Beiersdorf Aktie: Goldman dreht ab

Goldman Sachs stuft Beiersdorf auf 'Neutral' herab und senkt das Kursziel. Analysten kritisieren die Abhängigkeit von der Kernmarke Nivea und erwarten einen schwachen Quartalsstart.

Redaktion Stock-World ·
Beiersdorf Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Goldman Sachs streicht letzte US-Buy-Empfehlung
  • Nivea verliert in Westeuropa Marktanteile
  • Erwartung eines Umsatzrückgangs im ersten Quartal
  • Aktienkurs notiert nahe 52-Wochen-Tief

Goldman Sachs hat die Aktie am 27. März von „Buy“ auf „Neutral“ herabgestuft und das Kursziel von 95 auf 90 Euro gesenkt. Damit ist die letzte große Kaufempfehlung einer US-Großbank gefallen. Als Hauptgrund nennt Goldman die starke Abhängigkeit von der Kernmarke Nivea in einem schwächelnden Massenmarkt für Kosmetik.

Nivea verliert Boden

Das Problem ist konkret: Laut NielsenIQ-Daten verlor Nivea in Westeuropa zwischen Februar 2025 und Januar 2026 in jedem einzelnen Monat Marktanteile. Neue Gesichtspflegeprodukte konnten diesen Trend bislang nicht stoppen.

Goldman Sachs erwartet für das erste Quartal 2026 einen Rückgang des organischen Umsatzes um 4,2 Prozent. Für Nivea prognostizieren die Analysten ein Minus von 7 Prozent, für die Luxusmarke La Prairie sogar minus 20 Prozent. Lediglich das Derma-Segment soll mit 8 Prozent wachsen.

Auch das angekündigte Aktienrückkaufprogramm über 750 Millionen Euro überzeugte Goldman nicht. Angesichts der starken Bilanz des Konzerns sei dieser Schritt zu zaghaft — das Unternehmen nutze seinen finanziellen Spielraum nicht entschlossen genug.

Barclays bleibt, senkt aber

Barclays zieht eine andere Schlussfolgerung, bleibt aber ebenfalls vorsichtig. Die britische Bank behält die Einstufung „Overweight“ bei, senkte das Kursziel jedoch deutlich von 95 auf 86 Euro. Als Begründung verweist Barclays auf drohende Inflationsrisiken im europäischen Haushalts- und Pflegegütersektor, die die Margen belasten könnten.

Morgan Stanley erwartet für das Consumer-Segment einen besonders schwachen Jahresauftakt — schlechter als die ohnehin gedämpfte Ganzjahresprognose des Unternehmens selbst. Beiersdorf rechnet für 2026 mit einem flachen bis leicht wachsenden organischen Umsatz und einer operativen EBIT-Marge leicht unter Vorjahresniveau.

Der Aktienkurs spiegelt die Unsicherheit wider: Mit rund 74,54 Euro notiert der Titel knapp über seinem 52-Wochen-Tief und liegt seit Jahresbeginn fast 20 Prozent im Minus.

April als Nagelprobe

Am 21. April 2026 veröffentlicht Beiersdorf die Quartalsmitteilung für Januar bis März. Zwei Tage später, am 23. April, findet die Hauptversammlung als virtuelle Veranstaltung statt. Anleger erwarten dort konkrete Antworten zur Wachstumsstrategie und zur Kapitalallokation. Fällt der Q1-Bericht so schwach aus wie von Goldman und Morgan Stanley befürchtet, steigt der Druck auf das Management, mehr als nur ein Rückkaufprogramm vorzulegen.

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