braucht BayWa ein vollständig tragfähiges Sanierungskonzept — eines, das ohne die ursprünglich eingeplanten Milliarden aus dem Energiegeschäft auskommt. Der T&G-Verkauf ist der nächste konkrete Schritt, löst das Finanzierungsproblem aber allein nicht. Das wissen auch die Gläubigerbanken, die jetzt entscheiden müssen.
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