BioNTech Aktie: Neue Lungenkrebs-Daten in Seoul angekündigt
BioNTech stellt im September neue Lungenkrebs-Daten vor, während ein Darmkrebs-Studienabbruch, gesenkte Ziele und hohe Schwankungen belasten.

Kurz zusammengefasst
- Neue Kombinationsdaten für September angekündigt
- Lungenkrebs führt BioNTechs Onkologiepipeline
- Darmkrebs-Studie wegen Überlebensungleichgewicht beendet
- Canaccord reduziert BioNTech-Kursziel auf 136 Dollar
BioNTech rückt seine Onkologie-Pipeline in den Vordergrund: Für die IASLC-Weltkonferenz zu Lungenkrebs in Seoul vom 12. bis 15. September hat das Unternehmen neue klinische Daten aus seinem Lungenkrebs-Programm angekündigt.
Im Zentrum steht die Kombination des PD-(L)1xVEGF-Bispezifikums Pumitamig mit dem B7H3-gerichteten Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Elfetabart Drozuntecan – nach Unternehmensangaben die erste verfügbare Kombinationsdaten dieser Art bei Lungenkrebs überhaupt. Zusätzlich sollen Fortschritte zum Prüfpräparat Gotistobart präsentiert werden.
Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der BioNTech versucht, den Blick der Anleger von Rückschlägen im Darmkrebs-Programm weg und auf die breitere Pipeline zu lenken.
Der Abbruch der Phase-2-Studie BNT122-01 zu autogene Cevumeran bei resezierten Darmkrebspatienten – vergangenen Montag bekanntgegeben, nachdem ein unabhängiges Datenüberwachungsgremium ein zahlenmäßiges Ungleichgewicht beim Gesamtüberleben zwischen den Behandlungsarmen festgestellt hatte – belastete die Aktie zunächst, seither notiert das Papier aber mit einem Plus von 0,5 Prozent nahezu unverändert.
Die begleitende Phase-2-Studie IMcode003, die dieselbe Substanz in Kombination mit Checkpoint-Inhibitoren und Chemotherapie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs testet, läuft nach Unternehmensangaben unverändert weiter.
Lungenkrebs als Pipeline-Schwerpunkt
Mit 16 laufenden Studien im Bereich Lungenkrebs, darunter fünf in Phase 3 und zwei neuartige Kombinationsstudien, hat sich dieses Indikationsgebiet zum größten Einzelbereich der BioNTech-Onkologiepipeline entwickelt.
Die für September angekündigten Daten zur Pumitamig-Kombination gelten als Test dafür, ob das Unternehmen sein bispezifisches Antikörperkonzept auch jenseits der Monotherapie in klinisch relevante Wirksamkeit übersetzen kann.
Für ein Unternehmen, dessen Umsatz im zweiten Quartal 2026 auf 105,6 Millionen Euro einbrach – nach 260,8 Millionen Euro im Vorjahresquartal – und das seine Jahresprognose auf 1,6 bis 1,9 Milliarden Euro senkte, ist die Onkologie-Pipeline zunehmend der Hebel, über den sich die Bewertung der Aktie rechtfertigen lässt.
Kursziel gesenkt, Volatilität hoch
Das Analysehaus Canaccord senkte am 29. August sein Kursziel für BioNTech von 142 auf 136 US-Dollar – eine Reaktion, die zeitlich mit dem Studienabbruch zusammenfällt.
Am deutschen Markt bewegt sich die Aktie derzeit bei 87,90 Euro und damit rund 17 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 105,80 Euro aus dem Januar, aber gut 29 Prozent über dem Jahrestief von 68,35 Euro vom März. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 70 Prozent unterstreicht, wie stark einzelne Studienergebnisse und Kongress-Ankündigungen den Kurs derzeit bewegen.
Kapitalpolster als Puffer
Mit liquiden Mitteln und Wertpapieren von 16,6 Milliarden Euro verfügt BioNTech über ausreichend finanziellen Spielraum, um Rückschläge in einzelnen Studienprogrammen zu verkraften und gleichzeitig das laufende Aktienrückkaufprogramm von bis zu einer Milliarde US-Dollar fortzuführen.
Diese Substanz erlaubt es dem Unternehmen, den Blick auf die für Herbst angekündigten Daten aus Seoul zu richten, ohne kurzfristig unter finanziellen Druck zu geraten. Ob die dort präsentierten Kombinationsdaten das Vertrauen der Anleger tatsächlich zurückgewinnen können, dürfte sich erst nach der Konferenz zeigen.
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