BayWa Aktie: Sanierung im Fokus

Der Verkauf der Tochter Cefetra soll BayWas Bilanz um über 600 Millionen Euro entlasten. Der Konzern durchläuft eine tiefgreifende Restrukturierung nach dem Rücktritt des CEO und Ermittlungen gegen früheres Management.

Kurz zusammengefasst:
  • CEO Frank Hiller trat nach zehn Monaten überraschend zurück
  • Staatsanwaltschaft ermittelt gegen früheren Vorstandschef Lutz
  • Cefetra-Verkauf soll Bankverbindlichkeiten massiv reduzieren
  • Restrukturierung sieht radikalen Personalabbau bis 2028 vor

Bei BayWa hängt im Januar vieles in der Luft. Nach dem abrupten Rücktritt von CEO Frank Hiller und neuen Ermittlungen gegen früheres Management richtet sich der Blick der Anleger auf einen Punkt: den Verkauf der niederländischen Tochter Cefetra als zentralen Sanierungshebel. Denn an dieser Transaktion hängt nicht nur frisches Geld, sondern vor allem eine deutliche Entlastung der Bilanz.

Die wichtigsten Fakten kurz:
– CEO-Rücktritt: Frank Hiller trat mit sofortiger Wirkung zurück
– Ermittlungen: Durchsuchungen im Umfeld des früheren Vorstandschefs Klaus Josef Lutz
– Cefetra-Deal: Kaufvertrag über rund 125 Mio. Euro plus Rückführung von Darlehen
– Bilanz-Effekt: Bankverbindlichkeiten sollen durch Entkonsolidierung um über 600 Mio. Euro sinken
– Nächster Termin: Jahresabschluss 2025 voraussichtlich Ende März

BayWa

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Führung und Ermittlungen belasten

Am 9. Januar legte Frank Hiller sein Amt nach nur zehn Monaten nieder. Reuters zufolge sollen Differenzen mit den Hauptaktionären über die künftige Kommunikationsstrategie vorausgegangen sein. Ein Nachfolger steht bislang nicht fest; die verbliebenen Vorstände übernehmen die Aufgaben interimistisch.

Der Rücktritt ist zudem kein Einzelfall. Es ist bereits der dritte vorzeitige Abgang an der Konzernspitze innerhalb kurzer Zeit – auch Hillers Vorgänger Marcus Pöllinger sowie der langjährige Vorstandschef Klaus Josef Lutz gingen früher als geplant.

Noch schwerer wiegt die Entwicklung vom 15. Januar: Die Staatsanwaltschaft München durchsuchte Privaträume von Klaus Josef Lutz und weiterer Beschuldigter. Hintergrund ist ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit dem Konzernlagebericht 2023, wie der Bayerische Rundfunk berichtete. Der Verdacht zielt darauf, dass die Lage möglicherweise zu positiv dargestellt wurde – obwohl die existenzielle Krise 2024 „überraschend“ ausbrach. Zusätzlich prüft die BaFin den damaligen Jahresabschluss auf mögliche Verstöße gegen Rechnungslegungsvorschriften.

Cefetra-Verkauf: Der zentrale Hebel

Kann der Cefetra-Verkauf die Sanierung spürbar voranbringen? Im Kern geht es weniger um den Kaufpreis allein, sondern um den Effekt auf die Verschuldung.

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Ende Dezember 2025 unterschrieb BayWa einen Kaufvertrag über rund 125 Millionen Euro mit einem Investorenkonsortium. Zusätzlich werden laut Angaben etwa 62 Millionen Euro durch die Rückführung von Darlehen erwartet. Der entscheidende Punkt für die Bilanz: Durch die Entkonsolidierung der Tochter würden die Bankverbindlichkeiten des Konzerns um über 600 Millionen Euro sinken.

Der Vollzug wird im ersten Quartal erwartet. Ein früherer Verkaufsversuch im Herbst 2025 scheiterte noch an der Finanzierung des Käufers – diesmal liegt bereits ein unterzeichneter Vertrag vor.

Restrukturierung bis 2028: Schulden runter, Konzern kleiner

Der Cefetra-Deal ist Teil des umfassenden Restrukturierungsplans nach dem StaRUG-Verfahren, dem die Gläubiger im Mai 2025 zugestimmt hatten. Das Programm ist klar auf Schrumpfen und Entschuldung ausgerichtet: Die Bankverbindlichkeiten sollen bis Ende 2028 von ursprünglich 5,4 Milliarden Euro auf etwa 1,3 Milliarden Euro sinken.

Dazu gehört auch ein massiver Einschnitt beim Personal: Die Mitarbeiterzahl soll von über 23.000 auf rund 8.000 sinken. Außerdem sollen zwei Drittel der Geschäftsaktivitäten veräußert werden.

Ende März wird BayWa voraussichtlich den Jahresabschluss 2025 vorlegen – und damit ein wichtiges Update liefern, wie weit Sanierung und Umbau operativ bereits getragen werden.

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