BayWa Aktie: Vor dem Offenbarungseid

Die BayWa steht vor einer kritischen Bilanzoffenlegung, die massive Abschreibungen auf die Energiesparte zeigt. Der Sanierungsplan ist gescheitert, die Führung wird ausgetauscht und mit Banken wird um Zeit verhandelt.

Dr. Robert Sasse ·
BayWa Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Quartalsbericht offenbart volle Abschreibungshöhe
  • Sanierungsziel von 4 Milliarden Euro in Gefahr
  • CEO Frank Hiller tritt mit sofortiger Wirkung zurück
  • Verhandlungen über Stillhalteabkommen bis Herbst 2026

Morgen, am 26. März, legt BayWa die Quartalszahlen für 2025 vor. Kein gewöhnlicher Berichtstag: Die Zahlen werden erstmals das volle Ausmaß der Abschreibungen auf die Energiesparte offenlegen — und zeigen, ob die Gläubigerbanken den neu aufgestellten Sanierungskurs mittragen.

Das ursprüngliche Rettungskonzept ist gescheitert. Vom Gesamtsanierungsziel von 4 Milliarden Euro bis 2028 sind bislang nur 33 Prozent erreicht, die verbleibende Lücke beläuft sich auf rund 2,7 Milliarden Euro. Die Jahresprognose für 2026 hat BayWa bereits gestrichen.

BayWa r.e.: Das Herzstück bricht weg

Der Kern des Problems liegt bei der Energietochter BayWa r.e. Bis Ende 2028 sollte der Verkauf der 51-prozentigen Beteiligung rund 1,7 Milliarden Euro einbringen. Dieser Erlös ist nicht mehr erzielbar.

Der Grund: Die US-Energiepolitik unter Trump hat das Marktumfeld grundlegend verändert. Im Januar 2025 stoppte die Regierung Fördermittel für erneuerbare Energien in Höhe von über 300 Milliarden Dollar, im Februar entfiel die Einstufung von Treibhausgasen als gesundheitsschädlich. Für BayWa r.e., die allein 2024 in den USA 534,7 Megawatt verkaufte, sind das keine abstrakten politischen Signale — sie treffen direkt den erzielbaren Verkaufspreis. Positive operative Ergebnisse der Tochter werden nun frühestens ab 2027 erwartet, der Planungshorizont für den Sanierungsplan verschiebt sich auf 2030.

Ermittlungen, Führungswechsel, Stillhalteabkommen

Parallel zur finanziellen Neuaufstellung läuft die juristische Aufarbeitung. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt wegen des Verdachts der Untreue gegen mehrere frühere Verantwortliche, darunter den damaligen CEO Marcus Pöllinger und den langjährigen Ex-Vorstandschef Klaus Josef Lutz. Dessen Privaträume wurden bereits durchsucht. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

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An der Spitze des Unternehmens vollzieht sich unterdessen ein breiter Führungswechsel. CEO Frank Hiller legt sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder und scheidet Ende Juli endgültig aus. Drei Aufsichtsratsmitglieder, die intern mit dem schuldenfinanzierten Expansionskurs in Verbindung gebracht werden, verlassen das Gremium bis Ende Mai. Die Genehmigungsschwelle für Geschäfte durch den Aufsichtsrat wurde von 200 auf 50 Millionen Euro abgesenkt — ein strukturelles Signal, das den Kontrollverlust der Vergangenheit adressieren soll.

Um Zeit zu gewinnen, verhandelt BayWa mit Kernbanken und Hauptaktionären über eine Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026. Zwei Teiltransaktionen stützen die Bilanz: Der Verkauf der Agrarhandelstochter Cefetra Group für 125 Millionen Euro reduziert die Bankverbindlichkeiten durch Entkonsolidierung um über 600 Millionen Euro. Zusätzlich steht der Verkauf der neuseeländischen T&G Global für geschätzte 300 Millionen Euro im Raum.

Die morgigen Q4-Zahlen markieren eine erste Wegmarke — das vollständige Bild des Sanierungsstands wird sich jedoch erst mit dem Jahresabschluss 2025 zeigen, dessen Veröffentlichung sich bis ins vierte Quartal 2026 verzögern dürfte. Die Aktie notiert mit einem RSI von 31,6 im überverkauften Bereich und liegt rund 14 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt.

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BayWa Aktie

16,00 EUR

KGV 0,00
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 933,35 Mio. EUR
ISIN: DE0005194005 WKN: 519400

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