Bertrandt Aktie: 8 Millionen Euro EBIT im Q4 geplant
Bertrandt reduziert Verlust dank Effizienzprogramm deutlich. Management plant für Q4 wieder ein positives EBIT von 8 Millionen Euro.

Kurz zusammengefasst
- Verlust trotz Umsatzminus reduziert
- Sparprogramm übertrifft Erwartungen deutlich
- Positives EBIT für Q4 angekündigt
- Analysten bestätigen Kaufempfehlung
Der Ingenieurdienstleister Bertrandt hat vor wenigen Tagen seine Bilanz für das dritte Quartal 2025/26 vorgelegt und damit einen Einblick in die laufende Restrukturierung gegeben. Während die allgemeine Zurückhaltung der Automobilhersteller die Geschäftsentwicklung weiterhin bremst, zeigen die internen Sparmaßnahmen erste Wirkungen. Das Management blickt nun optimistisch auf das laufende Schlussquartal und stellt eine Rückkehr zu profitablen Ergebnissen in Aussicht.
Verlustminderung trotz Umsatzrückgang
Am Mittwoch meldete das Unternehmen für das dritte Quartal eine Gesamtleistung von 214,9 Millionen Euro. Dies entspricht einem Rückgang von 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Trotz dieses Rückgangs gelang es Bertrandt, das operative Ergebnis (EBIT) deutlich zu verbessern. Während im Vorjahresquartal noch ein Verlust von 24,6 Millionen Euro zu Buche stand, verringerte sich das Minus im Berichtsquartal auf 15,8 Millionen Euro.
Diese Entwicklung ist maßgeblich auf das Effizienzprogramm „Fit-for-Future“ (F³) zurückzuführen. Wie das Unternehmen bereits im Mai auf einem Capital Market Day mitteilte, hat das Programm die ursprünglichen Erwartungen deutlich übertroffen. Statt der zunächst anvisierten Einsparungen zwischen 70 und 90 Millionen Euro wurden realisierte Kostensenkungen von über 120 Millionen Euro vermeldet. Dennoch bleibt die Lage herausfordernd, nachdem der Vorstand bereits Ende April die Prognose für das Gesamtjahr gesenkt hatte und ein Erreichen eines positiven Jahres-EBIT als unsicher einstufte. In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres war die Gesamtleistung noch um 11,5 Prozent auf 457 Millionen Euro eingebrochen.
Management erwartet profitables Schlussquartal
Im Rahmen eines Earnings Calls am Dienstag gab sich das Management für die unmittelbare Zukunft jedoch zuversichtlich. Für das vierte Quartal 2025/26 wird ein operativer Wendepunkt erwartet. Konkret plant Bertrandt für diesen Zeitraum mit einem positiven EBIT in Höhe von 8,0 Millionen Euro. Um die Abhängigkeit von der schwankenden Nachfrage der Automobilindustrie zu verringern, setzt das Unternehmen zudem verstärkt auf die „Strategie 2027“. Diese sieht einen Ausbau der Aktivitäten in den Bereichen Aerospace und Defence sowie eine stärkere Internationalisierung vor.
Unterstützung erhält der Kursverlauf durch positive Analystenstimmen und Insideraktivitäten. Die Montega AG bestätigte am Mittwoch ihre Kaufempfehlung für die Aktie und rief ein Kursziel von 18,00 Euro aus. Die Experten verwiesen dabei ausdrücklich auf die sichtbare Verbesserung der Ergebnisseite. Parallel dazu hat der Investor Frank Ferchau sein Engagement beim Unternehmen verstärkt. Einer Pflichtmitteilung von Ende Juli zufolge erhöhte er seine Stimmrechtsanteile über Beteiligungsgesellschaften zum Stichtag 26. Juni auf 13,23 Prozent, nachdem er zuvor 12,86 Prozent gehalten hatte.
Marktkapitalisierung unter Druck
Trotz der operativen Hoffnungsschimmer spiegelt der Aktienkurs die schwierigen Vormonate wider. Das Papier beendete den Handel am Freitag bei 8,78 Euro, was einem Rückgang von 1,57 Prozent gegenüber dem Vortag entspricht. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust damit auf 52,74 Prozent. Mit einem aktuellen Abstand von 60,00 Prozent zum 52-Wochen-Hoch, das Ende Oktober bei 21,95 Euro markiert wurde, bleibt die Aktie an der Börse massiv unter Druck. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beläuft sich derzeit auf 87,72 Millionen Euro. Anleger warten nun darauf, ob die für das vierte Quartal angekündigte Rückkehr in die Gewinnzone tatsächlich die erhoffte Trendwende einleitet.
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