BayWa Aktie: Hybridanleihe-Verzicht!
Fast alle Finanzierungspartner und beide Großaktionäre tragen den Sanierungsentwurf mit; seine Umsetzung hängt noch von formellen Zustimmungen ab.

Kurz zusammengefasst
- 99,98 Prozent der Verbindlichkeiten vertreten
- Eine von 268 Parteien fehlt noch
- Sanierungsfrist soll zwei Jahre länger dauern
- Hybridanleihe-Verzicht ist vorgesehen
Einigung auf Sanierungs-Term-Sheet steht
Mitte September erzielte die BayWa AG eine Grundsatzeinigung über ein Term Sheet für eine angepasste Sanierungsvereinbarung. Getragen wird der Entwurf von fast allen erforderlichen Finanzierungspartnern, die zusammen rund 99,98 Prozent der erfassten Finanzverbindlichkeiten auf sich vereinen. Lediglich eine einzige der insgesamt 268 beteiligten Parteien fehlt noch in den Reihen der Unterstützer.
Auch die beiden Großaktionäre, die Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG sowie die Raiffeisen Agrar Invest AG, haben dem erarbeiteten Konzept bereits zugestimmt. Für das Unternehmen markiert dieser Schritt eine wesentliche Wegmarke, um nach den Verwerfungen der vergangenen Monate wieder finanzielle Stabilität zu gewinnen.
Zustimmung der Gremien entscheidet über Umsetzung
Trotz der hohen Zustimmungsquote ist die Restrukturierung rechtlich noch nicht in trockenen Tüchern. Der ausschlaggebende Punkt für den Erfolg des Vorhabens liegt nun in den Beschlüssen der zuständigen Gremien und Partner.
Medienberichten zufolge sieht das ausgehandelte Modell vor, den Sanierungszeitraum um zwei Jahre zu verlängern. Damit diese Fristverlängerung wirksam werden kann, müssen die internen Aufsichts- und Entscheidungsorgane aller beteiligten Institute dem Term Sheet formell beitreten. Bis diese Unterschriften vorliegen, bleibt die gesamte Vereinbarung unter Vorbehalt.
Entlastung durch massiven Anleiheverzicht möglich
Sollte die vertragliche Umsetzung gelingen, verschafft sich der Konzern spürbare bilanzielle Entlastung. Neben der Laufzeitverlängerung sieht der Plan eine grundlegende Restrukturierung der Hybridanleihe vor.
Die Gläubiger dieser Papiere sollen nahezu vollständig auf ihren Nominalbetrag verzichten, während aufgelaufene Zinsansprüche komplett entfallen. Dieser drastische Schuldenschnitt würde den laufenden Zinsaufwand der BayWa AG schlagartig verringern und dem Konzern dringend benötigte Luft zur operativen Neuausrichtung verschaffen. An der Börse reagierten die Marktteilnehmer mit einer leichten Erholung, am Freitag ging die Aktie bei 8,44 Euro ins Wochenende.
Scheitern der finalen Unterschriften bleibt Hauptgefahr
Dem Erholungsszenario stehen handfeste Risiken gegenüber. Sollten einzelne Gremien oder Banken dem Term Sheet nicht zustimmen oder Nachbesserungen fordern, droht die Sanierung zu scheitern.
Zudem verdeutlicht der vorgesehene Verzicht auf das Hybridkapital den immensen Ernst der Lage: Müssen Fremdkapitalgeber bereits derart herbe Verluste hinnehmen, bleibt auch die Position der Aktionäre fragil. Sollte die erhoffte Sanierungsfrist von zwei Jahren nicht ausreichen, um die operative Ertragskraft wiederherzustellen, drohen den Anteilseignern weitere Belastungen.
Formelle Beschlüsse markieren den nächsten Schritt
Für investierte Anleger teilt sich die Zukunft in zwei klar umrissene Pfade. Solange die Gremien dem Term Sheet ohne fundamentale Änderungen zustimmen, bleibt der Weg für eine Stabilisierung frei.
Kippt die Unterstützung bei den Finanzierungspartnern oder verweigern wichtige Organe ihre finale Freigabe, dann gerät das Sanierungskonzept umgehend ins Wanken. Der nächste konkrete Katalysator für die Aktie ist der formelle Beschluss der zuständigen Gremien und Finanzierungspartner über das ausgehandelte Term Sheet.
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