Der Verkauf der Handelstochter Cefetra bringt BayWa spürbar Luft beim Schuldenabbau. Doch ausgerechnet der zentrale Baustein der Sanierung – die Energiesparte BayWa r.e. – verfehlt ihre Ziele und dürfte weniger Erlös bringen als geplant. Dazu kommt ein Umbau an der Konzernspitze, während der nächste wichtige Termin erst noch bevorsteht: die Quartalszahlen Ende März.
Cefetra-Verkauf entlastet – aber nur ein Teil reicht
Mit dem abgeschlossenen Verkauf der Cefetra Group B.V. an ein Investorenkonsortium fließen BayWa 125 Millionen Euro zu. Der größere Hebel liegt in der Bilanz: Durch die Entkonsolidierung sinken die Bankverbindlichkeiten um mehr als 600 Millionen Euro.
In Summe hat der Konzern seit 2025 seine Schuldenlast damit um rund 1,3 Milliarden Euro reduziert. Das ist ein klarer Fortschritt – gemessen am Ziel bis 2028 aber nur ein Teilstück: BayWa will insgesamt 4 Milliarden Euro entschulden.
BayWa r.e. verfehlt Ziele – Erlösplanung unter Druck
Die verbleibende Lücke sollte eigentlich über den Verkauf von Mehrheitsanteilen an der BayWa r.e. geschlossen werden. Im Sanierungskonzept waren dafür rund 2 Milliarden Euro eingeplant. Genau dieser Punkt gerät nun ins Rutschen.
Bereits Anfang Februar meldete BayWa per Ad-hoc-Mitteilung „wesentliche Abweichungen“ bei der Geschäftsplanung der BayWa r.e. als Folge spürbarer Marktveränderungen bei erneuerbaren Energien in den USA und Europa. Die Konsequenz: Die geplanten Gesamterlöse aus dem bis Ende 2028 vorgesehenen Verkauf der Beteiligung sinken. Kann BayWa das Entschuldungsziel bis 2028 damit noch wie geplant erreichen? Der Konzern stellt zumindest klar, dass die bisherige Erlöserwartung für BayWa r.e. nicht mehr hält.
Als Haupttreiber für den Einbruch nennt BayWa die energiepolitische Kehrtwende in den USA. Dort wurden Projektpipelines gestoppt und Steueranreize gestrichen. Für BayWa r.e. waren die USA im Geschäftsjahr 2024 der wichtigste Absatzmarkt, mit mehr als 534 Megawatt verkaufter Leistung. Zudem steht eine Abwertung der Tochtergesellschaft im Raum, was die Exit-Erlöse zusätzlich drücken würde.
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Als nächster Schritt im Verkaufsprogramm ist Turners & Growers (T&G Global) vorgesehen. Insidern zufolge soll das noch einmal rund 300 Millionen Euro zur Entschuldung beitragen.
Führung wird umgebaut, Kontrolle verschärft
Parallel verschärft sich der personelle Umbruch. Vorstandschef Dr. Frank Hiller scheidet zum 31. Juli 2026 aus, sein Mandat als Vorsitzender endete bereits mit sofortiger Wirkung. Vorständin Marlen Wienert übernimmt zusätzlich das Personalressort sowie den Bereich Nachhaltigkeit.
Auch im Aufsichtsrat gibt es Abgänge: Monika Hohlmeier und Michael Höllerer legen ihre Mandate Ende März nieder, Monique Surges folgt Ende Mai. Zudem werden die Kontrollmechanismen strenger: Künftig muss der Aufsichtsrat Geschäfte über 50 Millionen Euro genehmigen – zuvor lag die Schwelle bei 200 Millionen Euro.
BaFin-Prüfung und Verzögerung beim Jahresabschluss
Zusätzlichen Druck erzeugt die laufende BaFin-Prüfung des Jahresabschlusses 2023, die seit Oktober 2024 läuft. Gleichzeitig dürfte sich die Veröffentlichung des testierten Jahresabschlusses 2025 verzögern, obwohl sie ursprünglich spätestens bis Ende April geplant war. BayWa hat nach eigenen Angaben vorsorglich Gespräche mit Finanzierern aufgenommen.
Am 26. März legt BayWa die Zahlen zum vierten Quartal 2025 vor. Dann dürfte auch klarer werden, wie die Gläubigerbanken die angepassten Planungen bewerten und wie stark das Sanierungskonzept – insbesondere rund um BayWa r.e. – konkret überarbeitet werden muss.
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