BayWa Aktie: Verfahren belasten

BayWa sieht sich mit Ermittlungen gegen den Ex-CEO und einem Ordnungsgeld konfrontiert, treibt aber gleichzeitig den Verkauf des Cefetra-Geschäfts zur Schuldenreduzierung voran.

Kurz zusammengefasst:
  • Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen früheren Vorstandschef
  • Ordnungsgeld wegen verspäteter Finanzberichterstattung
  • Verkauf von Cefetra für rund 125 Millionen Euro geplant
  • Restrukturierungsplan mit hoher Gläubigerzustimmung

Bei BayWa reißen die juristischen und regulatorischen Themen nicht ab. Neben einem Ordnungsgeld wegen verspätet eingereichter Finanzzahlen läuft ein Ermittlungsverfahren gegen den früheren Vorstandschef. Gleichzeitig treibt der Konzern seine Sanierung weiter voran – mit einem zentralen Verkauf, der im laufenden Quartal abgeschlossen werden soll.

Die wichtigsten Punkte:
– Ordnungsgeld: 2.500 Euro wegen verspäteter Übermittlung des Jahresabschlusses 2024
– Ermittlungen: Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen den ehemaligen CEO (Verdacht: Untreue)
– Restrukturierung: StaRUG-Plan mit >93% Gläubigerzustimmung, Finanzierung bis Ende 2028 verlängert
– Liquidität/Schuldenabbau: Cefetra-Verkauf (ca. 125 Mio. Euro) plus 62 Mio. Euro aus Darlehensrückzahlungen, Abschluss im 1. Quartal 2026 erwartet

BayWa

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Ordnungsgeld: klein, aber symbolisch

Das Bundesamt für Justiz hat BayWa am 6. November 2025 ein Ordnungsgeld von 2.500 Euro auferlegt. Die BaFin machte die Maßnahme gestern öffentlich. Hintergrund ist ein Verstoß gegen Paragraf 325 HGB: Jahresabschlüsse müssen fristgerecht elektronisch an den Bundesanzeiger übermittelt werden. Eine Beschwerde gegen den Bescheid legte BayWa laut BaFin nicht ein.

Finanziell ist der Betrag kaum relevant. Brisant ist eher der Kontext: Die Verzögerung hängt mit den Problemen zusammen, in die der hochverschuldete Konzern 2024 geraten war – und sie unterstreicht, dass Transparenz und Aufarbeitung weiter ein Thema bleiben.

Ermittlungen und Führungswechsel

Zusätzliche Unruhe bringt das Vorgehen der Münchner Staatsanwaltschaft. Am 15. Januar fanden Durchsuchungen in Geschäftsräumen statt. Die Ermittlungen richten sich gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden, der Verdacht lautet auf Untreue.

Auslöser sind Vorwürfe der BaFin: Im Oktober 2025 hatte die Aufsicht Fehler im Jahresabschluss 2023 beanstandet. Im Raum steht der Verdacht, dass Risiken in der damaligen Darstellung geschönt worden sein könnten.

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Bereits Anfang des Monats zog BayWa zudem personelle Konsequenzen: Am 9. Januar meldete das Unternehmen per Ad-hoc den sofortigen Rückzug von CEO Dr. Frank Hiller. Als Grund nannte BayWa den Vertrauensverlust wichtiger Aktionäre. Die Sanierung steuert nun maßgeblich Chief Restructuring Officer Michael Baur.

Sanierung: Fortschritt trotz Gegenwind

Operativ verweist BayWa auf Fortschritte in der Restrukturierung. Im Mai 2025 stimmten die Gläubiger dem Restrukturierungsplan im StaRUG-Verfahren mit über 93 Prozent zu. Zudem wurde die Finanzierung bis Ende 2028 verlängert. Eine Kapitalerhöhung von bis zu rund 201,6 Millionen Euro ist beschlossen.

Entscheidend für die nächsten Wochen dürfte der geplante Abschluss des Cefetra-Verkaufs sein: BayWa unterzeichnete die Transaktion im Dezember 2025 für rund 125 Millionen Euro, hinzu kommen rund 62 Millionen Euro aus der Rückzahlung von Gesellschafterdarlehen. Kann BayWa mit dem erwarteten Abschluss im ersten Quartal 2026 die Bankverbindlichkeiten spürbar reduzieren? Genau darauf zielt das Vorhaben laut Unternehmensangaben ab.

Im Blick bleibt außerdem BayWa r.e.: Die Erneuerbaren-Tochter befindet sich ebenfalls in einem Transformationsprogramm, die Finanzierung ist bis Ende 2027 gesichert.

Im laufenden Quartal richtet sich der Fokus damit auf ein konkretes Ereignis: den erwarteten Abschluss des Cefetra-Verkaufs im ersten Quartal 2026 – parallel dazu dürfte der Fortgang der Ermittlungen die Governance-Debatte rund um BayWa weiter prägen.

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