BioNTech Aktie: Arbutus reicht drei Klagen ein

Arbutus und Genevant reichen drei neue Klagen gegen BioNTech und Pfizer ein. Der Patentstreit um die Impfstofftechnologie weitet sich global aus.

Redaktion Stock-World ·
Abstrakte Darstellung des Biotechnologiesektors und rechtlicher Herausforderungen mit angespannter, unsicherer Marktstimmung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Drei neue Klagen eingereicht
  • Streit um Lipid-Nanopartikel-Technologie
  • Konzernumbau und Stellenabbau laufen
  • Aktie nahe 50-Tage-Durchschnitt

BioNTech steckt mitten im Umbau zum Krebsspezialisten. Jetzt kommt neuer Gegenwind von außen. Arbutus Biopharma und sein Lizenzpartner Genevant haben am Donnerstag drei neue Klagen gegen BioNTech und Pfizer eingereicht – in Kanada und vor dem Einheitlichen Patentgericht in Europa.

Patentstreit weitet sich aus

Die Klagen betreffen die Lipid-Nanopartikel-Technologie, kurz LNP. Diese Technik transportiert die mRNA-Wirkstoffe im Corona-Impfstoff zu den Zellen. Arbutus und Genevant werfen BioNTech und Pfizer vor, geschützte Patente zu verletzen.

Vor dem Unified Patent Court richten sich die Klagen gegen Geschäfte in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien. Parallel dazu läuft ein Verfahren in Kanadas Bundesgericht. Die Kläger wollen sowohl Schadenersatz als auch dauerhafte Verkaufsverbote für die betroffenen Impfstoffe durchsetzen.

Bisher spielte sich der Rechtsstreit vor allem vor einem US-Bundesgericht in New Jersey ab. Mit den drei neuen Klagen wird aus dem amerikanischen Verfahren ein globaler Konflikt.

Der Umbau läuft bereits

Die juristische Eskalation trifft BioNTech mitten in einer tiefgreifenden Restrukturierung. Anfang Mai kündigte der Konzern an, bis zu 1.860 Stellen zu streichen. Betroffen sind Produktionsstandorte in Idar-Oberstein, Marburg und Tübingen sowie ein Werk in Singapur.

BioNTech prüft zudem den Teil- oder Komplettverkauf dieser Standorte. Das Management will damit ab 2029 jährlich rund 500 Millionen Euro einsparen. Das freigesetzte Kapital soll in die wachsende Onkologie-Pipeline fließen – auch am ehemaligen CureVac-Hauptsitz in Tübingen.

Aktie konsolidiert seit Monaten

Der Kurs schloss am Donnerstag bei 79,45 Euro und liegt damit fast 25 Prozent unter dem Jahreshoch von 105,80 Euro aus dem Januar. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 3,7 Prozent zu Buche. Der RSI von 46,6 zeigt eine neutrale Marktstimmung – weder überkauft noch überverkauft.

Die Aktie hält sich knapp über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 79,20 Euro. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 84,95 Euro fehlen aber noch 6,47 Prozent. Von einer nachhaltigen Erholung kann also noch keine Rede sein.

Onkologie bleibt der Fahrplan

Trotz Rechtsstreit und Stellenabbau hält BioNTech an seiner „2026 Roadmap“ fest. Im Zentrum steht der bispezifische Antikörper Pumitamig, intern auch als BNT327 bekannt, ergänzt durch mehrere mRNA-Krebstherapien.

Bis 2030 will sich der Konzern als Onkologie-Unternehmen mit mehreren Produkten etablieren. Bis Ende 2026 sollen 15 Phase-3-Studien in der Krebsforschung laufen. Rückendeckung gibt die Bilanz: Anfang 2026 verfügte BioNTech über rund 16,8 Milliarden Euro an liquiden Mitteln und Wertpapieren – ein Polster, das sowohl die Prozesskosten als auch die teure Forschungsphase abfedern kann.

Wie das Unified Patent Court die drei neuen Klagen bewertet, dürfte sich erst in den kommenden Monaten zeigen. Bis dahin bleibt der Interessenkonflikt zwischen Rechtsstreit und Onkologie-Strategie das bestimmende Thema für die Aktie.

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BioNTech Aktie

79,00 EUR

– 0,85 EUR -1,06 %
KGV —
KUV 8,73
Sektor Gesundheitswesen
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung 20,99 Mrd. EUR
Ø Kursziel 104,42 EUR
ISIN: US09075V1026 WKN: A2PSR2

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