Am heutigen Dienstag endet die 25-jährige Geschichte von CureVac als eigenständiges Unternehmen. Der Mainzer Biotech-Konzern BioNTech hat die Übernahme finalisiert und vereint nun die wichtigsten deutschen mRNA-Ressourcen unter einem Dach. Während die ehemaligen Konkurrenten verschmelzen, richtet sich der Blick darauf, wie BioNTech die neu gewonnenen Technologien konkret für seine ambitionierte Krebsstrategie nutzen wird.
Integration und Börsenabschied
Der Schritt besiegelt das Ende der CureVac-Notierung. Der Handel wurde bereits gestern Abend ausgesetzt, die Aktien werden ab morgen permanent vom Markt genommen. BioNTech hatte sich im Vorfeld über ein freiwilliges Übernahmeangebot fast 87 Prozent der Anteile gesichert. Die verbleibenden Minderheitsaktionäre werden nun über einen Squeeze-out abgefunden, erhalten jedoch im Gegensatz zu den Teilnehmern des freiwilligen Angebots Aktienzertifikate (ADRs) abzüglich einer Quellensteuer.
Auch in der Führungsetage wurden klare Verhältnisse geschaffen: Das bisherige CureVac-Management ist zurückgetreten. Ein Gremium aus BioNTech-Führungskräften, darunter CEO Ugur Sahin und COO Sierk Poetting, übernimmt die Kontrolle.
Technologie als wahrer Werttreiber
Hinter der Übernahme steckt weit mehr als eine Marktbereinigung. BioNTech sichert sich durch den Deal Zugriff auf essenzielle technologische Assets, die die eigene Entwicklung beschleunigen sollen. Im Zentrum stehen dabei:
- Produktion: Die „RNA Printer“-Plattform für die automatisierte Herstellung von mRNA sowie die Produktionsstätte in Tübingen.
- Forschung: Der „FRAMEpro“-Algorithmus zur Identifizierung von Antigenen.
- Pipeline: Konkrete Kandidaten gegen Glioblastome (CVGBM) und Kopf-Hals-Tumore (CVHNLC).
Ein wesentlicher Nebeneffekt der Fusion ist die Beilegung teurer Rechtsstreitigkeiten. Die langwierigen Patentauseinandersetzungen bezüglich der Covid-19-Impfstoffe wurden durch einen Vergleich beendet, der CureVac insgesamt 740 Millionen US-Dollar sowie künftige Lizenzgebühren einbrachte. Damit ist der Weg für BioNTech frei von juristischen Altlasten in diesem Bereich.
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Kurs unter Druck
Trotz der strategischen Neuaufstellung spiegelt der Aktienkurs die aktuelle Skepsis des Marktes wider. Das Papier notiert derzeit bei 82,00 Euro und hat allein in den letzten 12 Monaten fast 30 Prozent an Wert eingebüßt. Auch der Start in das Jahr 2026 verlief mit einem Minus von knapp 15 Prozent bisher enttäuschend. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch ist mittlerweile beträchtlich, was den Druck auf das Management erhöht, nun zügig Erfolge aus der erweiterten Onkologie-Pipeline zu liefern.
Finanziell ist der Konzern dafür gerüstet. Mit liquiden Mitteln von über 16 Milliarden Euro und laufenden Einnahmen aus Partnerschaften – wie der Milliarden-Kooperation mit Bristol Myers Squibb – besitzt BioNTech die nötige Substanz, um die Integration zu finanzieren und die Forschung voranzutreiben.
Blick auf die kommenden Wochen
Für Anleger wird es nun kurzfristig konkret: Am 13. Januar 2026 präsentiert sich das Unternehmen auf der J.P. Morgan Healthcare Conference, wo erste Details zur integrierten Strategie erwartet werden. Die vollständigen Finanzzahlen folgen dann am 10. März 2026 im Rahmen des Geschäftsberichts.
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