Beiersdorf: 72,20 Euro markieren Zehnjahrestief
Trotz Dividendenausschüttung notiert die Beiersdorf-Aktie auf einem Zehnjahrestief. Quartalszahlen und Kursverfall belasten den Titel.

Kurz zusammengefasst
- Dividende von 1,00 Euro wird ausgezahlt
- Aktie fällt auf 71,90 Euro
- Umsatzrückgang von 4,6 Prozent im ersten Quartal
- Derma-Sparte wächst, Nivea schwächelt
Beiersdorf zahlt heute seine Jahresdividende aus. Das klingt nach Normalität — ist es aber nicht. Die Aktie notiert zeitgleich auf einem neuen Zehnjahrestief.
Dividende pünktlich, Kurs auf Rekordtief
Nach der Hauptversammlung vom 23. April schüttet Beiersdorf 1,00 Euro je Aktie aus. Der Ex-Tag lag am 24. April, der Record-Tag am 27. April. Heute erhalten Aktionäre die Gutschrift.
Der Kurs steht zur gleichen Zeit bei 71,90 Euro — das tiefste Niveau seit zehn Jahren. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 23 Prozent verloren. Über zwölf Monate beträgt das Minus mehr als 40 Prozent.
Schwaches Quartal, bestätigte Prognose
Auslöser der Talfahrt sind die Q1-Zahlen. Beiersdorf meldete einen organischen Umsatzrückgang von 4,6 Prozent auf 2,484 Milliarden Euro. Negative Währungseffekte verschärften das nominale Minus auf 7,7 Prozent.
Den Jahresausblick hat das Management dennoch bestätigt. Für die Consumer-Sparte und die Klebstofftochter tesa erwartet der Konzern organisches Wachstum — irgendwo zwischen flach und leicht positiv. Die operative EBIT-Marge soll knapp unter Vorjahresniveau liegen.
Das Derma-Segment mit Eucerin und Aquaphor lieferte immerhin ein organisches Plus von 8,2 Prozent. Nivea und das Luxuslabel La Prairie standen dagegen unter Druck.
Technisches Bild ohne Halt
Charttechnisch fehlt jede Stabilisierung. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt bei rund 92 Euro beträgt mehr als 22 Prozent. Seit Anfang März hat die Aktie knapp 28 Prozent verloren — und ein Ende des Abwärtstrends ist im kurzfristigen Chartbild nicht erkennbar.
Die entscheidende Frage für die nächsten Monate: Kann das Derma-Geschäft die Schwäche bei Nivea und La Prairie ausreichend kompensieren, um die Jahresprognose zu stützen? Halbjahreszahlen werden zeigen, ob die angekündigte Stabilisierung mehr ist als Hoffnung.
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