BioNTech Aktie: Pumitamig schlägt Keytruda bei Verträglichkeit
BioNTech präsentiert auf dem ASCO-Kongress positive Onkologie-Daten. Der Antikörper Pumitamig zeigt im Vergleich zu Mercks Keytruda eine bessere Verträglichkeit.

Kurz zusammengefasst
- Pumitamig mit besserem Sicherheitsprofil als Keytruda
- Gotistobart zeigt Überlebensvorteile bei Eierstockkrebs
- Umsatz im ersten Quartal auf 118 Millionen gesunken
- Aktie notiert knapp acht Prozent unter Jahresstart
Die goldenen Pandemie-Jahre verblassen. Jetzt muss BioNTech beweisen, dass die Onkologie-Pipeline den Milliarden-Konzern in die Zukunft tragen kann. Auf dem weltgrößten Krebskongress ASCO in Chicago legten die Mainzer nun entscheidende klinische Daten vor. Das Echo der Analysten fällt positiv aus — besonders ein direkter Vergleich mit dem Platzhirsch Merck lässt aufhorchen.
Bessere Verträglichkeit als Keytruda
Im Zentrum der Präsentationen stand der Antikörper Pumitamig. BioNTech und Partner Bristol Myers Squibb testen den Wirkstoff in einer Phase-II-Studie als Erstlinientherapie bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs. Das wichtigste Signal für Investoren lieferte das Sicherheitsprofil. Zwar traten bei gut 44 Prozent der Patienten schwere Nebenwirkungen auf, allerdings waren nur knapp 19 Prozent direkt auf die Behandlung zurückzuführen.
Die Analysten von Jefferies ordnen diesen Wert als klaren Vorteil ein. Die Abbruchquote liege numerisch unter den rund 23 Prozent, die bei etablierten Blockbustern wie Mercks Keytruda auftreten. Die Experten werten den Datensatz als absolut ebenbürtig mit den späten klinischen Kandidaten der aktuellen Branchenführer.
Parallel dazu untermauerte BioNTech die Wirksamkeit von Gotistobart. Der Antikörper zeigte bei platinresistentem Eierstockkrebs anhaltende Überlebensvorteile. Die Investmentbank BMO sieht hier ein Wirksamkeitsniveau, das der breite Markt aktuell noch unterschätzt.
Übergangsjahr drückt auf den Kurs
Operativ durchläuft das Unternehmen eine kritische Phase. Im ersten Quartal 2026 schrumpfte der Umsatz auf 118,1 Millionen Euro. Der Vorstand hält dennoch an der Jahresprognose fest und rechnet weiterhin mit Erlösen zwischen zwei und 2,3 Milliarden Euro.
Dieser strategische Umbau vollzieht sich inmitten eines Führungswechsels. Die Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci ziehen sich bis Jahresende aus dem operativen Geschäft zurück. An der Börse sorgt diese Gemengelage für Zurückhaltung. Die Aktie schloss am Mittwoch bei 76,20 Euro und notiert damit knapp acht Prozent unter ihrem Niveau vom Jahresanfang. Auch die 50-Tage-Linie bei rund 81 Euro bleibt vorerst außer Reichweite.
Die Mainzer treiben derweil mehr als 20 klinische Studien der späten Phasen voran. Der Zeitplan ist eng getaktet: Bis Ende 2026 soll das erste Onkologie-Produkt auf den Markt kommen. Langfristig peilt das Management Zulassungen für zehn verschiedene Krebsindikationen an. Die ASCO-Daten liefern nun das medizinische Fundament für diese ambitionierte Kommerzialisierungsstrategie.
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