BayWa Aktie: Potenzial zum Konflikt?

Die Zukunft des BayWa-Konzerns hängt an der Verlängerung einer Stillhaltevereinbarung mit den Banken. Der Erfolg des Sanierungsplans ist ungewiss, während Verkäufe und rechtliche Risiken den Prozess prägen.

Dieter Jaworski ·
BayWa Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Stillhaltevereinbarung ist entscheidend für Sanierungsplan
  • Verkaufserlöse sollen Verhandlungsposition stärken
  • Rechtliche Ermittlungen gegen frühere Vorstände
  • Hohe Volatilität spiegelt Sanierungsrisiken wider

Vier Milliarden Euro Schuldenabbau bis 2028 — davon hat BayWa bislang 1,3 Milliarden gesichert. Die Lücke ist groß. Und die Zeit wird knapper.

Eigentümer, die auch Gläubiger sind

Das Grundproblem ist strukturell: Die bayerischen Genossenschaftsbanken halten BayWa-Aktien und haben dem Konzern gleichzeitig Milliarden geliehen. Sie tragen das Sanierungsrisiko auf beiden Seiten der Bilanz.

Im Jahresabschluss 2024 schrieben die Institute bereits 60 Prozent eines Schuldscheindarlehens über 220 Millionen Euro ab. Das sind 132 Millionen Euro Verlust auf einen Schlag. Genossenschaftsverbands-Präsident Stefan Müller räumte ein, dass weitere Wertberichtigungen empfohlen worden seien. Im schlimmsten Fall droht eine Komplettabschreibung weiterer Schuldscheine in dreistelliger Millionenhöhe.

Das Schlüsselereignis der nächsten Wochen

Alles hängt an der Stillhaltevereinbarung. Verlängern DZ Bank und HVB sie nicht bis Herbst 2026, verliert der im Mai 2025 finalisierte StaRUG-Sanierungsplan seine rechtliche Grundlage.

Noch im April erwartet BayWa 45 Millionen Euro aus dem Verkauf der Cefetra-Einheit. Hinzu kommen rund 62 Millionen Euro aus der Rückzahlung von Gesellschafterdarlehen. Der Cefetra-Abgang soll die Bankverbindlichkeiten der Gruppe um mehr als 600 Millionen Euro senken — und die Verhandlungsposition gegenüber den Gläubigern stärken.

Fließt das Geld pünktlich, steigt der Druck auf die Banken, die Vereinbarung zu verlängern. Verweigern sie es trotzdem, scheitert das aktuelle Konzept.

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T&G-Verkauf und die verbleibende Lücke

Goldman Sachs sucht seit März einen Käufer für BayWas rund 74-prozentige Beteiligung am neuseeländischen Obstproduzenten T&G Global. Der Konzern vermarktet Apfelmarken wie Envy und Jazz in mehr als 60 Ländern und erzielte 2024 einen Umsatz von 1,3 Milliarden US-Dollar. Der erwartete Erlös liegt bei rund 300 Millionen Euro. Kompliziert wird der Prozess durch den Hongkonger Minderheitsaktionär Joy Wing Mau Group mit knapp 20 Prozent.

Der geplante Teilverkauf der Solarsparte BayWa r.e. ist faktisch gescheitert. Der Wegfall US-amerikanischer Fördermittel Anfang 2025 drückte die erzielbaren Preise zu stark. Statt 230 Millionen Euro EBITDA im Jahr 2028 rechnet BayWa nun erst für 2030 mit 150 Millionen Euro.

Juristische Risiken und Informationslücke

Obendrein ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft gegen frühere Vorstände wegen mutmaßlicher Untreue. BaFin und die Abschlussprüferaufsicht Apas führen eigene Verfahren. Der Aufsichtsrat hat die Schwelle für zustimmungspflichtige Geschäfte von 200 auf 50 Millionen Euro gesenkt.

Der Konzernabschluss 2025 erscheint wegen ausstehender Neubewertungen erst im vierten Quartal 2026. Prüfer PwC gibt das Mandat danach ab. Monatelang fehlen also testierte Zahlen als Grundlage für jede Bewertung.

Die Aktie notiert bei 13,40 Euro — rund 26 Prozent unter dem Niveau vor einem Jahr. Die annualisierte Volatilität liegt bei fast 50 Prozent. Das spiegelt wider, was der Sanierungsfall BayWa im Kern ist: ein Prozess mit vielen Abhängigkeiten und wenig Sicherheiten.

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BayWa Aktie

14,45 EUR

KGV 0,00
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 837,12 Mio. EUR
ISIN: DE0005194005 WKN: 519400

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