BayWa: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Lutz und Pöllinger
Ermittlungen wegen Untreue belasten BayWa-Aktie schwer. Finanzierungslücke von 2,7 Milliarden Euro gefährdet Sanierungskurs.

Kurz zusammengefasst
- Staatsanwaltschaft prüft Untreue-Vorwürfe
- BaFin rügte verschwiegene Kreditrisiken
- Finanzierungslücke von 2,7 Milliarden Euro
- Aktie verliert neun Prozent an einem Tag
Die juristische Aufarbeitung der BayWa-Krise erreicht die nächste Eskalationsstufe. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen frühere Führungskräfte wegen Untreue und unrichtiger Darstellung. Am Aktienmarkt reagieren Investoren mit Fluchtreflexen: Das Papier bricht am Donnerstag um gut neun Prozent auf 13,05 Euro ein.
Rüge der Finanzaufsicht als Auslöser
Den Stein ins Rollen brachte eine Rüge der Finanzaufsicht BaFin gegen Ex-Vorstandschefs wie Klaus Josef Lutz und Marcus Pöllinger. Die Behörde beanstandet den Lagebericht für das Jahr 2023. Der Konzern hatte wesentliche Details zu einem Milliardenkredit sowie Refinanzierungsrisiken einer Anleihe verschwiegen.
Ins Visier gerät nun auch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC. Die Abschlussprüferaufsichtsstelle Apas leitete ein berufsaufsichtsrechtliches Verfahren ein, da PwC für das Krisenjahr ein uneingeschränktes Testat erteilte. BayWa schreibt das Prüfermandat ab 2026 neu aus und prüft Schadensersatzansprüche. Parallel dazu bereitet eine Kanzlei Klagen für Aktionäre vor.
Lücke in der Milliarden-Finanzierung
Diese juristischen Altlasten treffen den Agrarkonzern in einer hochgradig fragilen Phase. Das Herzstück der laufenden Sanierung ist eine Stillhaltevereinbarung mit Kernbanken wie DZ Bank und HVB. Ohne dieses Abkommen fehlt dem Management die operative Grundlage.
Von den bis 2028 benötigten vier Milliarden Euro hat sich das Unternehmen bislang lediglich 1,3 Milliarden Euro gesichert. Ein Schuldenschnitt und Rangrücktritte der Gläubiger gelten am Markt als sehr wahrscheinlich.
Die engsten Finanzierungspartner spüren die Krise bereits direkt. Genossenschaftsbanken mussten für das laufende Jahr 60 Prozent eines millionenschweren Schuldscheindarlehens abschreiben. Der Genossenschaftsverband Bayern schließt mittlerweile einen Totalausfall dieser Kredite nicht mehr aus.
Konzernumbau im Blindflug
Der Vorstand navigiert den Konzernumbau derweil ohne verlässliche Datenbasis. Die Prognose für das laufende Jahr ist gestrichen, das bereinigte operative Gewinnziel für 2027 sinkt auf rund 140 Millionen Euro. Hinzu kommt der Abbau von rund 1.300 Stellen.
Wegen der komplexen Strukturmaßnahmen verzögert sich der geprüfte Konzernabschluss für das Jahr 2025 bis tief in das vierte Quartal 2026.
Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren. Seit Jahresanfang verlor die Aktie bereits 22 Prozent an Wert und notiert weit unter der 50-Tage-Linie von 15,33 Euro.
In den kommenden Wochen fällt die Entscheidung der Kernbanken über die Verlängerung der Stillhaltevereinbarung. Stimmen die Gläubiger zu, gewinnt BayWa Zeit bis zum Herbst 2026. Lehnen sie ab, verliert das aktuelle Sanierungskonzept sofort seine Grundlage.
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