BayWa Aktie: Hybridanleihe-Hammer?
267 von 268 Finanzierungspartnern billigen die Sanierungsgrundlage; für Hybridgläubiger sind Rückzahlungen von zwei Prozent vorgesehen.

Kurz zusammengefasst
- 99,98 Prozent der Finanzverbindlichkeiten vertreten
- Zustimmung eines Finanzierungspartners steht noch aus
- Hybridgläubigern sind zwei Prozent Rückzahlung zugedacht
- Baumarktschließungen betreffen nicht die BayWa AG
Die Restrukturierung der BayWa AG erfordert weitreichende Einschnitte auf mehreren Ebenen. Während das Unternehmen an seinem Sanierungskonzept arbeitet, herrscht am Kapitalmarkt Klärungsbedarf über den genauen Zuschnitt des Konzerns und die Belastungen der Geldgeber. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie die finanzielle Neuordnung vorankommt und welche Aktivitäten tatsächlich zum operativen Kern gehören.
Breite Zustimmung der Finanzierungspartner
Für das Sanierungskonzept der BayWa AG liegt ein Term Sheet vor, das die Basis für eine angepasste Vereinbarung bildet. Dieser Zwischenschritt stützt sich auf eine breite Basis unter den Gläubigern. Insgesamt 267 von 268 erforderlichen Finanzierungspartnern haben dem Term Sheet zugestimmt.
Diese Institute halten 99,98 Prozent der relevanten Finanzverbindlichkeiten, während die Zustimmung von lediglich einem Partner noch aussteht. Das Papier sieht neben einer Verlängerung des Sanierungszeitraums auch Beiträge der Finanzierungspartner sowie der Großaktionäre vor.
Damit rückt der formelle Abschluss der Vereinbarung näher. Für das Management ist diese Einigung eine grundlegende Voraussetzung zur Stabilisierung. Ohne den koordinierten Schulterschluss der Banken und Großaktionäre wäre eine Fortführung der Sanierungsbemühungen kaum denkbar.
Drastischer Schnitt für Hybridgläubiger
Härter trifft das Sanierungskonzept die Gläubiger nachrangiger Verbindlichkeiten. Bei der Restrukturierung der 100 Millionen Euro schweren Hybridanleihe müssen die Investoren erhebliche Einbußen hinnehmen. Nach den Planungen sollen die Zeichner lediglich 2 Prozent ihres eingesetzten Kapitals zurückerhalten.
Zudem ist vorgesehen, dass die Gläubiger den Nominalbetrag nahezu vollständig sowie aufgelaufene Zinsansprüche vollständig aufgeben. Die Einbindung dieser Papiere verdeutlicht den hohen Sanierungsbedarf des Unternehmens.
Zugleich sorgt diese Maßnahme für eine spürbare Entlastung der künftigen Zinslast. Der drastische Kapitalschnitt zeigt jedoch auch, mit welchen Risiken nachrangige Engagements in Krisenzeiten behaftet sind.
Keine Verbindung zur Baumarktkette
Für Verwirrung bei Anlegern sorgten vor rund einem Monat Berichte über die Liquidation einer Baumarktkette. Medienberichten zufolge schließen zahlreiche BayWa-Bau- und Gartenmärkte in Franken sowie ein Hellweg-Markt in Bad Kissingen bis Ende November 2026, der Räumungsverkauf wurde bereits gestartet. Diese Entwicklung steht jedoch in keinem organisatorischen Zusammenhang mit dem börsennotierten Konzern.
Die BayWa Bau- & Gartenmärkte GmbH & Co. KG ist keine Tochter der börsennotierten BayWa AG. Die BayWa AG hat ihr Baumarktgeschäft 2011 und 2012 an den Eigentümer der Hellweg-Gruppe verkauft, wobei der Betriebsübergang im Januar 2012 erfolgte.
Die Kette führt den Namen seither lediglich auf Lizenzbasis. Die Hellweg-Gruppe ist ein eigenständiges Familienunternehmen der Familie Semer. Filialschließungen oder Insolvenzen dieser Kette stellen daher keine Konzernmaßnahmen der BayWa AG dar.
Notierung an der Börse
An den Finanzmärkten spiegelt sich die Gesamtlage im Bewertungsniveau wider. Am Freitag legte der Kurs der BayWa-Aktie um 1,7 Prozent zu und ging bei 8,44 Euro aus dem Handel. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens liegt damit bei 824,72 Millionen Euro. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob die verbleibende formelle Hürde bei der Sanierungsvereinbarung zeitnah genommen werden kann.
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