BayWa Aktie: Quartalsmitteilung am 26. Mai entscheidend

BayWa beruft drei neue Aufsichtsräte, doch die finanzielle Schieflage und der geplante Verkauf der Obsttochter T&G bleiben die zentralen Herausforderungen.

Dr. Robert Sasse ·
BayWa Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Drei neue Aufsichtsratsmitglieder bestellt
  • Kontrollschwelle für Vorstand auf 50 Millionen gesenkt
  • Quartalszahlen am 26. Mai als wichtiger Stimmungstest
  • Verkauf von T&G Global für Herbst essenziell

BayWa bekommt frisches Kontrollpersonal — und trotzdem bleibt die Lage ernst. Ein Gericht hat drei Expertinnen in den Aufsichtsrat berufen. Die eigentlichen Probleme lassen sich damit nicht wegdelegieren.

Schärfere Kontrolle, neue Gesichter

Dr. Ines Kapphan, Solveig Menard-Galli und Christine Rittner-Koch übernehmen die Aufsichtsratsmandate. Die Aktionäre sollen die Berufungen auf der Hauptversammlung 2026 bestätigen. Ab 2028 wählt die Kapitalseite ihre Vertreter jährlich in Teilgruppen — die Amtszeiten sinken von fünf auf vier Jahre.

Konkret ändert sich auch die Zustimmungsschwelle für Vorstandsgeschäfte. Bisher brauchte der Aufsichtsrat erst ab 200 Millionen Euro sein Einverständnis. Künftig gilt das bereits ab 50 Millionen Euro. Mehr Kontrolle, ja. Aber kein Ausweg aus der Finanzkrise.

Am 26. Mai zeigt sich der erste Puls

Der Jahresabschluss für 2025 verschiebt sich ins vierte Quartal 2026. Der nächste Termin ist die Quartalsmitteilung am 26. Mai — also in zwei Tagen. Vorständin Marlen Wienert meldet, die Liquidität habe den höchsten Stand seit Krisenbeginn erreicht. Ob sich das in den operativen Kennzahlen zeigt, bestimmt den Ton für die Bankengespräche im Herbst.

Die Aktie notiert aktuell bei 12,95 Euro — rund 40 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 21,50 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast ein Viertel seines Werts verloren.

T&G-Verkauf: Viel Hoffnung, viele Hürden

Goldman Sachs sucht seit März 2026 nach einem Käufer für die neuseeländische Obsttochter T&G Global. BayWa hält 74 Prozent daran. T&G erzielte 2024 einen Umsatz von 1,3 Milliarden US-Dollar und kehrte mit einem Nettogewinn von 16 Millionen US-Dollar in die Gewinnzone zurück. Der erwartete Erlös liegt bei rund 300 Millionen Euro.

Im Gespräch sind auf Landwirtschaft spezialisierte Private-Equity-Häuser wie Roc Partners, Paine Schwartz und Hancock. Erschwerend hält die Hongkonger Joy Wing Mau Group knapp 20 Prozent an T&G — das erschwert eine Mehrheitsübernahme. Vom Gesamtziel von vier Milliarden Euro bis 2028 hat BayWa bislang erst 1,3 Milliarden Euro gesichert.

Drei Bedingungen, kein Spielraum

Bis Herbst 2026 braucht BayWa drei Dinge: den testierten Jahresabschluss, die Zustimmung der Banken und den T&G-Verkauf. DZ Bank sowie UniCredit/HVB müssen dem Aufschub zustimmen. Ohne diese Zustimmung verliert der im Mai 2025 finalisierte StaRUG-Plan seine rechtliche Basis. Fällt auch nur eine dieser drei Bedingungen weg, bricht der gesamte Umbau zusammen.

Obendrein ermittelt die Staatsanwaltschaft München I gegen die früheren Vorstandschefs Klaus Josef Lutz und Marcus Pöllinger — wegen des Verdachts auf Untreue und falscher Darstellung im Jahresabschluss 2023. Die Prüferaufsichtsstelle Apas prüft zudem PricewaterhouseCoopers, das für 2023 ein uneingeschränktes Testat erteilt hatte. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

Eine Prognose für 2026 gibt es nicht. Das bereinigte EBITDA-Ziel für 2027 liegt bei rund 140 Millionen Euro. Bis Ende 2028 will BayWa den Konzern auf vier Kerngeschäftsfelder konzentrieren, rund 1.300 Stellen abbauen und den Umsatz auf etwa 10 Milliarden Euro zurückführen. Die Quartalsmitteilung am Montag ist der erste Hinweis, ob dieser Plan noch trägt.

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BayWa Aktie

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Sektor Industrieunternehmen
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ISIN: DE0005194005 WKN: 519400

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