BayWa r.e.: 137-MW-Batterieauftrag in Alfeld

BayWa r.e. sichert sich externen Batterieauftrag in Niedersachsen, während der Mutterkonzern mit Milliardenlücke und Rechtsrisiken kämpft.

Dieter Jaworski ·
BayWa Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Externer Batterieauftrag für BayWa r.e.
  • Größtes deutsches Batteriespeichersystem geplant
  • Sanierungslücke von 2,7 Milliarden Euro
  • BaFin-Rüge und Ermittlungen belasten Konzern

BayWa bekommt ausgerechnet von der Erneuerbare-Energien-Tochter ein operatives Signal der Stärke. BayWa r.e. gewinnt einen großen Batterieauftrag in Niedersachsen und öffnet damit ein Geschäftsfeld, das über eigene Projekte hinausgeht. Der Konzern selbst bleibt allerdings tief in Sanierung, Rechtsrisiken und Verkaufsprozesse verstrickt.

Batterieauftrag stärkt BayWa r.e.

BayWa r.e. hat mit dem dänischen Investmentfonds Scale Fund einen achtjährigen Vertrag für das Asset-Operations-Geschäft beim Batteriespeichersystem „Alfeld“ in Niedersachsen unterzeichnet. Der Auftrag zählt zu den ersten externen Standalone-Batteriemandaten der Tochter. Bislang betrieb sie Speichersysteme vor allem innerhalb eigener hybrider Solar- und Windprojekte.

Alfeld soll Deutschlands größtes Batteriespeichersystem werden. Geplant sind eine Leistung von 137 MW und eine Kapazität von 282 MWh, der Betriebsstart ist für den Beginn des dritten Quartals vorgesehen. Eingesetzt werden soll die Anlage vor allem für Systemdienstleistungen wie Primärregelleistung.

Strategisch ist der Auftrag wichtiger als seine reine Größe. BayWa r.e. tritt damit stärker als Betreiber fremder Anlagen auf. Das erweitert das Geschäftsmodell und kann helfen, Know-how aus eigenen Projekten in externe Mandate zu übertragen.

Aktie bleibt unter Druck

Am Freitag schloss die BayWa-Aktie bei 13,05 Euro, ein Minus von 0,38 Prozent. Seit Jahresanfang steht damit ein Rückgang von 22,09 Prozent zu Buche.

Der Markt bewertet derzeit nicht nur einzelne operative Fortschritte. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie belastbar die Sanierung ist und welche Vermögenswerte noch verkauft werden können. Kein Wunder, dass jeder Fortschritt bei BayWa r.e. gegen die Probleme auf Konzernebene abgewogen wird.

Im Sanierungskonzept klafft eine Lücke von 2,7 Milliarden Euro. Der testierte Konzernabschluss für 2025 soll frühestens im vierten Quartal 2026 vorliegen, weil belastbare Zahlen von BayWa r.e. fehlen. Diese Zahlen sind auch für das Sanierungskonzept relevant.

Rechtslage bleibt belastend

Auch juristisch bleibt der Druck hoch. Die Kanzlei TILP bereitet Schadensersatzklagen für Investoren vor, die zwischen Januar 2022 und Januar 2026 BayWa-Aktien erworben haben.

Auslöser ist eine Rüge der BaFin. Die Aufsicht beanstandet, dass BayWa im Lagebericht wesentliche Angaben zu einem Milliardenkredit und zu Refinanzierungsrisiken einer 500-Millionen-Euro-Anleihe nicht offengelegt habe.

Parallel ermittelt die Staatsanwaltschaft München I gegen frühere Vorstandschefs wegen Untreue und vorsätzlich falscher Darstellung von Liquiditätsrisiken. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung. Die Abschlussprüferaufsicht Apas prüft das PwC-Testat für 2023, während BayWa das Prüfermandat ab 2026 neu ausschreibt und eigene Ansprüche gegen die bisherigen Prüfer prüft.

Nächster Termin: Quartalsmitteilung

Am 26. Mai folgt die Quartalsmitteilung. Sie dürfte zeigen, ob die Sparmaßnahmen bereits messbar greifen und wie belastbar die operative Basis nach den jüngsten Einschnitten ist.

Daneben läuft der Verkaufsprozess für T&G Global weiter. Goldman Sachs begleitet den Prozess seit März 2026, als Interessenten gelten unter anderem Roc Partners, Paine Schwartz und Hancock. Der erwartete Erlös liegt bei rund 300 Millionen Euro.

Der nächste harte Prüfstein liegt bei den Banken. Stimmen DZ Bank und UniCredit einer Verlängerung zu, bleibt der Sanierungsplan juristisch tragfähig; ohne diesen Aufschub würde der Druck auf die Restrukturierung wieder deutlich zunehmen.

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BayWa Aktie

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– 1,00 EUR -10,33 %
KGV
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 971,20 Mio. EUR
Ø Kursziel 6,00 EUR
ISIN: DE0005194005 WKN: 519400

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