BioNTech Aktie: IMcode003 läuft weiter
BioNTech stoppt eine Darmkrebs-Studie, führt die Pankreaskrebs-Prüfung fort und stellt im September neue Lungenkrebsdaten in Seoul vor.

Kurz zusammengefasst
- Darmkrebs-Studie nach Datenprüfung beendet
- Pankreaskrebs-Programm läuft unverändert weiter
- Neue Lungenkrebsdaten in Seoul angekündigt
- Aktie rund 15 Prozent unter Jahreshoch
BioNTech lässt sich von einem gescheiterten Studienprogramm nicht von seiner Krebsimmuntherapie-Strategie abbringen. Während das Unternehmen die Phase-2-Studie BNT122-01 zu autogene cevumeran bei Darmkrebs am vergangenen Montag beendete, läuft eine zweite Studie mit demselben Wirkstoff planmäßig weiter.
Die Phase-2-Studie IMcode003 prüft autogene cevumeran in Kombination mit Checkpoint-Hemmung und Chemotherapie bei operativ behandeltem Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Unterschiedliche Signale aus zwei Studien
Der Unterschied zwischen den beiden Programmen ist für Anleger bedeutsam. Ein unabhängiges Datenüberwachungsgremium hatte bei BNT122-01 ein zahlenmäßiges Ungleichgewicht beim Gesamtüberleben zwischen den Behandlungsarmen festgestellt und empfohlen, die Behandlung zu beenden, da eine Fortführung der Studie das Wirksamkeitsergebnis nach Einschätzung des Gremiums nicht mehr verändern würde. Für die Pankreaskrebs-Studie IMcode003 liegt bislang keine vergleichbare Warnung vor – BioNTech bestätigte, dass sie unverändert fortgesetzt wird.
Der Wirkstoff autogene cevumeran bleibt damit trotz des Rückschlags bei Darmkrebs ein zentraler Baustein der Onkologie-Pipeline. Die Aktie reagierte auf die Nachricht vom Abbruch der Darmkrebs-Studie zunächst positiv und legte seither um 2,8 Prozent zu – ein Hinweis darauf, dass der Markt das Ereignis eher als Bereinigung denn als grundsätzlichen Rückschlag für die Plattform gewertet hat.
Blick nach Seoul
Parallel richtet sich der Fokus auf die Lungenkrebs-Pipeline. BioNTech kündigte gestern weitere Details zu den Daten an, die auf der Weltkonferenz für Lungenkrebs der International Association for the Study of Lung Cancer vom 12. bis 15. September in Seoul präsentiert werden.
Im Zentrum steht eine späte mündliche Präsentation zur Kombination von pumitamig mit dem B7H3-gerichteten Antikörper-Wirkstoff-Konjugat elfetabart drozuntecan – nach Angaben des Unternehmens die erste Kombinationsdatenlage überhaupt für ein PD-(L)1xVEGF-bispezifisches Immunmodulator-Molekül zusammen mit einem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat bei Lungenkrebs.
Zusätzlich werden aktualisierte Gesamtüberlebensdaten aus der Phase-3-Studie PRESERVE-003 zu gotistobart bei Plattenepithel-Lungenkrebs nach Progression unter PD-(L)1-Therapie vorgestellt.
Kursniveau spiegelt gemischte Lage
An der Börse zeigt sich die Aktie derzeit stabil: Am heutigen Donnerstag notiert sie bei 89,85 Euro, nach einem Schlusskurs von 89,60 Euro am Vortag. Damit liegt das Papier weiterhin rund 15 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 105,80 Euro aus dem Januar, hat sich aber deutlich vom 52-Wochen-Tief bei 68,35 Euro im März entfernt und notiert rund 31 Prozent darüber.
Die Handelsspanne der vergangenen Wochen zeigt: Anleger bewerten die Onkologie-Pipeline differenziert – der Abbruch einer Studie wird nicht automatisch als Warnsignal für das gesamte Programm gelesen, solange andere Prüfungen wie IMcode003 unverändert fortlaufen und neue Daten wie die aus Seoul erwartete Bestätigung liefern könnten.
Für die kommenden Wochen bleibt Seoul der entscheidende Termin. Die dort vorgestellten Daten zu pumitamig und gotistobart dürften zeigen, ob BioNTechs bispezifischer Ansatz in der Lungenkrebs-Behandlung den Rückschlag bei Darmkrebs kompensieren kann.
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